WRC Italien: Zum Erfolg verdammt!

Der sechste WM-Lauf in der WRC Corona-Saison ist ein ganz besonderer. Die Rally Italia Sardegna konnte Hyundai Motorsport in den zurückliegenden Jahren dreimal gewinnen. Im Kampf um die Weltmeisterschaft ist am Wochenende ein vierter Sieg Pflicht. In der Herstellerwertung fehlen Hyundai lediglich neun Punkte auf Toyota. Das Team aus Alzenau, rund um Chefpilot Thierry Neuville ist auf sardischem Schotter zum Erfolg verdammt!

„Wir wissen, dass der Kampf um die Meisterschaft während dieser von der Pandemie beeinflussten Saison unwahrscheinlich eng ist, so dass wir Sardinien mit einer weiteren konkurrenzfähigen Leistung angehen müssen“, sagte Hyundai Teamdirektor Andrea Adamo. „Glücklicherweise haben alle drei Crews bewiesen, dort schnell unterwegs sein zu können!“ Aufgrund der späteren Austragung als zum üblichen Sommertermin wird das Wetter kühler sein, was eine neue unvorhersehbare Variable ins Spiel bringt. Der 16 Etappen umfassende Zeitplan erstreckt sich über drei volle Tage und eine Wettkampfdistanz von 238,84 km. Thierry Neuville, der 2016 und 2018 in Sardinien triumphierte, strebt nach einem zweiten Platz in der Türkei einen weiteren starken Auftritt an. „Dort sind herrliche, schöne Straßen mit fließenden, engen Etappen“, sagte Thierry. „Die natürliche Charakteristik der Etappen passt zu meinem System und meinem Fahrstil.“ Ott Tänak war 2017 siegreich, hatte aber im vergangenen Jahr auf der Power Stage Pech. Die Crew wird versuchen, wieder an ihre siegreiche Form anzuknüpfen und ihre Titelambitionen in die richtige Spur zu bringen. Ott sagte: „Sardinien ist normalerweise eine heiße und harte Veranstaltung; in diesem Jahr findet die Rallye etwas später in der Saison statt, so dass wir möglicherweise auf schwierige Bedingungen stoßen. Nasses Wetter kann das gesamte Konzept der Rallye ändern, weshalb wir auf eine Reihe von verschiedenen Situationen gefasst sein müssen.“

Dani Sordo holte 2019 einen unvergesslichen ersten Sieg in Sardinien. Dani kehrt zu seiner ersten WRC-Veranstaltung seit der Rally México zurück. „Ich werde nie das Gefühl vergessen, diesen Sieg mit Hyundai Motorsport geholt zu haben, und ich hoffe, dass wir das in diesem Jahr wiederholen können“, sagte Dani. „Die Etappen sind normalerweise beim ersten Lauf recht rutschig, weil es eine Menge losen Schotter auf der Straße gibt; das kann den Crews zugutekommen, die weiter hinten im Feld sind.“

Mit Rückenwind reist das Toyota Gazoo Racing World Rally Team zur Rallye Sardinien. Beim sechsten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft will die Crew ihre Führung in der Fahrer- und Herstellerwertung verteidigen. Nach dem Sieg in der Türkei führt Elfyn Evans die Fahrerwertung mit 18 Punkten Vorsprung vor Teamkollege Sébastien Ogier an. Toyota Rookie Kalle Rovanperä liegt nur neun weitere Punkte zurück. Die diesjährige Rallye „Italia Sardegna“ findet erstmals seit 2012 wieder im Herbst statt, nachdem eine Austragung im Juni aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Auf die Teilnehmer warten schnelle, enge Prüfungen auf feinem Sand, der von jedem vorbeifahrenden Auto aufgewirbelt wird. Die Folge sind steinige, zerfurchte Strecken. Durch das späte Datum wird zwar nicht mehr mit den normalerweise hohen Temperaturen gerechnet, dafür ist die Regenwahrscheinlichkeit größer. Nach dem Shakedown am Donnerstagnachmittag beginnt die Rallye am Freitagmorgen mit einer Wiederholungsrunde von Tempio Pausania (12,08 km) und Erula – Tula (21,78 km), gefolgt von Sedini – Castelsardo (14,72 km) und Tergu – Osilo (12,81 km). Die letzten beiden Etappen werden am Schluss des Samstags nach zwei Durchläufen von Monte – Lerno (22,08 km) und Coiluna – Loelle (15 km) wiederholt. Die vier Etappen am Sonntag sind Cala Flumini (14,06 km) und Sassari – Argentina (6,89 km), die jeweils zweimal ausgetragen werden.

„Wir sind in beiden Meisterschaften in einer starken Position, aber noch ist alles offen. Wir müssen uns auf unsere eigene Rallye konzentrieren und so viele Punkte wie möglich holen“, erklärt Teamchef Tommi Mäkinen. „Sardinien ist normalerweise nicht der beste Ort, um am Freitag als Erster zu starten. Elfyn startet den ganzen Tag über direkt vor Seb. Aber der spätere Termin für die Rallye in diesem Jahr könnte uns helfen, da wir vielleicht etwas Regen bekommen. Wir sind ziemlich zuversichtlich, was die Bedingungen auf Sardinien angeht, und bereit, unser Potenzial voll auszuschöpfen.“ Zuviel Potential hatte allerdings Toyota Youngster Kalle Rovanperä. Der Finne rollte seinen Yaris WRC im Shakedown spektakulär an

Fotos (c) Hyundai Motorsport GmbH, Toyota Medien Deutschland