F1 USA: Vettel in der Wartschleife

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Eine perfekte Kulisse, ein großartige Kurs, Sebastian Vettel hatte im texanischen Austin den Matchball auf dem Gaspedal. Doch ein ausgefuchstes Taktikspielchen der roten Konkurrenz und ein sauschneller Lewis Hamilton verhagelten die vorzeitige Titelverteidigung. Sebastian Vettel und Red Bull sind in der Warteschleife.

Lewis Hamilton hat in den USA eine weiße Weste. Der McLaren-Pilot gewann im Laufe seiner Karriere alle nordamerikanischen WM-Läufe. Nach 2007 in Indianapolis holte der zukünftige Mercedes-Beweger gestern den Grand Prix Sieg im texanischen Austin. Sebastian Vettel wurde zweiter und mußte zittern. Denn ausgerechnet am Schwesterauto von Mark Webber traten wieder Probleme auf. Erst meldete sich das KERS ab, wenig später gab die verflixte Lichtmaschine wieder ihren Geist auf. Vettels Renner blieb aber von derlei Unbill verschont, doch der vorzeitige WM-Titel war schon nach dem Start nicht mehr realistisch. Fernando Alonso katapultierte sich in der ersten Kurve bereits auf den vierten Platz. Das dem Spanier dabei ein Griff in die Tiefen der Regelwerk-Trickkiste half, soll nicht unerwähnt bleiben.

Ferrari entschied sich vor dem Rennen, das Siegel an Felipe Massas Getriebe zu brechen. Natürlich war das Teil nicht kaputt, dennoch mußte Massa fünf Plätze zurück. Vorteil Alonso, der dadurch vom haftungsarmen Startplatz Acht auf die schnelle Seite der Piste wechseln konnte. Von Platz Sieben startend zündete Alonso am Start ein Feuerwerk und überholte Nico Hülkenberg, Michael Schumacher und Kimi Räikkönen. Klar, der vorgetäuschte Getriebewechsel war ein fieser Trick. Aber er führte zum Erfolg. Ferrari arbeitet im finalen Kampf um den Titel mit allen Mitteln. Das ist durchaus legitim!

Webbers Ausfall spülte Alonso auf den dritten Platz. An der Spitze spürte Vettel inzwischen den heißen Atem Hamiltons, der formatfüllend in Vettels Rückspiegel auftauchte. Doch erst die 42. Runde brachte die Entscheidung. Im Überrundungsverkehr nutzte Hamilton seine Chance und zog auf der langen Geraden an Vettel vorbei. Der Red Bull Pilot tobte im Funk und fühlte sich wohl von einigen Backmarkern behindert. Nicht meckern, Vettel! Gas geben! So sah das wohl auch der Red Bull Kommandostand. Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin funkte seinen Schützling an: „Wir haben es gesehen, aber du musst dich weiter konzentrieren.“

13 Punkte Vorsprung hat Sebastian Vettel nun auf Verfolger Alonso. Wenn am kommenden Wochenende in Sao Paulo der Saisonvorhang fällt, muß der Ferrari-Pilot unbedingt auf Sieg fahren. Doch selbst bei einem Grand Prix Erfolg des Spanier reicht Vettel ein vierter Platz und der WM-Hattrick ist im Sack! Allerdings sollten wir das Finale von Sao Paulo nicht unterschätzen. Die Wetterlage am Rennwochenende dürfte aus heutiger Sicht extrem spannend werden. Für Sao Paulo ist leichter bis mäßiger Regen vorhergesagt!

 

WTCC Macao: Chevy sagt Bye Bye

Rob Huff ist der neue Tourenwagen-Weltmeister. Die Herstellerwertung ging an Chevrolet, die sich nun aus der WTCC verabschieden. Acht Jahre waren die Blue Boys in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft am Start. In den letzten drei Jahren räumte die Truppe um das RML-Team alle Titel ab. Rob Huffs Titelgewinn bedeutet das Ende einer Ära, denn Chevrolet stellt seine Rennaktivitäten in der WTCC ein.

„Es ist schwierig, zu realisieren, dass jetzt alles vorbei ist“, erklärte Alain Menu in Motorsport-Total. „In gewisser Weise schließe ich den Kreis, denn 2006 habe ich in Brands Hatch das erste Rennen für Chevrolet gewonnen und jetzt das letzte. Dass wir die WTCC mit einem Dreifach-Sieg verlassen, ist großartig.“

Rob Huff machte die Titelentscheidung noch einmal extrem spannend, doch am Ende reichte es zum verdienten Erfolg. Die WTCC geht weiter, auch ohne das Chevrolet-Werksteam. Honda ist da und überraschte auch in Macao mit feinen Leistungen. Lada kommt mit James Thompson, Alex Dudukalo und Lukoil-Geldern! Wahrscheinlich, das auch die Chevrolet Cruze im kommenden Jahr wieder eine Rolle spielen werden.

Noch ist allerdings unklar, ob Huff, Menu und Muller Cockpits ergattern. Schade wäre es, wenn die Nummer 1 des Weltmeisters im kommenden Jahr fehlen würde. Natürlich schließt sich die WTCC nicht ohne Tom Coronels Video. Der fliegende Holländer im ROAL-BMW lieferte wieder einmal großartige Bilder vom Tourenwagen-Finale im Spielerparadies Macao…