F1: Red Bull RB8 – Colani läßt grüßen

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Gestern hat auch Red Bull sein lang gehütetes Geheimnis gelüftet. Sebastian Vettel hat eine Neue! Intern heißt der Renner noch RB8, der Tradition des Teams folgend wird Vettels Gefährt in nächster Zeit ganz sicher wieder einen sexy Mädchennamen erhalten. Allerdings, Vettels Lady wirkt eher bieder und kommt, der aktuellen Mode gehorchend, mit Höcker daher. So richtig attraktiv ist Vettels Neue also nicht. Als passender Name käme mir da sofort „Ugly Uschi“ in den Sinn. Aber, Scherz beiseite!

Beim Red Bull RB8 hat der Nasenhöcker sogar einen praktischen Nutzen. Chefdesigner Adrian Newey hat der Stufe eine Funktion zugedacht. Die frontseitigen Lufteinlässe des Renners sind in die Nasenhöcker verlegt worden. Das wird ganz sicher für Gesprächsstoff sorgen. Red Bull beweist mit den Luftschlitzen Mut zur Lücke, so neu ist diese Idee allerdings auch nicht.

Bereits 1972 experimentierte der begnadete Designer Luigi Colani an einer vergleichbaren Lösung. Das Ergebnis seiner Arbeit war der Eifelland F1 Typ 21, der von Rolf Stommelen gefahren wurde. Der Rolf mühte sich redlich mit dem gewöhnungsbedürftigen Formel 1 und kam bei acht Starts immerhin sechsmal ins Ziel. Doch noch vor Ende der Saison 1972 hatte das Eifelland F1 Experiment ein Ende. Rolf Stommelen erhielt das Auto und zwei Motoren als Ausgleich für seine Lohnforderungen und verkaufte den Wagen nach England. Dort tauchte das Fahrzeug im Jahr 1976 bei einem Schrotthändler wieder auf. Erwin Derichs, Stommelens ehemaliger Rennmechaniker, kaufte die Teile auf und begann im Jahr 2002 mit der Restaurierung des exotischen Fahrzeuges. Beim Oldtimer Grand Prix des Jahres 2010 rollte der neu aufgebaute Bolide wieder auf dem Nürburgring. Leider nur für eine Runde, denn auch nach der Restaurierung litt der Eifelland F1 Typ 21 an den thermischen Problemen, die ihn bereits 1972 als Flop kennzeichneten.

Dies dürfte beim RB8 wohl ausgeschlossen sein. Sebastian Vettel und Teamchef Christian Horner stapeln dementsprechend hoch: „Wir wollen beide Titel in der gleichen Art und Weise gewinnen, wie wir sie 2011 gewonnen haben.“ Man darf gespannt sein, denn der „Red Bull Faktor“ fällt in diesem Jahr merklich geringer aus. Schließlich haben die technischen Kommissare dem von Red Bull perfektionierten System des von Auspuffgasen angeblasenen Diffusors ein Schnippchen geschlagen. Doch Red Bull hat sich Gedanken gemacht: „Es gibt natürlich schon Dinge, an denen wir getüftelt und gefeilt haben“, meinte Vettel vielsagend. Um welche Details es sich dabei handelt, bleibt wie so oft ein großes Geheimnis.

Der neue RB8 erlebt heute im spanischen Jerez seine Jungfernfahrt. Am Steuer wird Mark Webber sitzen. Sebastian Vettel greift erst am Donnerstag ins Lenkrad. Einen aktuellen Live-Ticker vom ersten Test des Jahres gibt es hier.

 

WRC: MINI geht neue Wege

Ein dürres Pressestatement kündigte es gestern an. BMW und Prodrive gehen neuen Wege. Gleichzeitig entzieht MINI dem Team Prodrive die Werksautos. Der Werkseinsatz der MINI’s wird künftig durch das WRC MINI Team Portugal bestritten. Dani Sordo soll wohl bei MINI bleiben, verliert allerdings den Status eines Werksfahrers. Nachwievor ist die Situation bei MINI und Prodrive nebulös. Trotzdem, eine gute Nachricht! Denn BMW und Tochter MINI bleiben der WM erhalten. BMW meldete, das :“… der MINI John Cooper Works WRC bis einschließlich 2018 in der Königsklasse des Rallyesports und weiteren Serien nach FIA-Reglement eingesetzt werden kann.“

So spektakulär die WRC auch ist, momentan läuft einiges schief in der Rallye-Weltmeisterschaft. Wir stehen kurz vor dem Start der Rallye Schweden und bisher ist noch nicht klar, ob bewegte Bilder im TV zu sehen sein werden. Eurosport und die FIA konnten sich nicht einigen, nun sollen die lokalen Veranstalter die Verantwortung für die TV-Bilder übernehmen. Die Schweden wollen es dem Automobile Club De Monaco nachmachen, der die Senderechte an der Rallye Monte Carlo weltweit an TV-Sender verkaufte. Der schwedische Rallye-Direktor Glenn Olsson ist optimistisch. Aber sputen muß er sich, schließlich startet die Rallye Schweden bereits am Donnerstagabend mit der ersten Prüfung.

1 Kommentar

  1. Klebe Michael

    Hallo,der Bericht über den restaurierten Eifelland ist nicht ganz richtig.Ich habe selbst bei der Restaurierung und den Einsätzen geholfen und wir sind zum ersten mal beim Truck GP 2010 auf dem Ring gefahren.Damals sind wir ca. 20 Runden ohne Probleme gefahren.Beim Oldtimer GP 2010 hatten wir einen Motorschaden,welcher aber nichts mit thermischen Problemen zu tun hatte.2012 sind wir dann nochmals zur letzten Wirkungsstätte von damals zurückgekehrt.Wir haben bei der Eröffnung des RRed Bull Rings teilgenommen.Leider ist uns dann beim freien Training am Freitag in der dritten Runde ein Pleuel abgerissen.
    So wie mir Erwin Derichs damals berichtet hat,traten die thermischen Probleme auch nur bei den ersten Testfahrten in Hockenheim auf,weil damals die komplette Verkleidung am Auto montiert war.Beim ersten Auftritt in Kyalami hat das Auto recht gut funktioniert.
    Schöne Grüße aus der Eifel

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