WRC Sardinien: Toyota wird Favoritenrolle gerecht!

Erneuter Doppelsieg für das Toyota Gazoo Racing World Rally Team: Bei der Rallye Italia Sardegna hat Sébastien Ogier seinen dritten Saisonsieg vor Teamkollege Elfyn Evans eingefahren. Dadurch baut das Team seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter aus und wurde seiner Favoritenrolle gerecht!

Der erste Sieg des Teams auf Sardinien überhaupt war das Ergebnis einer schnellen und zuverlässigen Leistung des Toyota Yaris WRC und seiner Piloten, die ihre ungünstigen Startpositionen am Freitag wettmachen konnten. Dabei beeindruckte vor allem Ogier, der die Strecke eröffnete und den Tag auf dem dritten Platz abschließen konnte, bevor er am Samstag die Führung in der Rallye übernahm. Auch Evans gewann im Verlauf an Selbstvertrauen und Geschwindigkeit und kletterte am Samstag auf Platz zwei. Ogier und sein Copilot Julien Ingrassia verwalteten ihren Vorsprung sicher durch die vier Prüfungen des letzten Tages und holten sich ihren vierten Sardinien-Sieg und den ersten seit 2015. Evans und sein Co-Pilot Scott Martin zeigten mit zwei gewonnenen Wertungsprüfungen am letzten Tag eine starke Vorstellung und sicherten sich den zweiten Platz, obwohl sie auf den letzten Kilometern bei einer tiefen Wasserdurchfahrt einiges an Zeit verloren. Mit zwei Bonuspunkten für die viertschnellste Zeit in der Power Stage führt Ogier die Meisterschaft nun mit elf Punkten Vorsprung vor Evans an, der wiederum 18 Punkte Vorsprung auf den Drittplatzierten hat.

Drei Bonuspunkte für die drittbeste Zeit in der Power Stage gab es für Kalle Rovanperä, der zusammen mit Beifahrer Jonne Halttunen am Freitag an zweiter Position liegend durch ein technisches Problem zum Stopp gezwungen worden war. Mit Hilfe der zusätzlichen Punkte hat Toyota nun einen Vorsprung von 49 Punkten in der Herstellerwertung.

„Ich bin stolz, dass das Team auf Sardinien gewinnen konnte“, freut sich Teamgründer Akio Toyoda. „Endlich konnten wir bei der Siegerehrung ins Meer springen, wie es hier Tradition ist. Und angesichts des Doppelsiegs sollte sogar das salzige Meerwasser schmecken. Herzlichen Glückwunsch! Ich war schon vor zwei Jahren bei der Rallye auf Sardinien dabei. Mit Handtuch und Wechselkleidung habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie ich sicher ins Wasser springen kann. Doch der Yaris WRC, der damals die Rallye anführte, wurde auf der letzten Etappe plötzlich langsamer. Noch heute tut mir Ott Tänak leid, der damals am Steuer saß. Dank Seb, Julien, Elfyn und Scott, die auf den sehr anspruchsvollen Straßen Sardiniens wirklich gut gefahren sind, konnten wir nun herausfinden, wie köstlich das Meerwasser schmeckt. Meine Anerkennung gilt auch den Teammitgliedern, die an der Zuverlässigkeit der Autos gearbeitet haben. Aber es gibt noch viel für uns zu tun und es tut mir wirklich leid, was Kalle und Jonne passiert ist. Ich bin sicher, dass Jari-Matti zusammen mit allen Teammitgliedern unsere Autos schon ab morgen noch stärker machen wird. Das nächste Event in Kenia wird für unser Team eine völlig neue Erfahrung sein.

Die Neuauflage der Safari Rallye vom 24. bis 27. Juni wird für alle WRC-Teams eine logistische und fahrerische Herausforderung werden und womöglich zur Halbzeit der Rallye Weltmeisterschaft die Weichen für eine Vorentscheidung im Titelkampf stellen. Aber seht selbst, warum die Safari so berüchtigt ist…

„Das ist ein fantastisches Ergebnis für unser Team“, freut sich auch Teamchef Jari-Matti Latvala. „Wir wussten, dass es keine einfache Rallye für uns werden würde. Doch am Ende können wir einen Doppelsieg feiern. Wegen Kalles Problem am ersten Tag war es kein perfektes Wochenende. Aber wir müssen daraus lernen, um in Zukunft noch stärker zu sein. Davon abgesehen haben die drei anderen Autos auf diesen harten Prüfungen wirklich gut gearbeitet. Insgesamt haben wir eine überzeugende Mischung aus Leistung, Zuverlässigkeit und Beständigkeit gezeigt. Eine sehr gute Entwicklung für die Meisterschaft. Aber wir wissen natürlich, dass die Konkurrenz immer härter wird, daher müssen wir weiter an uns arbeiten, wenn wir mehr Ergebnisse wie dieses erzielen wollen!“

