Dakar 2022: Der Ruhetag, der keiner ist!

Mechaniker arbeiten sich während des wohlverdienten Dakar-Ruhetags die Finger wund und die Fahrer/Navigatoren jagen von einem Pressetermin zum nächsten. Der Dakar-Ruhetag, der keiner ist. Also werfen wir mal einen Blick zurück auf die Autos während der ersten Woche der Rallye!

Der Konvoi der Rallye Dakar 2022 legte mehr als 2.000 km über gefährliches Terrain zurück, bevor er am Ruhetag ankam. Während sich die Teilnehmer einen wohlverdienten Ruhetag gönnten, waren die Mechaniker damit beschäftigt, die Rennfahrzeuge für eine zweite Woche intensiver Offroad-Action einzustellen. Bereits heute starten die Teams von Riad aus zu weiteren 2.000 km, die sich auf sechs Wüstenetappen verteilen. Bevor die Action wieder losgeht, haben wir einige Stars herausgepickt und die neuesten Ergebnisse zusammengestellt. In der Fahrzeugkategorie hätte die erste Woche für Nasser Al-Attiyah nicht viel besser laufen können. In Kombination mit Beifahrer Mathieu Baumel und dem neuen Toyota Hilux T1+ sprechen die Ergebnisse für sich. Mit zwei Etappensiegen und einem Vorsprung von fast 50 Minuten in der Gesamtwertung ist der Katarer auf dem besten Weg zu seinem vierten Dakar-Titel. Al-Attiyah sagte: „Wir sind sehr glücklich, dass wir nach der ersten Woche der Rallye einen guten Vorsprung haben. Jetzt müssen wir uns nur noch darauf konzentrieren, das Rennen in der zweiten Woche der Dakar zu managen.“

Neben Al-Attiyah war die Spanierin Laia Sanz eine der Hauptdarstellerinnen. Es ist zwar nicht ihr Dakar-Debüt – sie hat bereits 11 Rallies auf dem Motorrad absolviert -, aber es ist ihr erstes Rennen auf vier Rädern. Zur Halbzeit der Rallye haben sich Sanz und ihr Beifahrer Maurizio Gerini mit jeder Etappe verbessert und sind weiterhin auf Kurs, ihren MINI ALL4 Racing ins Ziel zu bringen. Sanz sagte: „Die erste Woche war eine großartige Erfahrung. Sicher, wir hatten Probleme und haben Zeit verloren, aber wir kommen immer besser mit dem MINI zurecht und sammeln eine Menge Erfahrung. Unser Ziel für die kommende Woche ist es immer, unter die ersten 30 zu kommen, um uns eine gute Ausgangsposition zu sichern.“

Auch bei Audi ist man zuversichtlich. Sechs Podiumsplatzierungen in den Tagesergebnissen, zuverlässig funktionierende elektrische Antriebssysteme, volle Wettbewerbsfähigkeit beim Debüt und Faszination E-Mobilität bei der härtesten Rallye der Welt: Audi setzt mit seiner Innovationskraft bereits in der ersten Hälfte der Rallye Dakar Ausrufezeichen. „Was ich bis zum Ruhetag der Rallye Dakar von unserer Mannschaft gesehen habe, beeindruckt mich“, sagt Oliver Hoffmann, Audi-Vorstand für den Geschäftsbereich Technische Entwicklung. „Unser Team hat den Audi RS Q e-tron in Rekordzeit entwickelt. Auf Anhieb sind wir sportlich stark. Unsere Fahrer, Beifahrer und die gesamte Mannschaft zeigen eine tolle Teamleistung. Und unsere Zukunftstechnologie erfüllt die in sie gesetzten Erwartungen.“ Für große Begeisterung und hohe mediale Aufmerksamkeit sorgten Carlos Sainz/Lucas Cruz bereits am vierten Wettbewerbstag: Den dreimaligen Dakar-Siegern gelang auf der 338 Kilometer langen Prüfung von Al Artawiya nach Al Qaisumah in der saudi-arabischen Wüste der erste Etappensieg des Audi RS Q e-tron. Dabei erreichten die beiden Spanier einen Schnitt von 138 km/h – eine eindrucksvolle Zahl auf unbefestigten Strecken. Mit Jubel empfing das gesamte Team Audi Sport die beiden Tagessieger anschließend im Biwak.

In der Lkw-Kategorie ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Sieger der Dakar 2022 ein Fahrer des Team Kamaz Master sein wird, aber welcher? Titelverteidiger Dmitry Sotnikov führt zur Halbzeit vor Eduard Nikolaev. Nikolaev hat bereits vier Dakar-Siege eingefahren, wird die Erfahrung am Ende zählen? Oder wird Anton Shibalov von Platz drei der Gesamtwertung zu seinem ersten Dakar-Sieg aufbrechen? Nikolaev sagte: „Da unser Truck neu ist, waren wir in der ersten Woche im Testmodus. Jetzt, wo wir wissen, wie er sich auf diesem Terrain verhält, werden wir in der zweiten Woche unser Tempo erhöhen und angreifen.“ Das Truck-Rennen ist mehr als jede andere Kategorie bei der Dakar ein echter Mannschaftssport, und das Team Kamaz Master verkörpert den Geist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wie immer machten sich die vier Fahrer am Ruhetag die Hände schmutzig und arbeiteten mit den Mechanikern und Ingenieuren zusammen, um ihre Trucks für die zweite Woche vorzubereiten.

Die FIA-Weltcup-Siegerin von 2021, Cristina Gutiérrez, ist fest entschlossen, ihren Platz auf dem Gesamtpodium auch in der zweiten Woche zu verteidigen. Gutiérrez sagte: „Jetzt haben wir noch eine weitere Woche und es wird noch viel passieren. Im Moment sind wir zufrieden mit unserem Ergebnis und damit, wie wir als Team arbeiten. Wir müssen so weitermachen und in der zweiten Woche unser Bestes geben.“

Das Rennen wird am heutigen Sonntag mit einer 401 km langen Wertungsprüfung zwischen Riyadh und Al Dawadimi fortgesetzt. Die 7. Etappe beginnt mit rund 100 km Sanddünen, da der Dakar-Konvoi nach dem Ruhetag direkt ins kalte Wasser geworfen wird.

Fotos (c) Audi Communications Motorsport, Red Bull Content Pool, Team Kamaz Master, Team X-Raid, Toyota Gazoo Racing