WRC2 Sardinien: ‚Mad‘ Mads dreht durch!

Bei ‚Mad‘ Mads Östberg brannten auf Sardinien die Sicherungen durch. Der Norweger und sein Copilot liessen ihren Unmut über die „beschissenen Reifen“ in einem TV-Interview freien Lauf und wurden von der FIA bestraft!

„Ich bin scheiße nochmal genervt, dass das alles immer wieder passiert“, fluchte der Norweger vor laufender Kamera. Diesen Wutausbruch liessen die Offiziellen nicht durchgehen. Sie bestraften ‚Mad‘ Mads mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 ‚Euro und drohten im Wiederholungsfall mit dem Abzug von 25 Punkten. Aber seht selbst…

Eigentlich hätte es für die Citroen Crew ein vielversprechender Start werden sollen, doch das Glück wendete sich für die norwegische Crew, als sie im Laufe des Samstags ihre Helme gegen Mechanikerwerkzeuge eintauschten. Obwohl die technischen Probleme mit den Bremsen des Autos Reparaturen auf der Prüfung und Zeitverluste provozierten, reagierten Ostberg und Eriksen schnell und nutzten ihre phänomenalen Mechanikerfähigkeiten, um ihren C3 Rally2 zu reparieren.

Ihre Beharrlichkeit zahlte sich aus und im Service arbeitete das TRT-Team unaufhörlich, um der Crew ein Auto zur Verfügung zu stellen, das es ihnen wieder ermöglichte, in die Rallye zurückzukommen, 5 Etappen zu gewinnen und den zweiten Platz in der WRC2 Kategorie und einen beeindruckenden sechsten Platz. in der Gesamtwertung zu erreichen.

Die zweite Schotter-Rallye der Saison 2021 brachte nicht nur in der Gesamtwertung viel Dramatik, sondern auch in der Kategorie WRC2. Waren die Wertungsprüfungen über weite Strecken extrem hart und sogar mit Felsbrocken übersät, überraschten sie an anderen Stellen mit manchmal tiefen Wasserdurchfahrten. Kurz gesagt: Die Bedingungen forderten von den Teams eine clevere Taktik. Gut lösten Marco Bulacia/Marcelo Der Ohannesian aus dem Team Toksport WRT diese Aufgabe. Die Südamerikaner belegten in der Kategorie WRC2 den dritten Platz – und hatten Glück bei einem Überschlag während der letzten Etappe. „Das war eine sehr schnelle Rolle. Wir haben uns nur einmal überschlagen und konnten sofort weiterfahren“, beschrieb Bulacia. Tatsächlich verlor die Crew mit dieser Einlage in WP 18 nur 4,9 Sekunden auf die Bestzeit der Kategorie. Ohne größere Schäden an ihrem Auto nahmen Bulacia/Der Ohannesian die verbleibenden Prüfungen in Angriff und verteidigten WRC2-Rang drei bis ins Ziel.

Für Andreas Mikkelsen/Ola Floene vom Team Toksport WRT war die Rallye bereits nach vier Wertungsprüfungen beendet. Nach einer Rolle schafften es die Norweger zwar, ihren SKODA FABIA Rally2 evo mit Hilfe von Zuschauern wieder auf die Räder zu stellen und den Serviceplatz zu erreichen. Dort ergab ein Check allerdings einen Schaden am Überrollkäfig. Aus Sicherheitsgründen wurde das Auto vom Team zurückgezogen. Trotz dieses Rückschlags führt Andreas Mikkelsen weiterhin die Gesamtwertung der WRC2-Fahrerwertung an.

Der nächste Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft ist ein absoluter Klassiker: die Safari Rallye Kenia (24. bis 27. Juni 2021). Die legendäre Veranstaltung erlebt nach einer Pause von beinahe 20 Jahren ein WM-Comeback. Nach dem Start in der Landeshauptstadt Nairobi warten die unvergleichlichen Schotter-Wertungsprüfungen im Rift Valley auf die Teams.

Ergebnis Rallye Italien Sardinien (WRC2)
1. Huttunen/ Lukka (FIN/FIN), Hyundai i20 R5, +3:28.58,1 Std.
2. Ostberg/Eriksen (NOR/NOR), Citroën C3 Rally2, +7,5 Sek.
3. Bulacia/Der Ohannesian (BOL/ARG), SKODA FABIA Rally2 evo, +2.02,9 Min.
4. Prokop/Jurka (CZE/CZE), Ford Fiesta Rally2, +7.53,4 Min.
5. Brazzoli/Fappani (ITA/ITA), SKODA FABIA Rally2 evo, +28.51,5 Min.

Meisterschaftsstand WRC2/Fahrer (nach fünf Rallyes)
1. Andreas Mikkelsen (NOR), SKODA FABIA Rally2 evo, 68 Punkte
2. Mads Østberg (NOR), Citroën C3 Rally2, 66 Punkte
3. Marco Bulacia (BOL), SKODA FABIA Rally2 evo, 63 Punkte

Fotos (c) Citroen Racing, Skoda Auto Deutschland