Dakar 2022: Aller guten Dinge sind Drei!

Audi holte sich auf der 10. Etappe den dritten Tagessieg. Nach Carlos Sainz und Mattias Ekström war nun Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel an der Reihe!

Der amerikanische Teenager Seth Quintero schrieb Rallye-Dakar-Geschichte, als er mit seinem 10. T3-Etappensieg auf der 10. Etappe den Rekord für Etappensiege bei einer einzelnen Dakar einstellte, während Stéphane Peterhansel ebenfalls seinen ersten Etappensieg bei der diesjährigen Ausgabe errang.

In den Autos holte Peterhansel seinen ersten Etappensieg bei der Rallye und sorgte dafür, dass alle drei Audi Sport-Piloten bei ihrem Dakar-Debüt jeweils einen Etappensieg einfuhren. Monsieur Dakar hat seinen Audi RS Q e-tron seit dem Ruhetag auf jeder Etappe in den Top 10 platziert. Damit setzt sich die positive zweite Woche für den Sieger von 82 Dakar-Prüfungen fort. Peterhansel wurde auf der Etappe von seinem Audi Teamkollegen Carlos Sainz verfolgt, der als Tageszweiter ins Ziel kam.

Der Führende Nasser Al-Attiyah wurde mit einer Fünf-Minuten-Strafe belegt, weil er sich nach einem Reifenschaden auf der 8. Etappe nicht schnell genug angeschnallt hatte, doch der Toyota Gazoo Racing-Mann hat immer noch einen Vorsprung von über 30 Minuten.

Der neunfache WRC-Sieger Sébastien Loeb ist auf jeder Etappe hinter Al-Attiyah her. Der Franzose befindet sich seit über einer Woche im Angriffsmodus, aber der Rückstand auf seinen katarischen Rivalen beträgt immer noch 32.40 Minuten, und leider scheint Loeb nun die Straße auszugehen.

Bei den T3 hat Quintero seine Mission erfüllt und seine 10. T3-Etappe bei dieser Dakar gewonnen. Der Fahrer des Red Bull Off-Road Junior Teams hat nun mit Pierre Lartigue den Rekord für die meisten Etappensiege bei einer einzigen Dakar eingestellt. Der 19-jährige Quintero hat nun noch zwei weitere Etappen vor sich, um den Rekord auszubauen. Quintero wurde von seiner Teamkollegin Cristina Gutiérrez verfolgt, die ihren OT3 auf den zweiten Platz der Etappe brachte. Die Gesamtwertung des T3-Rennens wird weiterhin von Chaleco Lopez angeführt, wie auch schon seit dem Ende der Etappe 2.

Der Führende in der Truck-Klasse, Dmitry Sotnikov, baute seinen Vorsprung mit einer weiteren dominanten Fahrt zum Etappensieg aus. Der Fahrer des Team Kamaz Master ist auf dem besten Weg, die Dakar zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen. Sotnikov baute seinen Vorsprung auf über 10 Minuten vor seinem Kamaz-Teamkollegen Eduard Nikolaev aus. Mit dem drittplatzierten Anton Shibalov und dem viertplatzierten Andrey Karginov liegt das Team Kamaz Master derzeit mit einem 1-2-3-4 an der Spitze der Gesamtwertung.

Kampf mit den Dakar-Elementen: Scheich Khalid Al-Qassimi und Dirk von Zitzewitz machten am zehnten Tag der Rallye Dakar erneut Bekanntschaft mit dem Staub. Rund 160 Kilometer steckten sie in Staubfahnen langsamerer Konkurrenten fest, an Überholen war mangels Sicht nicht zu denken. Dennoch erreichte das Duo trotz des Handicaps betagtem Materials nur 18.06 Minuten hinter den Tagessiegern und Audi-Piloten Stéphane Peterhansel/Edouard Boulanger das Ziel. Die souveräne Gesamtführung halten weiter Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel im Toyota Hilux T1+.

Schnelle Sandpisten zu Beginn, verwundene Pfade durch Täler und schmale Bergpässe im mittleren Abschnitt und einem Schlussspurt durch Täler mit sandigen Wadis – das war die Tagesaufgabe für Fahrer und Beifahrer. Letztere mussten besonders beim Tagesfinale ihre Sinnen beisammen haben, um mit der Navigation keine Zeit zu verlieren

„Eine anstrengende Etappe, hat sehr sehr schnell angefangen, erst dann wurde sie tricky. Leider hatten wir 160 Kilometer lang Staub vor uns und sind nicht vorbeigekommen. An einer kniffligen Navigationsstelle haben wir zwar kurz nichts gesehen, aber uns schnell durchgefunden und so viele Konkurrenten überholt. Die letzten 80 Kilometer ist Scheich Khalid Al-Qassimi dann richtig gut gefahren, wir haben noch weiter überholt und richtig laufen lassen. Ich wünschte, wir hätten die ganze Etappe so fahren können – dann wäre es ein tolles Ergebnis geworden!“ Dirk von Zitzewitz über die zehnte Etappe 10 Dakar 2022.

Das heutige Programm:
Etappe 11 (Bisha–Bisha)
Prüfungskilometer: 346 km
Gesamtdistanz: 501 km
Start/Ziel: 07:35/11:28 Uhr (MEZ)

Die Schleife um Bisha am vorletzten Rallye-Dakar-Tag 2022 wird von vielen als Königsetappe angesehen. Hier könnte es für die vorn Platzierten im Gesamtklassement noch einmal zur Sache gehen. Andere fassen ein gutes Tagesergebnis ins Auge.

„Es sieht so aus, als wolle uns der Veranstalter auf der vorletzten Etappe noch einmal so richtig auf die Probe stellen. Es sind nicht mal viele Kilometer, nur 345 Km. Sonderprüfung. Sehr, sehr weiche Dünen, viele Dünen, alle Arten von Dünen. Harte, weiche, große, kleine, die ganz kleinen. Und die kleinen sind die schlimmsten, gerade weil wir mit unserem Hecktriebler-Buggy wenig Traktion haben. Und das ganze wird mit einer anspruchsvollen Navigation gepaart – also mit einem schlechten Roadbook. Vor dieser Etappe darf man getrost ein bisschen Angst haben. Und erst danach erlauben sich Gedanken an das ‚Dakar‘-Ziel in Dschidda!“ Dirk von Zitzewitz vor Etappe 11 der Rallye Dakar.

Dakar Rally – Ergebnis SS10
1. S. Peterhansel / E. Boulanger – Audi – 2h 52m 43s
2. C. Sainz / L. Cruz – Audi – 2h 54m 49s
3. O. Terranova / D. Oliveras – BRX – 2h 56m 42s
4. H. Lategan / B. Cummings – Toyota – 2h 56m 54s
5. S. Loeb / F. Lurquin – BRX – 2h 57m 08s
6. J. Przygonski / T. Gottschalk – MINI JCW Buggy – 2h 58m 31s

Gesamtwertung nach SS10
1. N. Al-Attiyah / M. Baumel – Toyota – 33h 13m 37s
2. S. Loeb / F. Lurquin – BRX – 33h 46m 17s
3. Y. Al-Rajhi / M. Orr – Toyota – 34h 09m 25s
4. O. Terranova / D. Oliveras – BRX – 34m 42m 55s
5. J. Przygonski / T. Gottschalk – MINI JCW Buggy – 34h 54m 39s

Fotos (c) MCH Foto, Red Bull Content Pool, Toyota Gazoo Racing