24 H Spa: Großer Erfolg für Porsche!

Das Porsche-Kundenteam Rowe Racing hat das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps gewonnen. In einem dramatischen Finale setzte sich der Startnummer 98 Porsche 911 GT3 R mit den Werksfahrern Nick Tandy aus Großbritannien, Earl Bamber aus Neuseeland und Laurens Vanthoor aus Belgien durch!

Das Trio überquerte den Zielstrich nach 527 Runden auf der 7,004 Kilometer langen Formel-1-Strecke in Belgien auf Platz eins und sorgte für den zweiten Gesamttriumph in Folge für das über 500 PS starke GT3-Fahrzeug aus Weissach. Der Italiener Matteo Cairoli und die beiden Deutschen Sven Müller und Christian Engelhart fuhren im baugleichen Auto des Teams Dinamic Motorsport nach hartem Kampf als Dritte auf das Podium. Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport: „Ein Sieg unter diesen schwierigen Bedingungen lässt sich gar nicht hoch genug einschätzen. Dazu die Plätze drei und vier – das ist eine super Leistung. Mein Glückwunsch und großer Dank geht an die siegreiche Mannschaft von Rowe Racing und auch an alle anderen Porsche-Kundenteams sowie die Ingenieure von Porsche Motorsport, die sich in Spa hervorragend geschlagen haben.“

Das Langstreckenrennen in den Ardennen fand bei schwierigen äußeren Bedingungen mit wechselhaftem Wetter und oft rutschiger Strecke statt. Zahlreiche Zwischenfälle unter anderem im nächtlichen Regen sorgten für insgesamt 18 Gelbphasen und 14 Safety-Car-Einsätze. Im engen Wettbewerb der insgesamt 55 GT3-Fahrzeuge von elf Herstellern wechselte die Führung quasi im Stundentakt. Der siegreiche Porsche 911 GT3 R von Rowe Racing übernahm die Spitze erstmals am frühen Sonntagmorgen, nachdem Tandy auf nur langsam abtrocknender Strecke als schnellster Pilot im gesamten Teilnehmerfeld für Aufsehen gesorgt hatte. Nach beeindruckenden Stints seiner Kollegen Bamber und Vanthoor war es erneut der Brite, der in der letzten Stunde des Rennens im Fokus stand. Nach perfekten taktischen Entscheidungen des erfahrenen Kundenteams setzte sich Tandy in einem hochspannenden Finale mit einem waidwunden Fahrzeug gegen den Audi mit der Startnummer 66 durch. Nach 24 Stunden fuhr er mit einem Vorsprung von nur 4,687 Sekunden ins Ziel – eine weitere Runde hätte sein Rennwagen, der bereits bedenkliche Geräusche entwickelte, mangels Getriebeöl kaum noch geschafft.

In den letzten Minuten des Langstreckenklassikers setzte sich auch Matteo Cairoli stark in Szene. Der Italiener nutzte die Traktionsvorteile des Porsche 911 GT3 R auf nasser Strecke optimal aus und kämpfte sich kurz vor dem Fallen der Zielflagge bis auf den dritten Rang nach vorn. Die Startnummer 12 von GPX Racing mit den Werksfahrern Mathieu Jaminet, Patrick Pilet und Matt Campbell erreichte nach ebenfalls starker Aufholjagd den vierten Platz, das Schwesterauto mit der Nummer 40 kam auf Rang elf. Der erste Spa-Einsatz des Teams Frikadelli Racing, unter anderem mit Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister am Steuer endete auf Position acht.

Das Kundenteam KCMG hatte im diesjährigen Rennen hingegen viel Pech. Die Startnummer 21 wurde frühzeitig aufgrund von anhaltenden Vibrationen am Heck des Porsche 911 GT3 R abgestellt. Das Schwesterauto der Vorjahressieger Michael Christensen aus Dänemark, Kévin Estre aus Frankreich und Richard Lietz aus Österreich verlor durch einen Defekt am Radträger fünf Runden und kam am Ende auf Platz 13 ins Ziel. Die Mannschaft von Herberth Motorsport, die phasenweise sowohl die Pro-Am-Kategorie als auch die Am-Klasse angeführt hatte, verlor beide Fahrzeuge bei Unfällen. Auch die Startnummer 56 von Dinamic Motorsport und die Nummer 99 von Rowe Racing mussten vorzeitig aufgeben.

