IMSA Sebring: Porsche Abschied In Style!

Das Porsche GT Team hat seinen letzten Auftritt in der GTLM-Klasse der IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit maximalem Erfolg abgeschlossen. Im hoch dramatischen Zwölfstundenrennen in Sebring feierten der Brite Nick Tandy, Frédéric Makowiecki aus Frankreich und Earl Bamber am Steuer des Porsche 911 RSR mit der Startnummer 911 den Sieg. Der Neuseeländer durfte gleich doppelt jubeln, denn gemeinsam mit seinen Teamkollegen Laurens Vanthoor aus Belgien und Neel Jani aus der Schweiz fuhr er in der Startnummer 912 auf Platz zwei!

Die Bilanz des nordamerikanischen Porsche-Werksteams umfasst nach insgesamt 75 Renneinsätzen seit 2014 insgesamt 21 Siege und 56 Podestplätze. In der GTD-Klasse fuhr das Kundenteam Wright Motorsports mit dem Porsche 911 GT3 R auf Platz eins. Gesamtprojektleiter Werksmotorsport Pascal Zurlinden war natürlich begeistert: „Es ist der Wahnsinn. Besser kann ein Werksprogramm gar nicht beendet werden. Zum Schluss unseres Engagements in der IMSA haben wir drei Siege in Serie auf der Road Atlanta, in Laguna Seca und nun in Sebring gefeiert. Das ist herausragend. Glückwunsch auch an unser Kundenteam Wright Motorsports. Und unseren gleichzeitigen Doppelsieg bei der WEC in Bahrain dürfen wir keinesfalls vergessen. Auch dort konnten wir zusätzlich mit einem Kundenteam einen weiteren Klassensieg feiern. Es war ein unglaublich erfolgreicher Tag für Porsche Motorsport!“

In einem ereignisreichen Zwölfstundenrennen in Florida fiel die Entscheidung um den GTLM-Klassenerfolg erst in den finalen 15 Minuten. Nach der letzten von insgesamt neun Safety-Car-Phasen hatte sich Tandy in den Windschatten des bis dorthin führenden BMW gearbeitet. Kurz nach dem letzten Restart erlitten die Spitzenreiter im dichten Getümmel einiger GTD-Fahrzeuge aufgrund einer Kollision einen Reifenschaden. Tandy übernahm im rund 515 PS starken Porsche 911 RSR die Spitze und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Für den Briten und seinen Teamkollegen Makowiecki war es der dritte Sieg in Serie beim renommierten Langstreckenklassiker in Sebring. Bamber, der beim Saisonfinale der nordamerikanischen Sportwagen-Rennserie in beiden Werksautos zum Einsatz kam, überquerte den Zielstrich mit 9,025 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Das Porsche-Werksteam beendete die letzte Saison mit dem 911 RSR in der GTLM-Klasse auf Meisterschaftsrang drei.

Großen Jubel gab es auch beim Porsche-Kundenteam Wright Motorsports. Werksfahrer Patrick Long, dessen amerikanischer Landsmann Ryan Hardwick und der Belgier Jan Heylen fuhren am Steuer des über 500 PS starken 911 GT3 R mit der Startnummer 16 auf Platz eins. Das starke Fahrertrio ließ sich im intensiven Wettbewerb in der GTD-Klasse weder von zwischenzeitlichem Gripmangel noch von einem unplanmäßigen Wechsel der Bremsen aus der Erfolgsspur bringen. Die Meisterschaft schloss das Kundenteam aus dem US-Bundesstaat Ohio mit einem geringen Rückstand von nur zwei Punkten auf Platz zwei ab.