Hyundai Motorsport komplettierte auf der Mittelmeerinsel das Podium. Für Thierry Neuville reichte es jedoch nur zum dritten Platz. Ott Tänak und Dani Sordo hielten gemeinsam mit Neuville lange Zeit gar einen dominierenden Dreifacherfolg in den Händen. Doch auf der 12. Prüfung kam für Tänak in Führung liegend das Aus. Auf der Etappe Lerno–Monti di Alà stieß Tänak sie gegen einen Felsen, der zur Aufgabe zwang. Dani Sordo hatte auf der späteren Etappe von Bortigiadas nach Aggius-Viddalba dann auch Probleme, nahm eine Kurve zu weit und stieß gegen einen Stein, der zum Überschlag seines i20 Coupe WRC führte. Der Spanier war für den Tag aus dem Rennen, nachdem er den zweiten Platz innehatte. Während beide Crews am Sonntag wieder an den Start gehen konnten, um Power Stage-Punkte zu ergattern, war es Thierry Neuville, die als Trostpreis einen Platz auf dem Podium retten und damit dem Einsatz des Teams Respekt zollen konnte.

Bei dem für das Material wohl härtesten WM-Lauf des Jahres, hat Gus Greensmith im Team M-Sport Ford einen siebten Platz in der Topkategorie WRC eingefahren. Teamkollege Teemu Suninen im zweiten Ford Fiesta WRC kam eine Position dahinter ins Ziel. Genau wie Nachwuchspilot Adrien Fourmaux im Fiesta Rally2 mussten sie ihre Fahrzeuge am ersten Tag der Veranstaltung vorzeitig abstellen. Nach dem Neustart unter Rally-2-Regeln konnten alle drei das große Potenzial des Ford Fiesta auf den brutalen Schotterpisten der Mittelmeerinsel aber unter Beweis stellen. Greensmith und sein neuer Copilot Stuart Loudon hatten in der vorletzten Wertungsprüfung (WP) am Freitag gerade die fünftschnellste Zeit markiert, da riss sie in der finalen WP des Tages ein Defekt der Kraftübertragung aus dem Rennen. Nach dem Neustart am Samstag bremste ein Elektrikproblem das britische Duo erneut ein und kostete einen Platz unter den ersten Fünf. Angesichts dieser Rückschläge beeindruckte die abgeklärte Fahrt des 24-jährigen Youngsters über die tückischen, engen Schotterstraßen umso mehr.

Im zweiten Ford Fiesta WRC mit Ecoboost-Turbobenziner musste Teemu Suninen schon früh Lehrgeld bezahlen: Nach rund 20 Kilometern der ersten WP rollte er den Allradler übers Dach. Das Auto des Finnen landete zwar wieder auf den Rädern, eine Weiterfahrt erwies sich aber als unmöglich. An den beiden Folgetagen zeigte der 27-Jährige dann, warum ihm das Team M-Sport Ford nach der Arctic Rally im Februar erneut ein World Rally Car anvertraut hatte: Suninen und sein Beifahrer Mikko Markkula fuhren konstant schnell, lernten viel über das Verhalten der Schotterreifen und sammelten wertvolle Daten fürs Team.

Mehr von der Rallye Sardinien folgt bereits morgen. Schließlich hat sich ‚Mad‘ Mads Östberg nicht mit Ruhm bekleckert und erlebte eine chaotische Rallye!

Endgültige Gesamtwertung – Rally Italia Sardegna
1 S. Ogier / J. Ingrassia (Toyota Yaris WRC) 3:19:26.4
2 E. Evans / S. Martin(Toyota Yaris WRC) +46.0
3 T. Neuville / M. Wydaeghe (Hyundai i20 Coupe WRC) +1:05.2
4 T. Katsuta / D. Barritt (Toyota Yaris WRC) +6:11.2
5 J. Huttunen / M. Lukka (Hyundai i20 R5) +9:31.7
6 M. Østberg / T. Eriksen (Citroën C3 R5) +9:39.2
7 Y. Rossel / A. Coria (Citroën C3 R5) +10:37.7
8 P. López / D. Vallejo (Škoda Fabia Evo) +11:03.7
9 J. Solans / R. Sanjuan (Citroën C3 R5) +11:26.3
10 M. Bulacia / M. Ohannesian (Škoda Fabia Evo) +11.34.6

FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2021 – Herstellerwertung nach 5 Läufen

1 Toyota Gazoo Racing World Rally Team 231
2 Hyundai Shell Mobis World Rally Team 182
3 M-Sport Ford World Rally Team 82
4 Hyundai 2C Competition 28

FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2021 – Fahrerwertung nach 5 Läufen

1 S. Ogier 106
2 E. Evans 95
3 T. Neuville 77
4 O. Tänak 49

Fotos (c) M Sport Ford, Toyota Gazoo Racing WRT, Hyundai Motorsport GmbH