WTCC: Kommen und Gehen

Guten Morgen aus Düsseldorf!

„Volvo wird 2012 kein offizielles Werksteam in der WTCC an den Start bringen.“ Volvo-Motorsportchef Derek Crabb verkündete gestern offiziell das endgültige Aus des Evaluationsprojektes aus dem Vorjahr. Schade, das Volvo Projekt der schwedischen Polestar-Truppe sorgte in der zurückliegenden Saison fraglos für Begeisterung. Mit der Umstellung auf den 1.6 Liter Turbo war der blaue „Schwedenhappen“ sogar konkurrenzfähig. Das die chinesischen Volvo-Besitzer klamm und heimlich den Stecker für die Tourenwagen-WM zogen, war jedoch schon seit Wochen absehbar. Zwar schmerzt der Verlust der wackeren Volvo-Mannschaft, doch das Starterfeld der WTCC bekommt attraktiven Zuwachs. Das britische Team Aon rund um Arena Motorsport wird zwei Ford Focus an den Start bringen, die von Tom Chilton und James Nash pilotiert werden!

Chilton, Nash und das Team Aon sind keine Unbekannten. James Nash ist der aktuelle Independent Champion der britischen Tourenwagenmeisterschaft. Tom Chilton holte den Independent-Titel bereits im Jahr 2010. Mit Ford betritt ein Hersteller die WM-Szene, der im Tourenwagensport einen ganz großen Namen hat und als durchaus erfolgsverwöhnt gilt. Die Fahrzeuge haben ihre ersten Tests bereits erfolgreich absolviert und ich bin sehr gespannt, wie sich die Ford-Truppe beim WM-Auftakt präsentiert. Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft überrascht vor Saisonbeginn mit vielen guten Nachrichten. Bereits Anfang Februar meldete sich Honda zurück. In Japan wird ein Civic entwickelt, der bereits in diesem Jahr sporadisch an der WM teilnehmen wird. 2013 will Honda mit zwei Teams in der WTCC an den Start gehen. Auch LADA und James Thompson planen ein Comeback. „Catweazle“ und der russische Automobilhersteller einigten sich, das im Jahr 2009 beendete WM-Projekt wieder aufzugreifen. Thompson will den neuen Lada Granta bereits im Verlauf der 2012er Saison an den Start bringen. Der komplette WM-Einsatz für die britisch-russische Paarung ist ab 2013 geplant.

Es ist also mehr Kommen als Gehen in der WTCC. Die Freunde des gepflegten Motorsports aus dem Dorf an der Düsseldorf finden’s Klasse! Das die kurzen, knackigen Sprintrennen in diesem Jahr von 50 auf 60 Kilometer verlängert werden, ist gleichfalls eine gute Idee. Die Renndistanz bleibt trotzdem übersichtlich und die Spannung gegen Rennende wird deutlich zunehmen. Das Qualifying wird erstmals in diesem Jahr mit Punkten belohnt. Die fünf Besten im zweiten Qualifying erhalten WM-Zähler nach dem Schema 5-4-3-2-1. Die Startaufstellung des ersten Rennens basiert auf den kombinierten Zeiten aus Q1 und Q2. Beim zweiten Lauf des Wochenendes werden die Top 10 aus Q2 in umgekehrter Reihenfolge an den Start gehen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Der neue Qualifying-Modus soll den Startplatz-Poker des Vorjahres nun endgültig ausmerzen.

Viel los in der WTCC, die am 11. März in Monza beginnt. Inzwischen sind auch alle Unklarheiten bezüglich des Terminkalenders geklärt. Der abgesagte Lauf in Argentinien wird ersetzt durch ein Rennwochenende in Bratislava. Der aktualisierte Rennkalender umfasst 12 Veranstaltungen auf 4 Kontinenten, ist also fraglos WM-würdig.

  • 11. März – Monza
  • 01. April – Valencia
  • 15. April – Marrakesch
  • 29. April – Bratislava
  • 06. Mai – Budapest
  • 20. Mai – Salzburg
  • 03. Juni – Estoril
  • 22. Juli – Curitiba
  • 23. September – Sonoma
  • 21. Oktober – Suzukua
  • 04. November – Shanghai
  • 18. November – Macao

Gefahren wird in diesem Jahr erstmals in Bratislava und auf dem Infineon Raceway im kalifornischen Sonoma. Der kurze Tian Ma-Circuit von Shanghai wird durch den Grand Prix Kurs ersetzt.

Und dann ist da nochmal…

…Ford! Bei der Monte haben wir’s vermisst. Zur Rallye Schweden hat die Ford WRC Mannschaft ihr Kamerateam wieder mit dabei!

 

Die Rallye Schweden birgt noch ein paar Überraschungen. Das MINI-Prodrive Team geht nicht an den Start. Stattdessen setzt MINI auf das WRC Team MINI Portugal mit Armindo Araujo und Paul Nobre, die allerdings keine Punkte für die Herstellerwertung sammeln. Die Situation um Prodrive wirkt auch in Schweden noch nach. Dani Sordo, einer der großen MINI – Bändiger, steht derzeit ohne Cockpit da. So vieles ist im Unklaren mit MINI und Prodrive.

Die Mutter BMW wäre gut beraten, die ärgerliche Situation rund um das Prodrive WRC Team möglichst schnell und sauber zu klären.