WRC Akropolis: Das Schotter Comeback!

Die Teams der Rallye Weltmeisterschaft bereiten sich auf einen der wohl legendärsten und zugleich anspruchsvollsten Wettbewerbe vor: Die Akropolis-Rallye in Griechenland vom 9. bis 12. September 2021 ist zurück im Kalender der WRC!

Die zuletzt 2013 ausgetragene Veranstaltung, die über 40 Jahre lang fester Bestandteil des WRC-Kalenders war, ist bekannt für felsige Bergstraßen und hohe Temperaturen – eine doppelte Herausforderung für Autos, Reifen und Fahrer gleichermaßen. Toyota reist mit Rückenwind und Vorsprung zum neunten Saisonlauf: Sébastien Ogier, der die Rallye 2011 gewann, führt die Meisterschaft an. Der Zweitplatzierte, Teamkollege Elfyn Evans, liegt 38 Punkte zurück. Mit dem aktuellen WM-Vierten Kalle Rovanperä und Nachwuchsfahrer Takamoto Katsuta, Teilnehmer des TGR WRC Challenge Programms, gehen auch zwei Akropolis-Debütanten ins Rennen. In der Teamwertung rangiert Toyota bei noch vier ausstehenden Läufen mit 41 Punkten Vorsprung an der Spitze. Die Rallye beginnt am Donnerstagnachmittag in der griechischen Hauptstadt Athen mit einer Startzeremonie unterhalb der antiken Akropolis-Zitadelle und einer kurzen Straßenprüfung um den Syntagma-Platz. Freitags zieht es die Teams in den Westen zu zwei Prüfungen in der Nähe von Loutraki, von denen eine nach einem Reifenwechsel zur Mittagszeit wiederholt wird. Weitere Prüfungen werden auf dem (Rück-)Weg gen Norden zum Servicepark in Lamia in Angriff genommen.

Waren die Freitagsprüfungen schon rau, so legen die Strecken am Samstag noch einen drauf: Sechs WP über zusammen 132,56 Kilometer starten mit zwei Durchgängen der Prüfung „Pavliani“ und einer Passage von „Gravia“. Nach dem mittäglichen Reifenwechsel stehen mit „Bauxities“ und „Eleftherohori“ wahre Akropolis-Klassiker an. Nach dem Service in Lamia runden noch einmal „Eleftherohori“ und „Pavliani“ den Samstag ab. Am Sonntag hält der neunte Saisonlauf zwei Durchgänge der legendären „Tarzan“-WP und eine Passage durch „Pyrgos“ bereit. Sie ist mit 33,20 Kilometern die längste Einzelprüfung der Rallye. Abschließend steht noch einmal „Tarzan“ als Power Stage auf dem Programm. Mit den insgesamt 69,25 WP-Kilometern summieren sich die gezeiteten Strecken der „Akropolis“-Rallye zu einer Gesamtdistanz von 292,19 Kilometern.

„Es ist großartig, dass die WRC wieder in Griechenland Station macht“, freut sich Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala. „Bei der letzten Austragung der Akropolis-Rallye habe ich sie sogar gewonnen und ich mag diesen Wettbewerb sehr. Die Strecke kann allerdings stellenweise sehr rau und der Reifenverschleiß ziemlich hoch sein. Einige der Prüfungen in der Nähe von Lamia sind seit 16 Jahren nicht mehr befahren worden, sodass sie für alle aktuellen Fahrer völlig neu sind. Die Organisatoren haben an den Straßen gearbeitet und ihr Zustand ist nun viel besser als in der Vergangenheit. Allerdings gibt es viel losen Schotter, was eine ziemliche Herausforderung werden könnte. Obwohl dies eine weitere neue Rallye im Kalender ist, haben wir im Team hier einige gute Rallye-Erfahrungen gemacht. Ich hoffe auf ein erfolgreiches Event!“

