WRC: Der abschließende Schwedenhappen!

3695-2014_02_07_ogier_ingrassiaGuten Morgen aus Düsseldorf!

Schweden war eine außergewöhnliche Rallye! Zum einen waren da die milden Temperaturen, die sich übers Land legten. Werte über dem Gefrierpunkt sorgten für Tauwetter auf den Pisten. Der blanke Schotter trat hervor. Die für Eis konzipierten Spikes lösten sich auf und machner Kutscher geriet in arge Nöte. Zum anderen bewies Volkswagen erneut seine große Überlegenheit. Zu Beginn des zweiten WM-Laufes jagte sich das VW-Trio die Bestzeiten ab. Nach Ogiers Ausrutscher balgten sich Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen um die WM-Punkte. Ein packendes Duell, das fair ablief. VW-Motorsportchef Jost Capito sendete ein klares Signal und verzichtete auf Teamorder. Volkswagen hat nicht nur technisch die Nase vorn. Auch der komplette Fahrerkader ist in diesem Jahr für WM-Siege gut. Auf Dauer wird sich die Konkurrenz schwertun!

111281_Neuville02SWE14cm504Hyundai überraschte in Schweden mit einer durchaus guten Performance. Zwar flogen beide i20 WRC nach Fahrfehlern ab. Die Techniker kämpften mit Aufhängsbrüchen, abgerissenen Halbwellen und beschädigten Ölleitungungen. Doch der Crew um Thierry Neuville und Juho Hänninen gelang es, das Potential des Hyundai i20 WRC aufblitzen zu lassen. Neuvilles und Hänninens Dienstwagen wurden repariert und dank Rally2-Reglement konnte man die Rallye fortsetzen. Dabei holte sich Juho Hänninen den prestigeträchtigen Colin’s Crest Award für den weitesten Sprung auf der legendären Kuppe, Auch Thierry Neuville sorgte für Aufsehen. Der Belgier war schnell unterwegs. Einige zweitbeste WP-Zeiten konnte sich Neuville gutschreiben lassen. Hyundai ist auf dem richtigen Weg und wird in Mexiko den Lernprozess fortsetzen. Mittelfristig ist mit dem Hyundai Shell World Rally Team zu rechnen. So sieht es auch Hyundai-Teamchef Michel Nandan: „Insgesamt betrachtet, hatten wir eine harte, aber generell positive Woche hier in Schweden. Wir wussten, dass unsere Herangehensweise, in der Rallye-WM zu starten und unsere Lernphase öffentlich zu durchlaufen, eine Herausforderung sein würde. Deshalb war es wichtig für uns, diese Rallye mit beiden Autos zu beenden.“ Das Ziel wurde erreicht, das Selbstvertrauen ist da und der Lernprozess geht weiter. Mitte der Saison dürfte Hyundai erste WP-Siege einfahren können!

 

maxresdefaultKUBICAErfahrungswerte sammelte in Schweden auch Robert Kubica. Der Ex-F1-Pilot ließ es wieder einmal richtig krachen, mit den für Kubica typischen Ergebnissen. Auf der 20. Wertungsprüfung blieb Kubica in einer langezogenen Linkskurve vermutlich ein wenig zu lange auf dem Gas. Der Fiesta des Polen verlor die Bodenhaftung und zum dritten Mal stopfte Kubica seinen Dienstwagen in den schwedischen Straßengraben. Am Ende der Rallye fehlten Kubica etwas mehr als 36 Minuten auf die Spitze. Der 24. Gesamtrang ist ein äußerst schwacher Trost für den WRC2-Weltmeister, der Anfang des Jahres den österreichischen EM-Lauf und die ERC Ice Masters Trophy gewinnen konnte. Kubicas Lernprozess führte auch in Schweden noch nicht zum Erfolg. Der Pole fährt immer noch nach dem Motto: Siegen oder Fliegen! Dabei hätte speziell in Schweden eine etwas ruhigere Gangart erfolgreicher sein können. Immerhin brachte Kubica seinen M-Sport Fiesta in einem Stück ins Ziel. Mit Ausnahme der Frontscheibe, die nach seinem dritten Abflug auf der Strecke blieb.

M-Sport Teamchef Malcolm Wilson wirds verschmerzen. Der Brite hält große Stücke auf Kubica und setzt auf den Lerneffekt: „Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass dies die schwierigste Rallye Schweden war, an die ich mich erinnern kann. Er kam ohne jede Erfahrung auf Schnee hierher und wenn er die Rallye noch einmal Revue passieren lässt, dann wird er feststellen, dass er an diesem Wochenende eine Menge gelernt hat.“ Hoffen wir das Beste! Denn auch mit dem vierten Rang durch Mikko Hirvonen kann man bei M-Sport nicht wirklich zufrieden sein.

Citroen ließ sich in Schweden nicht unterkriegen. Die Franzosen kämpften wacker und haben mit ‚Mad‘ Mads Östberg wieder einen jungen Kutscher mit Biß. Der Norweger ließ den DS3 WRC richtig fliegen und holte sich zwei WP-Bestzeiten. Mit den Bonuspunkten aus der Powerstage hat Östberg bereits 30 Zähler auf dem Konto. Der Norweger ist dritter der Gesamtwertung und die Hoffnung für Citroen. Gut möglich, das Citroen bereits darüber nachdenkt, Östbergs Gewicht in Gold aufzuwiegen. So wichtig ist der Neue bei Citroen bereits!

Bleibt noch ein kurzer Videorückblick auf die wirklich außergewöhnliche Rallye Schweden. Acht Minuten Drift-Spektakel mit hochfeinem O-Ton!

 

Am 6. März startet bereits der nächste WM-Lauf. In Mexiko warten mehr als 400 Kilometer knallharte Schotterpisten und sengende Hitze. Rund um Leon nimmt die Rallye-Weltmeisterschaft dann richtig Fahrt auf!

Alle Fotos (c) Volkswagen Motorsport, Hyundai Shell WRT, M-Sport WRT, Citroen WRT

3 Kommentare

  1. MCM Motor Club Mettmann

    Hut ab! Hast wieder mal eine Super Job gemacht und die Lust auf Rallye wieder geweckt. Große Klasse!

  2. Chris

    Auch von mir ein großes Dankeschön für die wie immer wieder tolle Berichterstattung und die wunderbaren Video-Links.

  3. RaceScoutHH

    Moin Moin und vielen Dank für die grossartigen Schweden-Stories!

    Beim Studieren des O-Ton Videos ist mir ein interessantes Detail aufgefallen. Polo, Hyundai und Citroen haben auf den Kuppen nahezu perfekte und neutral3 Flugphasen. Die Ford Fiesta sind dagegen ziemlich kopflastig. Ein grundsätzliches Problem? Oder unbedeutend? Ein Trimmrad haben die Kutscher ja nicht an Bord. Die Fiesta Flights sehen ziemlich heftig aus!

Kommentare sind geschlossen.