Ein bis zum Schluss offenes Rennen, der ausgeglichene Kampf von mehreren Marken um den Sieg, tückisches Wechselwetter und viele Ausfälle: Die 71. Ausgabe der 24 Stunden von Spa war an Spannung und Dramatik kaum zu übertreffen. Am Ende musste sich Audi im Kampf um den fünften Sieg in Spa nach stundenlanger Führung mit Platz zwei des Audi Sport Team Attempto und Rang sechs des Audi Sport Team Saintéloc nur um 4,6 Sekunden geschlagen geben. Große Aufmerksamkeit erzielte Audi vor dem Rennen mit dem RS e-tron GT Prototyp, der das Feld zum Start führte und damit das elektrische Zeitalter im GT-Sport einläutete. Mit Audi, Porsche, Lamborghini, Ferrari und Mercedes-AMG hatten noch am Sonntagmorgen fünf Marken echte Siegchancen in den Ardennen. Von der 18 bis zur 23. Rennstunde lagen abwechselnd gleich zwei verschiedene Teams von Audi mit dem R8 LMS vorn: Das Audi Sport Team Saintéloc, Sieger der Ausgabe von 2017, führte das Rennen mit Dorian Boccolacci, Christopher Haase und Markus Winkelhock an. Je nach Boxenstoppsequenz und Überholmanövern lag auch das Audi Sport Team Attempto mit Mattia Drudi, Patric Niederhauser und Frédéric Vervisch in Führung. Als der Regen in den letzten 90 Minuten immer stärker wurde, fing das Porsche-Team Rowe Racing den Attempto-Audi ab, während Saintéloc Platz sechs erreichte.

Drittbester Audi im Ziel war die Nummer 30 des Audi Sport Team WRT. Die erst kurz vor Rennbeginn zusammengestellte Fahrerkombination Ferdinand Habsburg/Dennis Marschall/Matthieu Vaxivière erreichte den 14. Platz. Die zweimalige Siegermannschaft von Vincent Vosse hatte zuvor drei Ausfälle verbucht: Kelvin van der Linde/Christopher Mies/Dries Vanthoor waren aussichtsreich unterwegs, als sie in Runde 139 mit einem Defekt ausschieden, Charles Weerts fuhr in Runde 72 ein Gegner vehement ins Auto, und Benjamin Goethe war Vierter der Silver-Wertung, als er am Sonntagmittag verunfallte. Auch die Nummer #26 von Saintéloc Racing fiel nach einem Unfall aus, während die Folgeschäden einer Berührung durch einen Gegner mit anschließendem Reifenschaden die Nummer 55 von Attempto Racing zur Aufgabe zwangen.

Die Total 24 Hours of Spa endeten mit einer turbulenten Schlussphase auf regennasser Strecke. Unter äußerst schwierigen Bedingungen konnte Mercedes-AMG dabei ein respektables Ergebnis einfahren. Als bestplatzierter GT3 aus Affalterbach kam die Nummer 4 des Mercedes-AMG Team HRT ins Ziel: Platz sieben für das Trio Vincent Abril, Maro Engel und Luca Stolz. Dem Ergebnis war ein von sehr wechselhaftem Wetter geprägtes Rennen vorausgegangen, in dem die Nummer 88 des Mercedes-AMG Team AKKA ASP die erste Rennhälfte dominierte. Ein Folgeschaden nach einer Kollision bedeutete jedoch das Aus für Timur Boguslavskiy, Felipe Fraga und Raffaele Marciello. Trotz des Ausfalls konnten Boguslavskiy und Marciello ihre Führung in der Fahrerwertung der GT World Challenge Europe verteidigen. In der Silver Cup-Wertung des 24-Stunden-Rennens setzten sich zwei Customer Racing Teams durch: Im Mercedes-AMG GT3 Nummer 5 fuhr das Haupt Racing Team mit Sergej Afanasiev, Michele Beretta, Hubert Haupt und Gabriele Piana zum Klassensieg. Indy Dontje, Philip Ellis und Russell Ward platzierten die Startnummer 84 von HTP-Winward Motorsport auf dem zweiten Klassenplatz.

Das erstmals im Oktober ausgetragene 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps bescherte Mercedes-AMG einen verheißungsvollen Auftakt: Am Freitagabend markierte Raffaele Marciello die Bestzeit der Super Pole-Session. Maro Engel, der im Vorjahr die Pole-Position geholt hatte, konnte die drittschnellste Zeit der Top-20 Teams erzielen. Beim Rennstart gelang es Marciello, seine Führung zu behaupten, und auch Engel etablierte seinen Mercedes-AMG GT3 in der Spitzengruppe.

