WRC: Breen wird erster Puma-Pilot!

Die Mosaiksteine für die neue Ära in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft fügen sich an ihren Platz: Mit Craig Breen und Co Paul Nagle gibt M-Sport Ford die erste Besetzung für den neu entwickelten Ford Puma Hybrid Rally1 bekannt!

Das rein irische Fahrer-Beifahrer-Gespann geht ab Saisonbeginn 2022 für das Traditionsteam von Malcolm Wilson an den Start. Ihr erster Einsatz findet vom 20. bis 23. Januar bei der berühmten Rallye Monte Carlo statt. Der 31-jährige Breen und sein 43 Jahre alter Copilot haben einen Zweijahresvertrag bei M-Sport Ford unterschrieben und blicken zum ersten Mal in ihrer Karriere einem vollen WM-Programm entgegen. Am vergangenen Wochenende hat das Duo seine Schnelligkeit mit einem dritten Platz bei der WM-Rallye Finnland erneut unter Beweis gestellt.

Mit der Saison 2022 bricht eine neue Epoche in der Rallye-Weltmeisterschaft an. Sie wird von einem neuen technischen Reglement für die fortan Rally1 genannte Topklasse dieser Motorsportkategorie geprägt, das erstmals auf Turbo-Allradler mit innovativem Hybridantrieb setzt und auch die Verwendung von 100 Prozent regenerativ gewonnenem Bio-Kraftstoff vorsieht. Der von M-Sport und Ford entwickelte Puma Hybrid Rally1 löst im kommenden Jahr das erfolgreiche Fiesta World Rally Car (WRC) ab, das seit 2017 drei WM-Titel eingefahren hat. Das neue Wettbewerbsgerät basiert auf einer Gitterrohrrahmen-Konstruktion und kombiniert den rund 400 PS starken, 1,6 Liter großen Vierzylinder-Turbomotor mit einem Plug-in-Hybridsystem, das bis zu 136 PS (100 kW) an zusätzlicher Leistung temporär zur Verfügung stellen kann. Der Extraschub kommt den Rallye-Fahrern mehrmals pro Wertungsprüfung (WP) für jeweils drei Sekunden zugute. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer künftig die Verbindungsetappen rein elektrisch zurücklegen. Damit macht die Rallye-Weltmeisterschaft einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Craig Breen konnte den neuen Ford Puma Hybrid Rally1 auf dem Gelände von M-Sport in der britischen Grafschaft Cumbria bereits auf Schotter ausprobieren und zeigt sich von seinem neuen Arbeitsgerät begeistert. Im Oktober folgt ein ausführlicherer Test in Spanien, der auch Asphaltstrecken umfasst. Für ihn schließt sich mit der Beförderung zum Nummer-1-Werksfahrer ein Kreis: 2009 hat das Megatalent aus Waterford mit der irischen, der britischen und der internationalen Fiesta Sporting Trophy drei Meisterschaften in einer Saison für sich entschieden. 2010 ging er mit einem allradgetriebenen Fiesta S2000 in der britischen und irischen Rallye-Meisterschaft an den Start, eroberte bei der Ulster-Rallye seinen ersten Gesamtsieg und schnupperte in Finnland sowie bei der Wales-Rallye Großbritannien erstmals WM-Luft. 2011 nahm er mit einem Fiesta R2 an der sogenannten WRC Academy teil, der heutigen Junioren-Weltmeisterschaft. Als Belohnung für den Titelgewinn mit Laufsiegen in Deutschland und Großbritannien sprang für ihn im Folgejahr eine Saison am Steuer des Fiesta S2000 in der Rallye-Weltmeisterschaft heraus. Erneut ließ sich der Ire als Champion feiern. Seither ging Breen für verschiedene Marken in der WRC-Spitzenliga an den Start und ließ immer wieder mit Podiumsplatzierungen aufhorchen – eine komplette WM-Kampagne ergab sich für ihn bisher jedoch nicht. Eine reelle Chance, um die WM-Krone zu kämpfen, bekommt er erst jetzt am Steuer des Ford Puma Hybrid Rally1. Damit ist er auf der obersten Stufe der „Leiter der Möglichkeiten“ von M-Sport angekommen.

