Simona zieht es in die Formel 1!

Simona De Silvestro Portrait (c) nzz sauber f1Guten Morgen, heute aus Basel!

Die Schweiz überrascht mal wieder mit guten Nachrichten! Simona de Silvestro hängt ihre Indycar-Karriere an den Nagel und wird Affiliated Driver beim Sauber F1-Rennstall. Die 25-jährige Thunerin bereitet sich in Hinwil auf den Sprung in die Formel 1 vor, der 2015 glücken soll.

Sauber setzt auf noch mehr Frauen-Power und will Simona auf einen Einsatz als Formel-1-Stammfahrerin im kommenden Jahr vorbereiten. Die Chancen auf die erste Pilotin am Start eines Grand Prix seit fast 40 Jahren könnten damit wieder steigen. „Es ist das entscheidende Jahr meiner Karriere“, sagt de Silvestro, die sich voll auf die Ausbildung konzentrieren und keine anderen Rennen fahren will. „Ich lebe meinen Traum. Und jetzt ist er so nahe, dass ich ihn fast greifen kann. Das ist ein großer Schritt für mich“, sagte de Silvestro am Freitag in einer Pressemitteilung des Schweizer Rennstalls, für den der Deutsche Adrian Sutil und der Mexikaner Estaban Gutierrez in diesem Jahr um Punkte fahren werden.

Das Sauber F1-Team nahm beim US Grand Prix im November 2013 Kontakt mit Simona auf. „Wir haben sie an Bord geholt, weil wir überzeugt sind, dass sie sehr talentiert ist“, sagte Monisha Kaltenborn der NZZ und erklärte auch den Kunstbegriff eines Affiliated Driver. Der trägt zur Einordnung ins Sauber-Team bei, zu dem mit Giedo van der Garde ein offizieller Ersatzpilot und mit Sergei Sirotkin ein Nachwuchs-Testfahrer gehören. Irritationen mit bestehenden Verträgen und Geldgebern soll es in Hinwil nämlich nicht geben.

Simona-De-Silvestro-Sauber (c) sauber f1Für Simona zählt ab jetzt nur die Formel 1. Neben Tests auf der Rennstrecke werden Simulatortraining sowie mentale und physische Übungen zu Simonas Vorbereitungs-programm gehören. Ziel ist die sogenannte Superlizenz, der Führerschein für die Königsklasse des Motorsports. „Ich stehe vor dem wichtigsten Jahr meiner Karriere“, sagte de Silvestro der NZZ. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn erläuterte: „Nach vier Jahren in der IndyCar-Serie hat Simona nun die Ambition, 2015 in die Formel 1 einzusteigen.“ De Silvestro zog mit 18 Jahren in die USA, startete zunächst in der Formel BMW. 2010 wurde sie bei den Indy 500 als Rookie of the Year ausgezeichnet. Als erste Frau erreichte sie auf einem Straßenkurs der IndyCar-Serie einen Podiumsplatz. Dass die Zahl der Frauen im Motorsport immer noch deutlich kleiner ist als die der Männer, bereitet ihr keine Sorgen. „Der Motorsport ist nun mal eine Männerwelt, das bin ich doch von klein auf gewohnt. Und ich fühle mich wohl in dieser Welt“, sagte sie der NZZ.

Seit Jahren träumt Formel-1-Boss Bernie Ecclestone von einer Rennpilotin, der ersten am Start eines WM-Laufs seit Lella Lombardi. An zwölf Grand Prix nahm die Italienerin 1975 und 1976 teil, ihr bestes Resultat war ein sechster Platz 1975 in Spanien. Zuvor war Maria Teresa de Filippis 1958 im belgischen Spa-Francorchamps als erste Frau in einem Formel-1-Grand-Prix angetreten. Giovanna Amati versuchte sich im Jahr 1992 im Brabham, wurde aber nach drei Nichtqualifikationen durch Damon Hill ersetzt. Im Oktober vergangenen Jahres starb die Spanierin Maria de Villota an den Langzeitfolgen ihres tragischen Testunfalls am 3. Juli 2012. Dennoch wuchs der weibliche Einfluss in der Formel 1 in den vergangenen Jahren deutlich. Neben Monisha Kaltenborn ist Claire Williams als Stellvertreterin die designierte Nachfolgerin ihres Vaters Frank an der Spitze des britischen Traditionsrennstalls Williams. Dort arbeitet eine weitere Frau auf ein Renncockpit hin: Susie Wolff.

Beim sogenannten Nachwuchstest im vergangenen Jahr durfte die Schottin erstmals einen kompletten Übungstag im Williams-Rennwagen absolvieren. Die mittlerweile 31-Jährige Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, wurde achtbare Neunte. „Viele glauben, Frauen können es im Motorsport nicht schaffen, viele sind sogar dagegen. Aber ich denke, wenn man es ins Fahrerlager geschafft hat, dann hat man sich seinen Platz verdient“, sagte die ehemalige DTM-Pilotin Wolff einmal. Simona de Silvestro sieht die Frauenfrage ähnich: „Wir haben alle Helme an, alle Anzüge, man sieht doch gar nicht, ob da Mann oder Frau drinstecken. Am Ende gilt, wer den besseren Job macht.“ Die Resultate aus der Indycar-Serie geben Simona Recht.

2 Kommentare

  1. Anna Lüdemann

    Eigentlich schade, kein Indycar, Burger & Beer mit Simona! Mit nem guten Cockpit hätte Simona 2014 in den USA sicher was reissen können. Nun ist ein Jahr Stillstand, zumindest was das echte Racing angeht.

    Ob es 2015 wirklich mit dem F1-Cockpit klappt? Ich würde es ihr wünschen aber mein Bauchgefühl sagt eher Nein.

  2. Zonser Gridgirl

    Simona ist wohl zur Zeit die einzige Dame, die sich im harten Macho-Business der F1 durchsetzen könnte. Das Vorbereitungsjahr bei Sauber macht also Sinn. Ich hoffe allerdings, das Simona auch zum Fahren kommt. Nur Trockenübungen auf dem Simulator sind m. M. zu wenig.!

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