Immer wieder einsetzender Regen ließ alle Teams jedoch nur schwer in einen guten Rhythmus finden. Unfälle, Full-Course-Yellow-Phasen und Safety-Car-Einsätze begleiteten das Rennen bis zum Schluss und führten mehrfach zu Verwerfungen im Klassement. Dennoch gelang es Engel, Vincent Abril und Luca Stolz den Platz in den Top-Ten zu festigen und sogar einige Führungsrunden mit dem Mercedes-AMG GT3 sammeln. Als der Regen in den letzten Rennstunden erneut zunahm, lag Schlussfahrer Engel nach wie vor aussichtsreich in Lauerstellung zu den Podiumsplätzen. Eine 10-Sekunden-Strafe kostete den AMG Markenbotschafter jedoch wertvolle Positionen, die er nicht mehr gutmachen konnte. Nach 527 Runden über den 7 Kilometer langen Ardennenkurs brachte er den Mercedes-AMG GT3 auf dem siebten Rang ins Ziel.

Das zweite Performance-Fahrzeug des Mercedes-AMG Team AKKA ASP, dominierte in der ersten Rennhälfte das Geschehen. Die 6-Stunden-Zwischenzeit konnten Marciello und seine Kollegen Timur Boguslavskiy und Felipe Fraga als Führende passieren und sich so die volle Punktzahl für die GT World Challenge Europe sichern. Kurz vor der nächsten Zwischenwertung bei der 12-Stunden-Marke führte jedoch ein Folgeschaden nach einer Kollision zum vorzeitigen Aus. In der Gesamtwertung der GT World Challenge Europe, zu der die Total 24 Hours of Spa gehören, verteidigen Timur Boguslavskiy (Platz 1 mit 137 Punkten) und Raffaele Marciello (Platz zwei mit 127,5 Punkten) damit trotz ihres Ausfalls die Führung in der Fahrerwertung bei noch einem verbleibenden Rennen (1.000km Paul Ricard, 13.-15. November).

Die Erfolgsserie des BMW M6 GT3 ist bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps gerissen. Nach seinen Siegen bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring, den 8 Stunden von Indianapolis sowie in zahlreichen GT-Rennen weltweit endete der Langstreckenklassiker in den Ardennen für die beiden von Walkenhorst Motorsport eingesetzten Fahrzeuge nach Unfällen vorzeitig. In der Pro-Am-Kategorie kam der Nummer 10 BMW M6 GT3 von Boutsen Ginion auf Platz fünf ins Ziel. Das Spa-Wochenende hatte für Walkenhorst Motorsport vielversprechend begonnen. Nach guten Zeiten im Training stand der #34 BMW M6 GT3 mit Nick Catsburg, Augusto Farfus und Philipp Eng am Steuer nach dem Pre-Qualifying am Donnerstag auf Platz eins. Im Qualifying kam der BMW M6 GT3 dann bei schwierigen Witterungsbedingungen jedoch nicht so gut zurecht, so dass beide Walkenhorst Motorsport Crews die Super Pole verpassten. Im Rennen arbeiteten sich beide Fahrzeuge in der Anfangsphase kontinuierlich nach vorn. Nach rund drei Stunden kollidierte Catsburg im #34 BMW M6 GT3 allerdings mit einem anderen Fahrzeug, wobei der Kühler und die Frontpartie stark beschädigt wurden. Nach einer langen Reparaturpause ging Catsburg noch einmal auf die Strecke, nach 107 Runden war das Rennen dann aber endgültig vorüber.

Der #35 BMW M6 GT3 – gefahren von David Pittard, Martin Tomczyk und Nick Yelloly – schied am frühen Morgen in Folge eines heftigen Unfalls von Tomczyk in der schnellen Blanchimont-Kurve aus. Der BMW Werksfahrer blieb dabei glücklicherweise unverletzt.

In der Pro-Am-Kategorie zeigte der #10 BMW M6 GT3 von Boutsen Ginion eine solide Leistung und kam auf Platz fünf in seiner Klasse ins Ziel. Am Steuer des von Künstler Peter Halley gestalteten Fahrzeugs hatte sich BMW Werksfahrer Jens Klingmann mit Karim Ojjeh, Benjamin Lessennes und Giles Vannelet abgewechselt.

Fotos (c) Audi AG, BMW AG, Daimler AG, Ferdi Kräling Motorsport Bild GmbH, Porsche AG