„Ich kenne Craig Breen schon sehr lange, bereits sein Vater gehörte zu unseren Kunden“, betont Malcolm Wilson, Geschäftsführender Direktor von M-Sport. „Craigs Karriere verfolge ich seit über zehn Jahren und habe gesehen, wie er am Steuer unserer Rallye-Fahrzeuge eine Stufe nach der anderen aufgestiegen ist – wir nennen diesen Weg ,Ladder of Opportunity‘, die Leiter der Möglichkeiten. Speziell in der laufenden Saison hat er mit einigen fantastischen Vorstellungen und hoher Konstanz für Aufsehen gesorgt, das ist uns nicht verborgen geblieben. Wir standen seit mehreren Monaten in engem Kontakt, darum freut es mich jetzt umso mehr, dass wir mit ihm in den kommenden zwei Jahren zusammenarbeiten werden. Mit dem Ford Puma Hybrid Rally1 haben wir ein Aufsehen erregendes neues Rallye-Auto entwickelt. Ich hege keinen Zweifel, dass beide zusammen großartige Erfolge feiern werden.“

Richard Millener, M-Sport Teamchef, ist optimistisch: „Ich kenne Craig, seitdem er zum ersten Mal in einem Rallye-Auto von M-Sport gesessen hat. Ich habe ihn bei seinen Einsätzen in den verschiedenen Fiesta Sporting Trophies als Koordinator dieser Meisterschaften erlebt – wir lachen oft darüber, dass sich unsere Karrieren praktisch im Gleichschritt bis auf WM-Ebene weiterentwickelt haben. Deswegen empfinde ich es als große Ehre, zusammen mit ihm in den kommenden beiden Jahren auf höchstem Level um Spitzenresultate kämpfen zu dürfen. Wir blicken der vermutlich spektakulärsten Ära des Rallye-Sports aller Zeiten entgegen. Ich bin mir sehr sicher, dass Craig und sein Beifahrer Paul Nagle für das Team tolle Ergebnisse erzielen und kann es gar nicht abwarten, dass es in wenigen Monaten bei der Rallye Monte Carlo endlich losgeht. Wir kümmern uns jetzt darum, beiden die Rückkehr zu M-Sport und die Gewöhnung an den Ford Puma Hybrid Rally1 so leicht wie möglich zu gestalten. Das ist für uns alle eine sehr aufregende Zeit.“

Für Craig Breen ist der Schritt zu M-Sport Ford folgerichtig: „Ich bin so glücklich und auch so stolz darauf, zusammen mit meinem Beifahrer Paul Nagle wieder zum Team M-Sport Ford zu gehören! Wir haben einen langen und kurvenreichen Weg in der Rallye-WM zurückgelegt, auf dem es – so wie bei einer aufregenden Wertungsprüfung – mal auf- und mal abwärts ging. Jetzt aber sind wir am Ziel angekommen und haben das ,Goldene Los‘ in der Hand, denn wir dürfen für eine der erfolgreichsten Marken dieses Sports um den WM-Titel kämpfen. Mit Ford verbindet mich seit dem Beginn meiner Rallye-Karriere eine besondere Beziehung: Am Steuer eines Fiesta R2 habe ich die Junioren-WM und mit dem Fiesta S2000 die Super-2000-WM gewonnen. Ich liebe alle Facetten des Rallye-Sports, besonders die Historie. Allein der Gedanke, dass mein Name als Werksfahrer von Ford nun in einer Reihe steht mit Legenden wie Ari Vatanen, Hannu Mikkola, Colin McRae oder Carlos Sainz, klingt für mich fast surreal. Ich empfinde dies als einmaliges Privileg. Gerade als Ire bedeutet es mir viel, künftig die Flagge von Ford hochhalten zu dürfen. Immerhin stammte auch der Vater von Henry Ford von unserer ,Grünen Insel‘, bevor er nach Amerika auswanderte. Das haben wir in meiner Heimat nie vergessen.“

Fotos (c) Ford Werke GmbH