Für Hyundai Motorsport gilt es in Griechenland weiter verlorenen Boden auf Toyota gutzumachen. Mit dem Rückenwind des Doppelsieges von Belgien ist der knallharte griechische Schotter trotzem unberechenbar. Alle drei Crews haben mit dem Hyundai i20 Coupe WRC getestet, um sich an eine der härtesten Veranstaltungen im WRC-Kalender zu gewöhnen. Teamchef Andrea Adamo sagte: „Wir begrüßen die Rückkehr der Akropolis-Rallye in den WRC-Kalender und freuen uns auf unsere erste Teilnahme an dieser besonderen Veranstaltung. Es wird eine besonders harte Herausforderung für Teams und Besatzungen sein, aber wir haben uns entsprechend vorbereitet und sind bereit, die Etappen in Angriff zu nehmen. Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir an die letzten Veranstaltungen herangegangen sind. Wir waren in der Lage, ein hohes Niveau zu erreichen und Ergebnisse zu erzielen, die unserem Potenzial besser entsprechen. So müssen wir weitermachen und versuchen, in Griechenland so viele Punkte wie möglich zu holen!“

Auch das M-Sport Team will auf den Rallye-Olymp. Die von Fans kurz als Akropolis bezeichnete Rallye zählte bereits in der ersten Saison der Rallye-Weltmeisterschaft 1973 zum Kalender und gilt seit jeher als eine der härtesten Herausforderungen. Diesem Ruf bleibt sie auch bei ihrem WM-Comeback nach acht Jahren Pause treu. Am kommenden Wochenende müssen sich die Teams, ihre Fahrzeuge und deren Schotterreifen mit voraussichtlich brütend heißer Witterung, von heimtückischen Steinen übersäten Straßen und extremer Staubentwicklung herumschlagen.

M-Sport Ford bestieg bei der Akropolis bereits acht Mal den Olymp, sprich: konnte die Rallye gewinnen. Unvergessen sind von 2000 bis 2002 die drei Siege von Colin McRae in Folge. Den neunten Triumph für das englische Einsatzteam steuerte Kajetan Kajetanowicz 2015 bei, als der Pole in einem Ford Fiesta R5 den griechischen Lauf zur Rallye-Europameisterschaft gewann, zu der die „Akropolis“ nach ihrem Ausscheiden aus dem WM-Kalender zählte.

„Wir haben als Team bei der Akropolis sehr große Erfolge gefeiert und freuen uns sehr, dass diese für die WM so wichtige Rallye wieder zum Kalender zählt“, blickt M-Sport-Teamchef Richard Millener voraus. „Gus Greensmith und Adrien Fourmaux treffen hier erneut auf eine für sie unbekannte Rallye. Dass einige völlig neue Prüfungen und wenig doppelte Durchgänge auf dem Programm stehen, könnte sich für die beiden allerdings vorteilhaft auswirken“, ordnet der 37-Jährige die Aufgabe seiner WRC-Piloten ein. „Wir erwarten schnellere Strecken und etwas weniger harte Bedingungen als früher. Wie es wirklich aussieht, werden wir aber erst nach dem Abfahren wissen – ich bin jedenfalls sicher, dass diese Rallye reichlich Herausforderungen bereithält!“ Mit Blick auf die Strategie will der Brite der bisherigen Marschroute treu bleiben: „Gus und Adrien sollen so viel Erfahrung sammeln wie möglich. Und das bedeutet: ins Ziel kommen. Wie immer halten wir bei Gus einen Platz unter den ersten Fünf für realistisch. Adrien soll nach seinem Crash in Ypern sein Tempo wieder aufbauen, Kilometer sammeln und ankommen!“

Red Bull TV ist selbstverständlich auch in Griechenland dabei und mehr von der Akropolis am Wochenende auch hier.

Fotos (c) Toyota Gazoo Racing, Hyundai Motorsport GmbH, Ford Werke GmbH