WEC 2014: Porsche ante Portas!

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Nach der traditionellen Pressekonferenz des ACO am vergangenen Donnerstag dürfte es auch dem letzten Zweifler klar geworden sein: Porsche holt tief Luft und kehrt nach 16 Jahren mit zwei Prototypen in die Langstreckenweltmeisterschaft und nach Le Mans zurück.

m13_3672_fine (c) lgatDoch nicht nur das. Porsche untermauert die Ansprüche an die selbsternannte ‚MISSION 2014′ auch mit den passenden Startnummern. Das Hybrid-Pärchen aus Zuffenhausen geht mit der ’20‘ und der ’14‘ ins Rennen. Unklarheit herrscht allerdings noch bei der Verteilung der Piloten. Einzig Timo Bernhard (Porsche Nr. 20) und Romain Dumas (Porsche Nr. 14) sind reglementbedingt gesetzt. Alle anderen Werksfahrer, unter anderem Ex-F1-Pilot Mark Webber, wurden Gerüchten zufolge bereits intern verteilt. So sollen neben Romain Dumas auch Marc Lieb und Neel Jani im Auto Nr. 14 Platz nehmen. Mark Webber soll sich das Schwesterauto mit Timo Bernhard und Neuzugang Brendon Hartley teilen.

Hochspannung ist also garantiert, denn Porsche gilt mit der Rückkehr in die Top-Klasse des Langstreckensportes als Geheimfavorit. 16 Siege in Le Mans sprechen eine deutliche Sprache. Trotzdem kann ein Tritt auf die Euphoriebremse nicht schaden. Porsche trifft mit Audi auf einen ungemein erfolgreichen Konkurrenten mit Stallgeruch. Der Kampf der VW-Töchter wird die LMP1-Klasse noch einmal aufwerten. Die Entry List der Langstrecken-WM umfasst in diesem Jahr immerhin neun LMP1-Boliden. Neben den zwei Porsche hat Titelverteidiger Audi zwei R18 e-tron quattro gemeldet. Toyota tritt mit zwei TS040 Hybriden an. Dazu stossen zwei brandneue Rebellion R-One und der Lotus T129.des umtriebigen Colin Kolles. Nicht nur hier im Dorf ist die Erwartung hoch. Auch Porsche-Teamchef Andreas Seidl fand am Donnerstag die passenden Worte: „Wir erwarten mit großer Spannung unser erstes Zusammentreffen mit den Wettbewerbern beim offiziellen Test in Paul Ricard Ende März und natürlich den WEC-Saisonauftakt im April in Silverstone.“

AM130154_large (c) audi mediaMachen wir uns aber nichts vor. Einen triumphalen Durchmarsch wie weiland 1982 in der Gruppe C wird Porsche in diesem Jahr vermutlich nicht landen können. Die Konkurrenz ist zu gut aufgestellt und Audi schöpft aus dem Vollen. Der Audi R18 e-tron quattro des Modelljahres 2014 ist der komplexeste Rennwagen, den Audi je gebaut hat. Auf den ersten Blick wirkt der neue Hybrid-Sportwagen wie eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Weltmeisterautos und Le-Mans-Siegers der vergangenen beiden Jahre. Doch in diesem Jahr tritt ein neues LMP1-Reglement in Kraft. Audi hat faktisch jedes Bauteil am R18 neu entwickelt. Gleiches gilt für den Toyota-Boliden aus Köln Marsdorf. Der TS040 Hybrid rollt mit einem neu konstruiertem Hybridsystem, das erstmals auf beiden Achsen für Antrieb sorgt. Neben der komplexen Hybridtechnik sorgt auch die Motorentechnologie für Aufmerksamkeit. Audi hat im neuen R18 den bewährten 3,7-Liter V6-Turbodiesel verbaut. Die Toyota werden von einem 3,4-Liter V8-Benziner ohne Aufladung angetrieben. Porsche setzt konsequent auf Downsizing und hat einen 2-Liter-Benziner mit vier Zylindern und Turbolader entwickelt.

2014_Porsche_919hybrid-0-2048 (c) ams internationalNoch rollt der Porsche 919 Hybrid im Erlkönig-Schema über die Teststrecken. Nicht mehr lange, dann wird auch der Schriftzug der Schaeffler AG auf dem Prototypen zu sehen sein. Schaeffler-Entwicklungsvorstand Prof. Peter Gutzmer hält viel von der Kooperation mit Porsche:“Die Parallelen zwischen Motorsport und Serie machen die WEC und die Kooperation mit Porsche für Schaeffler zu einer idealen Plattform“ heißt es in der Pressemitteilung der Schaeffler AG. Porsche und Schaeffler arbeiten bereits seit vielen Jahrzehnten zusammen, sowohl im Motorsport als auch in der Serienproduktion. So verfügte mit dem Modell 356 bereits der erste in Serie produzierte Porsche-Sportwagen über innovative Nadellager von Schaeffler. Der legendäre 917, mit dem Porsche 1970 und 1971 die ersten beiden Gesamtsiege in Le Mans einfuhr, war für Schaeffler ein Entwicklungsträger für hydraulische Ventiltriebskomponenten, die danach millionenfach in Serie gingen und den Grundstein für das heutige Know-how und Portfolio des Weltkonzerns im Bereich Motorentechnologie darstellten.

Die Ingenieure aus Zuffenhausen und Herzogenaurach verstehen ihr Handwerk. Porsche wird in der kommenden Saison für ein paar Überraschungen gut sein!

Der WEC Kalender 2014

  • 28. März – Le Castellet Testtag
  • 29. März – Le Castellet Testtag
  • 20. April – 6H-Rennen Silverstone
  • 03. Mai – 6H-Rennen Spa-Francorchamps
  • 01. Juni – Le Mans Testtag
  • 14./15. Juni – 24H-Rennen Le Mans
  • 20. September – 6H-Rennen Austin
  • 12. Oktobr – 6H-Rennen Fuji
  • 02. November – 6H-Rennen Shanghai
  • 15. November – 6H-Rennen Bahrain
  • 30. November – 6H-Rennen Sao Paulo

1 Kommentar

  1. Golf-Freunde Norf

    Haha… Pappa… ääh Porsche ante Portas!

    Und wisst ihr was! Pappa macht das schon. Die Hybrid-Prototypen mit dem Golf-Motörchen werden für ne gewaltig Furore sorgen. In Le Mans und ‚on a race track near you!‘ 🙂

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