Dakar 2022: Toyota präsentiert den Hilux T1+ !

Die Rallye Dakar 2022 dürfte ein episches Duell liefern. Neueinsteiger Audi wird mit seinem großen Rallye Know How versuchen, den voll elektrischen RS Q e-tron im Kampf gegen Toyota nicht ganz untergehen zu lassen. Dafür waren die Herrn der Ringe in Marokko testen. Denn Toyota Gazoo Racing setzt im Januar auf brachiale Verbrennertechnik der alten Schule. Und das gleich viermal!

Mit einem Quartett startet Toyota Gazoo Racing bei der Rallye Dakar vom 2. bis 14. Januar 2022: Angeführt von Nasser Al-Attiyah und Beifahrer Mathieu Baumel, schickt das Werksteam gleich vier neue Toyota GR DKR Hilux T1+ in die härteste Rallye der Welt. Neben dem Spitzenduo gehen Giniel de Villiers und Navigator Dennis Murphy, Henk Lategan und Brett Cummings sowie Shameer Variawa und Danie Stassen in Saudi-Arabien an den Start. „Wir freuen uns sehr, ein Team bekanntgeben zu können, das dem letztjährigen sehr ähnlich ist“, erklärt Teamchef Glyn Hall. „Mit Nasser und Giniel an der Spitze und Henk, der stetig an Selbstvertrauen gewinnt, nehmen wir die Rallye Dakar 2022 in Angriff. Unser neuer Toyota GR DKR Hilux T1+ macht gute Fortschritte. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem neuen Auto im Januar auf einem hohen Wettbewerbsniveau antreten!“

Die genaue Route der Dakar 2022 wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Es wird jedoch erwartet, dass die Etappen den Vorjahren 2020 und 2021 ähneln und durch die einsamen Wüsten Saudi Arabiens geführt werden.

Aufbauend auf den Erfahrungen der Dakar 2021, vertraut Toyota Gazoo Racing auf eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spezialisten und aufstrebenden Talenten. Nach ihrem zweiten Platz zu Jahresbeginn im Königreich konnten Al-Attiyah und Baumel, die dreimal in Folge den FIA-Weltcup für Cross Country Rallyes für sich entschieden haben, die Rallye Andalusien und die Baja Spain Aragon gewinnen. 2022 soll der vierte Dakar-Sieg folgen. Auch de Villiers und Murphy hegen große Ziele: Mit ihrer erfolgreichen Teilnahme an der South African Cross-Country Series und der WM-Führung nach drei von sieben Läufen haben sie die Grundlage für die weitere Entwicklung des Toyota Dakar Hilux gelegt. Lategan und Cummings wollen nach ihrem vorzeitigen Ausstieg bei der Dakar 2021 erneut ihr Tempo unter Beweis stellen und sich mit den erfahreneren Crews messen. Lategans Debüt und konkurrenzfähige Zeiten auf den ersten Etappen sorgten für großes Aufsehen.

Komplettiert wird die Crew von den ebenfalls aus Südafrika stammenden Variawa und Stassen: Ersterer feierte nach mehreren südafrikanischen Meisterschaften seine Dakar-Premiere 2021, letzterer startet 2022 erstmals bei der härtesteten Rallye der Welt.

Alle vier Fahrer nehmen in einer neu entwickelten Version des Toyota Dakar Hilux Platz: Der neue Toyota GR DKR Hilux T1+ berücksichtigt das aktuelle Reglement und kombiniert erprobte Komponenten des Sieger-Fahrzeugs von 2019 mit zahlreichen Verbesserungen wie einem optimierten Fahrwerk und nun 37 statt 32 Zoll großen Reifen, die auch ein von 245 auf 320 Millimeter vergrößertes Profil aufweisen. Auch der Federweg wurde vergrößert. Unter der Motorhaube arbeitet jetzt ein 3,5-Liter-Twin-Turbo-Benziner, der aus der GR-S-Version des neuen Toyota Land Cruiser 300 stammt. In der Standardausführung entwickelt der V6 bereits 305 kW/414 PS und 650 Nm Drehmoment ab 2.000 U/min, die Rennversion übertrifft diese Leistungswerte nochmals.

