F1 Spa: Hamilton triumphiert weiter!

Lewis Hamilton fehlen nur noch zwei Siege zum ewig geglaubten Schumacher-Rekord. In Belgien macht der Formel-1-Superstar den Klassiker zum Langweiler. Bei Ferrari geht fast gar nichts: Vettel und Leclerc sind nur noch Hinterherfahrer. Und das vor den kommenden Italien-Wochen!

Lewis Hamilton hat auch auf der Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps seinen Formel-1-Triumphzug unaufhaltsam fortgesetzt. Mit seinem 89. Grand Prix Sieg greift Hamilton unaufhaltsam nach dem Schumacher-Rekord von 91 Rennsiegen. Sebastian Vettel erlebte dagegen mit Ferrari vor den Italien-Wochen mit dem 1000. Rennen der Scuderia den nächsten verheerenden Absturz. Der viermalige Weltmeister landete im lahmen roten Rennwagen am Sonntag beim Großen Preis von Belgien nur auf dem 13. Platz. Teamkollege Charles Leclerc wurde vierzehnter. Auf den erneut siegreichen Hamilton fehlte den beiden Ferraris weit über eine Minute. Der sechsmalige Weltmeister verwies bei seinem 89. Triumph seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas aus Finnland und Red-Bull-Mann Max Verstappen aus den Niederlanden auf die Plätze zwei und drei. Mit dem fünften Sieg im siebten Saisonrennen baute der 35 Jahre alte Brite den Vorsprung im WM-Klassement weiter aus.

Auch ein Re-Start nach einem heftigen Unfall, den Antonio Giovinazzi und George Russell im Gegensatz zu ihren Willams- und Alfa-Romeo-Rennwagen unbeschadet überstanden, störte Hamilton nicht. Er kontrollierte jederzeit das Geschehen und fuhr wie schon zwei Wochen zuvor in Barcelona in einer eigenen Liga.

Ergriffen hatte er seine 93. Pole am Samstag dem gestorbenen Schauspieler Chadwick Boseman gewidmet, ergriffen gedachte er wie alle anderem vor dem Start am Sonntag bei einer Schweigeminute dem vor einem Jahr bei einem Formel-2-Rennen tödlich verunglückten Anthoine Hubert. Als es losging, schaltetet Hamilton in den Perfektions-Modus und machte den Grand Prix durch seine gnadenlose Überlegenheit zu einem ungewohnten Langweiler.

Ferrari-Pilot Charles Leclerc erwischte im Mittelfeld den besten Start und kämpfte sich am Ort seines ersten Formel-1-Sieges in der ersten Runde sechs Plätze nach vorne, während Vettel festhing. Der Hesse ging als 14. in den Grand Prix – und konnte nur einen Rang gutmachen.

Schon vor der ersten Runde war für Carlos Sainz alles vorbei. Der Spanier, der 2021 Vettels Nachfolger bei Ferrari wird, konnte nicht dabei sein, da die Antriebseinheit an seinem McLaren einen Schaden am Auspuff verursacht hatte. Während Dauer-Weltmeister Mercedes wenig überraschend das Tempo kontrollierte, konnte in der Anfangsphase einzig Verstappen halbwegs mithalten. Das Führungstrio war im Gegensatz zum Rest der Top Ten von Beginn an mit der mittelharten Reifenmischung unterwegs.

Genau wie Vettel, der nach acht Runden so wieder direkt hinter Leclerc war. Der 22-jährige Monegasse verlor auf weicheren Reifen an Boden. Bevor Vettel auf der Strecke überholen konnte und das später nach einem Boxenstopp tat, löste ein Unfall von Giovinazzi eine Rennpause aus. Der Alfa-Romeo-Fahrer kam nach einem Fehler vom Asphalt ab, dabei wurde auch der Williams von Russell durch ein umherfliegendes Rad so stark beschädigt, dass er nicht mehr fahren konnte.

Nachdem die Strecke wieder freigegeben wurde, zogen die Silberpfeile erneut davon. Und für Vettel wurde es noch bitterer. Ex-Teamkollege Kimi Räikkönen raste im Alfa Romeo erst vorbei und dann aus dem Blickfeld. Anstatt um Podestplätze in seinem letzten Ferrari-Jahr mitzufahren, stritt Vettel außerhalb der Punkteränge im Niemandsland um die Positionen. Der schwache Motor der Ferrari war auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke unweit der deutschen Grenze schon wieder hoffnungslos unterlegen, nachdem es an gleicher Stelle vor einem Jahr für Leclerc noch zum Triumph gereicht hatte.

Ein weiterer Boxenstopp warf Leclerc zwischenzeitlich sogar auf den letzten Platz zurück. „Warum musste ich noch mal stoppen?“, funkte der Youngster fragend und mit wenig Verständnis an sein Team. „Das sagen wir dir später“, lautete die unbefriedigende Ferrari-Antwort. Später teilte der Rennstall mit, dass es sich um eine technische Vorsichtsmaßnahme gehandelt habe.

Bottas klagte zehn Runden vor dem Ende über ein Taubheitsgefühl in einem Bein, während sich Dominator Hamilton gar nicht erst mit den Problemen der Konkurrenz beschäftigen musste, schon wieder ganz vorne landete und im Ziel Wagen und Team lobte: „Spa ist eine ganz besondere Strecke. Ich könnte hier Runde um Runde abspulen. Es war hier nicht immer einfach für mich, entsprechend ist es fantastisch, an diesem Wochenende hierher zu kommen, auf die Pole zu fahren und das Rennen zu gewinnen. Aufgrund des Windschattens auf der langen Geraden kann die erste Runde zu einem Albtraum werden, aber ich konnte Valtteri auf der Startrunde hinter mir halten und hatte von da an ein starkes Rennen. Natürlich würde ich am liebsten jeden Grand Prix mit einem Rad-an-Rad-Duell gewinnen, aber heute war es ein anderes Rennen. Alles drehte sich darum, auf die Reifen zu achten und den Abstand auf die Autos hinter mir im Auge zu behalten. Am Ende war ich ein wenig nervös, dass sich die Reifenprobleme von Silverstone vielleicht wiederholen könnten, aber zum Glück haben sie gehalten. Vielen Dank an das gesamte Team, sowohl hier als auch in Brackley und Brixworth. Egal, wie viele Erfolge wir über die Jahre schon gemeinsam eingefahren haben, jeder Einzelne arbeitet immer weiter und ist vollkonzentriert, dass wir uns weiter verbessern. Das ist eine fantastische Mentalität und es ist unheimlich inspirierend, in diesem Umfeld zu arbeiten!“

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