Das Werksteam hatte sich kurz vor dem Rennen mit einem besonderen Spektakel von den treuen Fans des Porsche 911 RSR verabschiedet. Fünf GTLM-Fahrzeuge der Generationen 2016, 2018, 2019 und 2020 absolvierten in den beliebten Designs von Brumos, Mobil1, Coca-Cola und der besonderen „Thank You“-Abschiedsfolierung drei Runden auf dem legendären Kurs in Florida. Unter großem Jubel der Zuschauer ließen die Fahrer Laurens Vanthoor, Frédéric Makowiecki, Patrick Long, Jonathan Benett und Cooper MacNeil mehrfach die Räder durch- und die Motoren hochdrehen. Bereits am Mittwochabend bedankten sich Pascal Zurlinden und Einsatzleiter Steffen Höllwarth im Rahmen eines emotionalen Teamabends bei allen Mitarbeitern der Einsatzmannschaft Core Autosport.

Sebring 12 – Ergebnis GTLM-Klasse
1. Tandy/Makowiecki/Bamber (GB/F/NZ), Porsche 911 RSR #911, 332 Runden
2. Vanthoor/Bamber/Jani (B/NZ/CH), Porsche 911 RSR #912, 332 Runden
3. Krohn/Edwards/Farfus (FIN/USA/BR), BMW M8 GTE #24, 331 Runden
4. Spengler/De Phillippi/Herta (CDN/USA/USA), BMW M8 GTE #25, 330 Runden
5. Garcia/Taylor/Catsburg (E/USA/NL), Corvette C8.R #3, 323 Runden
6. Gavin/Milner/Fässler (GB/USA/CH), Corvette C8.R #4, 293 Runden

Das BMW Team RLL hat die Saison 2020 in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit einem GTLM-Podium bei den 12 Stunden von Sebring abgeschlossen. Nach zwölf dramatischen Rennstunden erreichte der #24 MOTUL BMW M8 GTE das Ziel auf dem dritten Rang. Beim Saisonfinale sicherte das BMW Team RLL für John Edwards und Jesse Krohn den GTLM-Fahrertitel im Michelin Endurance Cup, ebenso wie Platz eins in der Team- und Herstellerwertung dieses Wettbewerbs, der die vier Langstreckenrennen einer Saison umfasst. Der #25 MOTUL BMW M8 GTE beendete das Rennen auf Rang vier, nachdem er über weite Strecken in Führung lag.

Edwards und Krohn wechselten sich am Steuer der Startnummer 24 mit Augusto Farfus ab. Mit Rang drei holte das Trio den zehnten Podiumsplatz der Saison für das BMW Team RLL. Das Fahrzeug mit der Nummer 25 wurde von Connor De Phillippi, Bruno Spengler und Colton Herta pilotiert. Lange sah es so aus, als könnte das Rennen mit einem Sieg für sie und das BMW Team RLL enden. Sie lagen bis in die Schlussphase hinein in Führung. Aber beim Restart nach der neunten Gelbphase des Rennens wurde die Nummer 25 am Heck von einem GTD-Fahrzeug getroffen und musste zur Reparatur an die Box. Damit fiel das Trio vom ersten auf den vierten Platz zurück. Auch für das Schwesterauto wäre ein Platz noch weiter vorn möglich gewesen, doch ein Bremsenwechsel kostete eine Runde. In den finalen GTLM-Wertungen beendeten Edwards und Krohn die Saison auf dem zweiten Gesamtrang der Fahrermeisterschaft, ebenso wie das #24 Team in der Team- und BMW in der Herstellerwertung. Die Titelentscheidungen in dieser Klasse waren bereits bei der vorletzten Runde in Laguna Seca gefallen. In der Saison 2020 hat das BMW Team RLL insgesamt zehn Podiumsplatzierungen eingefahren, inklusive der Siege beim 24-Stunden-Rennen von Daytona und dem 6-Stunden-Rennen in Road Atlanta.

Der #96 BMW M6 GT3 von Turner Motorsport, pilotiert von Robby Foley, Dillon Machavern (beide USA) und Nick Yelloly (GBR), der Bill Auberlen (USA) vertrat, fuhr in der GTD-Klasse bis auf den fünften Rang nach vorn. In Runde 235 musste Foley jedoch wegen des Verdachts auf ein Bremsproblem die Box ansteuern und in der Folge aufgeben.

Fotos (c) BMW AG, Chevy Racing, Porsche AG