Dakar 2022: Toyota hat alles unter Kontrolle!

Der Teenager Seth Quintero steht kurz davor, Rallye-Dakar-Geschichte zu schreiben, nachdem er in Saudi-Arabien seinen neunten Sieg bei der Ausgabe 2022 errungen hat, während der Südafrikaner Giniel De Villiers am Dienstag einen Etappensieg errang!

Eine knifflige 287 km lange Schleifenetappe rund um das Wadi Ad-Dawasir-Biwak war die Aufgabe der 9. Etappe, wobei die hügelige Rennstrecke Canyons und Hochebenen sowie dazwischen viele Dünen aufwies. Im Autorennen feierte De Villiers seinen 18. Dakar-Etappensieg. Der Champion von 2009 liegt nun auf dem fünften Platz der Gesamtwertung und ist auf der Jagd nach seinem neunten Podiumsplatz in seiner bedeutenden Dakar-Karriere. De Villiers‘ Toyota Gazoo Racing Teamkollege Nasser Al-Attiyah kontrolliert die Rallye weiterhin vom ersten Platz der Gesamtwertung aus, während Sébastien Loeb dem Katarer immer noch alles abverlangt, da er auf den ersten 35 Kilometern der Wertungsprüfung einen Schnitt von 158 km/h fuhr, bis ihn ein Reifenschaden spät aufhielt.

In der T3-Kategorie war es eine bekannte Geschichte: Der 19-jährige Amerikaner Quintero fuhr zum neunten Mal die schnellste Zeit und braucht nur noch eine weitere, um den Rekord von Pierre Lartigue aus dem Jahr 1994 zu brechen. Cristina Gutiérrez, die ebenfalls für das Red Bull Off-Road Junior Team fährt, wurde Zweite und liegt nun auf Platz vier der Gesamtwertung, während Chaleco Lopez (CHL) immer noch die Gesamtwertung anführt.

Es war eine weitere solide Etappe für das Trio von Audi Sport: Carlos Sainz, Stéphane Peterhansel und Mattias Ekström fuhren in ihren Audi RS Q e-trons alle in die Top 10.

Der Russe Eduard Nikolaev vom Team Kamaz Master beendete den Tag mit der besten Truck-Zeit und liegt in der Gesamtwertung acht Minuten hinter dem Vorjahressieger Dmitry Sotnikov auf Platz zwei.

Scheich Khalid Al-Qassimi und Dirk von Zitzewitz haben am neunten Tag in der Wüste richtig angepackt. An ihrem betagten Peugeot-Buggy, der von Abu Dhabi Racing eingesetzt wird, sprang ein Reifen von der Felge, das Duo fuhr sich deshalb an einer Düne fest und musste entsprechend graben. Dennoch blieben sie trotz dieses Zwischenspiels nur rund 23 Minuten hinter dem Tagesschnellsten. Während der Peugeot-Buggy auf Hinterradantrieb setzt, vertraut die Konkurrenz auf neu entwickelte Prototypen nach T1+-Reglement – den entsprechenden technischen Vorteil inklusive. Tag neun führt über viele parallel verlaufene und teils enorm schmale Pfade, einige komplizierten Dünenquerungen und durch Wadis und Täler, in denen die Navigatoren gefragt waren. Das Ende war gebildet von schnellen Sandpisten, in denen Passagen durch Täler nur zwischenzeitlich das Tempo drosselten. „Eine superschnelle Etappe, die sehr viel Spaß gemacht hat. Mit tollen Bergpassagen, Trial war dabei und coole Dünen – leider sehr weiche. Genau dort ist uns ein Reifen von der Felge gesprungen und wir haben uns an der Stelle festgefahren. Da hat uns die ‚Dakar‘ nochmal gezeigt, wer der Boss ist. Ansonsten ein super Tag!“ Dirk von Zitzewitz nach Etappe.

Der Ausblick auf heute:
Etappe 10 (Wadi ad-Dawasir–Bisha)
Prüfungskilometer: 375 km
Gesamtdistanz: 759 km
Start/Ziel: 07:05/11:27 Uhr (MEZ)

Die Rallye Dakar windet sich in Richtung Westen, es geht langsam wieder auf den Ausgangspunkt Dschidda zu. Zwischenstation ist Bisha, bevor anschließend eine Schleife ansteht, bevor das ersehnte Ziel in Reichweite kommt. „Es geht nach Bisha. Angeblich soll es keine Dünen geben, dafür wird es schnell und die Navigation spielt wieder eine Rolle. Ich erwarte viele Steine, Canyons. Nicht zu verachten, schon gar nicht zu unterschätzen. Ich denke, die Anforderung steigt nochmal zum Warmmachen, bevor mit Etappe elf einen Tag später womöglich die Königsetappe der Rallye Dakar ansteht!“ Dirk von Zitzewitz über doe 10. Etappe der Rallye.

Dakar Rally – Ergebnis SS9
1. G. De Villiers / D. Murphy – Toyota – 2h 23m 08s
2. H. Lategan / B. Cummings – Toyota – 2h 23m 17s
3. N. Al-Attiyah / M. Baumel – Toyota – 2h 24m 12s
4. M. Ekström / E. Bergkvist – Audi – 2h 25m 15s
5. S. Loeb / F. Lurquin – BRX – 2h 25m 19s

Gesamtwertung nach SS9
1. N. Al-Attiyah / M. Baumel – Toyota – 30h 10m 04s
2. S. Loeb / F. Lurquin – BRX – 30h 49m 09s
3. Y. Al-Rajhi / M. Orr – Toyota – 31h 08m 48s
4. O. Terranova / D. Oliveras – BRX – 31h 46m 13s
5. G. De Villiers / D. Murphy – Toyota – 31h 55m 05s

Fotos (c) DPPI, MCH Foto, Red Bull Content Pool, Toyota Gazoo Racing, Team Kamaz Master