Toyota Gazoo Racing nutzt unterschiedliche Motorsportveranstaltungen wie die Rallye-Weltmeisterschaft, die Langstrecken-Weltmeisterschaft und das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, um immer bessere Serienfahrzeuge für den Alltag zu bauen. Im Renneinsatz sind Fahrer und Fahrzeug extremen Belastungen ausgesetzt, die selbst kleinste Schwachstellen aufdecken – und auf einer typischen Teststrecke oder einer öffentlichen Straße unmöglich zu reproduzieren wären. Die gewonnenen Erfahrungen werden von der Rennstrecke auf die Straße transferiert.

Nachdem Toyota Gazoo Racing in der WEC und der WRC wichtige Siege errungen hat, werden alle Augen auf den neuen Toyota Hilux gerichtet sein. Mit dem ebenso schnellen wie zuverlässigen Rallyewagen ist auf der härtesten und wohl berühmtesten Langstreckenrallye der Welt zu rechnen.

Konkurrenz Audi hat seinen vollelektrischen Herausforderer RS Q e-tron fast zwei Wochen lang in Marokko unter extremsten Bedingungen getestet.

Nach Testfahrten in Deutschland und Spanien ging es in der Hitze Marokkos erstmals in die Wüste und in die Dünen. Dabei kamen erneut alle drei Fahrerteams zum Einsatz. Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel, Carlos Sainz und Mattias Ekström wechselten sich am Steuer des hochkomplexen Prototyps ab. Stets mit dabei waren natürlich auch ihre Co-Piloten Edouard Boulanger, Lucas Cruz und Emil Bergkvist. Fahrer und Beifahrer bilden bei der Rallye Dakar eine wichtige Einheit, die sich im Cockpit wohlfühlen muss. „Das war einer von vielen Punkten, die wir nach dem Test in Saragossa in unserem Lastenheft hatten“, sagt Andreas Roos, bei Audi Sport für die werkseitigen Motorsport-Projekte verantwortlich. „Für den Test in Marokko haben wir Modifikationen vorgenommen, damit Fahrer und Beifahrer im engen Cockpit mehr Platz haben und auch besser miteinander kommunizieren können. Das Feedback war positiv.“

Die Bedingungen, die das Testteam in Marokko vorfand, waren dabei zum Teil extrem. „Das Thermometer kletterte zeitweise auf weit über 40 Grad Celsius“, sagt Sven Quandt, Teamchef von Q Motorsport. „Auch Sandstürme behinderten die Testfahrten. Bei den hohen Temperaturen traten zudem erwartungsgemäß einige neue Probleme auf, die immer wieder für Testunterbrechnungen sorgten und die es bis zum nächsten Test zu lösen gilt!“

„Bei der Rallye Dakar erwarten wir deutlich niedrigere Temperaturen“, sagt Andreas Roos. „Wir sind dennoch bewusst nach Marokko gegangen, um unser Konzept unter extremsten Bedingungen zu erproben. Komponenten wie die MGU wurden von Haus aus zum Beispiel nicht für den Einsatz bei derart hohen Umgebungstemperaturen entwickelt. Aber auch Getriebe und andere Komponenten wurden durch die Hitze an ihre Grenzen oder auch darüber belastet. Die Erkenntnisse, die wir in Marokko gewonnen haben, sind sehr wertvoll. Sie zeigen uns aber auch, dass wir bis zur Rallye Dakar noch eine Menge zu tun haben und die Zeit knapp wird!“

Ein großes Thema ist dabei auch die Hochvoltbatterie, die speziell für den Einsatz bei der Rallye Dakar entwickelt wurde. „Es geht um das optimale Temperaturmanagement und darum, die maximale Performance der Batterie abrufen zu können“, sagt Roos. „Hier lernen wir bei jedem Test dazu. Und genau das ist der Grund, warum wir mit einem elektrifizierten Antrieb in die Wüste gehen: Wir sammeln unheimlich viele Erfahrungen, die wir mit unseren Kollegen in der Serienentwicklung teilen.“

Fotos (c) Toyota Gazoo Racing, Audi Communications Motorsport