Porsche gewinnt Daytona

BRUMOS gewinnt Daytona 2009

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Porsche gewinnt Daytona. Eine Schlagzeile wie aus den guten alten Zeiten der Gruppe C Ära. Die 47. Auflage des Langstreckenklassikers war ein fabelhafter Saisonauftakt mit einigen, für unsere amerikanischen Sportfreunde geradezu sensationellen Ergebnissen.

Nach 24 Stunden oder 735 Runden gewann das BRUMOS Team aus Jacksonville mit einem von Porsche angetriebenen Daytona-Prototypen. David Donohue, Sohn jenes legendären Mark Donohue, pilotierte das Siegerauto exakt 40 Jahre nach Papas grandiosem Daytona-Sieg über die Ziellinie. Das zweitplazierte Auto, der Ganassi-Lexus mit J.P.Montoya folgte im sagenhaften Abstand von 0,6 Sekunden. Wohlgemerkt, nach 24 Stunden Rennbetrieb!

Montoya versuchte in der letzten Stunde wirklich alles und quetschte aus seinem Sportgerät die letzten Reserven heraus. Im Infield lag der Kolumbianer immer in Schlagdistanz, doch selbst mit 110% Einsatz war am BRUMOS-Porsche kein Vorbeikommen. Auf den langen Geraden zog das bärenstarke Porsche-Triebwerk dem Lexus befeuerten Montoya auf und davon. BRUMOS holte sich neben dem Sieg auch den dritten Gesamtrang. Mit 5,5 Sekunden Rückstand war Rennopa und Teambesitzer Hurley Haywood im zweiten BRUMOS-Porsche ebenfalls nicht gerade langsam unterwegs. Der inzwischen 61 Jahre alte Haywood zählt halt immer noch zu den besten Sportwagenpiloten der Welt. Weitere 5 Sekunden dahinter folgte der Suntrust-Ford mit Wayne Taylor, Pedro Lamy und Brian Friselle. Der fünfte Gesamtrang ging an den zweiten Ganassi-Prototypen mit Scott Dixon, Dario Francitti und Alex Lloyd im Cockpit. Nur zum sechsten Platz reichte es für Timo Bernhard im Penske-Porsche. In der Anfangsphase des Rennens lag das Trio mit dem deutschen Ex-Spyder Kutscher noch vielversprechend in Führung. Doch Schäden an der Antriebswelle und ein Getriebewechsel warfen das Team am Sonntagmorgen zurück. Der sechste Rang beschert dem Penkse-Team wertvolle Punkte in der gerade beginnenden GrandAm Meisterschaft. Außerdem sicherte sich Penske die meisten Führungsrunden und die schnellste Runde des Rennens.

Das 47. Rolex 24 At Daytona war ein echtes Race To Remember. Ein Rennen der Rekorde mit dem knappsten Zieleinlauf in der Geschichte und mit den meisten Gelbphasen (25 für 117 Runden). Ein Rennen, das die Sportwagengemeinde auf eine attraktive und spannende Saison 2009 hoffen läßt.

Wäre da nicht diese kleine Krise . . .

Da lese ich heute zum Beispiel, das beim F1 Rennstall von Frank Williams weitere 15 Millionen Euro an Sponsorgeldern auf der Kippe stehen. Die krisengeschüttelte Royal Bank Of Scotland (RBS) denkt wohl über einen Aussteig aus der Formel Eins nach. In Bankerkreisen ist die Rede von Umstrukturierungen. Fakt ist aber: Die goldenen Zeiten sind erstmal vorbei. Selbst der Kimi scheint darüber nach zu denken, ob er im Eckelsteins auch 2009 noch sein Freibier bekommt. Der Ferrari-Werksfahrer düste am Wochenende als Rallyepilot durchs arktische Lappland und duellierte sich mit Mika Hakkinnen. Kimi wurde dreizehnter, Mika immerhin neunzehnter.

Egal in welche Motorsportart wir schauen, die Sponsoreinnahmen gehen dramatisch zurück. N-Technology sperrt seinen WTCC-Rennstall zu und hinterläßt im Fahrerlager der Tourenwagen WM eine Lücke.  Audi und Peugeot dampfen die Einsätze in den Sportprototypenserien ein. In Le Mans macht man sich Gedanken über gerade mal 15 Nennungen nach Ablauf der Nennfrist. Und plötzlich rutscht auch HWA, die für Mercedes die DTM-Aktivitäten organisieren, in die Krise. Die Aktien des von Hans-Werner Aufrecht gegründeten Unternehmes wurden von den Analysten der Close Brothers Seydler Research inzwischen auf „hold“ herabgestuft. Noch im August 2008 waren die Analysten von Close Brothers zuversichtlich und rieten zum Kauf, trotz der enttäuschenden Halbjahreszahlen der HWA.

Auch die A1GP hat finanzielle Sorgen. Wie man liest, konnte die Serie zuletzt nicht einmal mehr die Rechnungen für die Ferrari-Motoren begleichen. Vor dem Rennen am Wochenende im neuseeländischen Tauppo lagen die Materialkisten der A1GP-Serie beschlagnahmt im Hafen von Kuala Lumpur. Gut, der Tross kam noch pünktlich in Neuseeland an. Adam Carroll/Team Ireland gewann das Sprintrennen. Der Sieg im Hauptrennen ging an Neel Jani/Team Schweiz. Doch trotz dieser sportlichen Ergebnisse, die A1GP hat inzwischen mehr Probleme als der Serie lieb sein kann. Es ist kein Geheimnis mehr, das die eigentlich doch recht gute und spannende Serie vor zwei Wochen fast vor dem Aus stand. Inzwischen ist zwar die Rede von einem neuen Kapitalgeber, angeblich will ein Multimilliardär aus den Fernen Osten den World Cup Of Motorsport retten. Doch es ist wie so oft, nichts genaues weiss man nicht. Ich würde mir wünschen, das es wirklich zu einer Finanzspritze kommt und das Rennen in Tauppo nicht das letze der A1GP war.

Einzig Formel Eins Zampano Bernie Ecclestone macht in Zweckoptimismus. Vor einigen Tagen sprach Bernie in einem Interview mit der dpa davon, das die Werksteams doch bitteschön drei Autos ins Rennen schicken mögen.

Bernies Angst, zum Saisonstart Ende März in Melbourne nur 18 F1 Kutschen am Start zu sehen, scheint irgendwie begründet.

Einen schönen Tag noch.

1 Kommentar

  1. montoya42

    Der Montoya kann ja nicht immer gewinnen…..
    Klasseleistung von Brumos und Haywood, der Alte hat es ja wohl doch noch drauf. Hätt ich nicht wirklich gedacht.

    Und wegen der kleinen Krise: Vielleicht bringt der Eckelstein jetzt auch ’ne Abwrackprämie ins Spiel. Für jedes kaltverformte F1-Auto gibt 2.500 äää neee, wir wollen nicht geizig sein… 25.000 Euro! 😉

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