DTM Lausitz: BMW kann wieder siegen!

Der Samstag endete in der Lausitz mit einem Audi 1-2-3, doch am Sonntag meldete sich BMW großartig zurück. Lucas Auer machte im Sonntagsrennen auf dem Lausitzring den ersten Saisonsieg für BMW in der DTM perfekt. Dank einer klugen Strategie und einem Überholmanöver in der letzten Runde siegte Auer in seinem BMW Bank M4 DTM vor Timo Glock, der zuvor in Führung gelegen hatte!

Für Auer ist es der fünfte Sieg in der DTM und der erste in einem BMW Fahrzeug. Für BMW war es insgesamt der 88. Sieg in der DTM, zum 22. Mal stehen zwei BMW Fahrer auf den Plätzen eins und zwei. Im CATL BMW M4 DTM überquerte Jonathan Aberdein die Ziellinie als Siebter. Marco Wittmann auf Platz neun und Sheldon van der Linde auf Rang zehn punkteten ebenfalls. Von den Plätzen neun und sieben ins Rennen gegangen, konnten Auer und Glock bereits am Start Positionen gutmachen und mit der Pace an der Spitze mithalten. Im Gegensatz zu den Konkurrenten entschieden sich die beiden für einen frühen Reifenwechsel und absolvierten bereits in der zehnten Runde ihren Pflichtboxenstopp. Auf frischen Reifen konnten sie in den folgenden Runden die entscheidenden Sekunden auf die Konkurrenten herausfahren. Nachdem alle Piloten an der Box waren, lag das Duo auf den Plätzen zwei und drei und ging nur wenig später am führenden Jamie Green vorbei. Bis eine Runde vor dem Ende lag Glock auf Siegkurs, ehe ihn Auer in einem packenden Finish doch noch überholte und seinen ersten Sieg für BMW perfekt machte.

Im bisher verrücktesten DTM-Rennen des Jahres war Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline auf Platz drei der beste Audi-Pilot, obwohl der Holländer bereits zum vierten Mal in diesem Jahr von der Pole-Position startete. „Leider hat es wieder nicht mit meinem ersten DTM-Sieg geklappt“, sagte Frijns, nachdem er sich mit einem Überholmanöver kurz vor dem Ziel den dritten Platz geholt hatte. „Es war definitiv ein verrücktes Rennen. Ich bin von der Pole gestartet und hatte das Gefühl, gut unterwegs zu sein. René Rast und Nico Müller hinter mir waren ähnlich schnell. Wir sind alle drei relativ spät zum Reifenwechsel an die Box gekommen. Als ich zurück auf die Strecke kam, war ich nur noch Siebter. Es war unheimlich schwierig, sich wieder nach vorne zu kämpfen.“

Direkt hinter Frijns fuhr Jamie Green vom Audi Sport Team Rosberg auf Platz vier über die Ziellinie. „Ich habe ziemlich früh gestoppt und konnte danach ein gutes Polster herausfahren“, sagte Green. „Als Führender darf man weder Push-to-Pass noch DRS nutzen. Deshalb haben mich Timo Glock und Lucas Auer eingeholt und überholt. Danach konnte ich mit den beiden BMW-Piloten gut mithalten, ich wollte am Ende aber kein Gewaltmanöver probieren. Beim Versuch, Timo Glock zu überholen, bin ich schlecht aus der letzten Kurve gekommen, und so hat mich Robin leider noch erwischt. Schade, denn ein Podium wäre heute toll gewesen.“

Mit einem ähnlichen Manöver verdrängte Tabellenführer Nico Müller auf der Zielgeraden noch Titelverteidiger René Rast von Platz fünf. Nur 0,011 Sekunden trennten die beiden Titelrivalen – 78 Tausendstel weniger als bei ihrem Fotofinish vor einer Woche. „Das war ein sehr seltsames Rennen“, sagte Nico Müller. „Im ersten Moment habe ich nicht verstanden, was wir falsch gemacht haben. Wir haben spät gestoppt und dadurch Plätze verloren. Aber das ist normal. Seltsam war nur, dass wir die Positionen trotz der frischeren Reifen nicht wieder gutmachen konnten. Alle haben sich mit DRS verteidigt. So haben wir die Chance verloren, die beiden BMW an der Spitze einzuholen. Als René kein DRS mehr hatte, habe ich ihn quasi auf der Ziellinie noch überholt. Das war das einzige Highlight. Bis zum Boxenstopp dachte ich, dass wir auch heute um den Sieg kämpfen würden. Das war leider nicht der Fall.“

René Rast zog ein ähnliches Fazit: „Im Kampf zwischen Robin, Nico und mir haben wir uns wohl zu sehr auf uns selbst konzentriert und dabei übersehen, dass die BMW sehr früh an die Box gekommen sind und ihnen ein Undercut gelungen ist. Das ist wirklich schade, denn Nico, Robin und ich hätten heute alle gewinnen können.“

In der Fahrerwertung klettert Glock mit nun 52 Punkten als bestplatzierter BMW Fahrer auf den vierten Rang. Das nächste DTM-Rennwochenende findet vom 4. bis 6. September in Assen statt.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG