Formel 1: Der Eine kommt, ein anderer geht!

Fernando Alonso kommt in die F1 zurück und fährt im kommenden Jahr bei Renault. Mehr als 19 Monate nach seinem Rückzug will der Spanier seine besten Zeiten wieder aufleben lassen und so wie 2005 und 2006 mit Renault Weltmeister werden. Der Andere verlässt die Formel 1 mit ungewisser Zukunft. Sebastian Vettel dagegen noch keine Entscheidung getroffen und hofft!

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso steht vor einem spektakulären Formel-1-Comeback. Mehr als 19 Monate nach seinem Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports ist der Spanier als neuer Renault-Pilot bekanntgegeben worden. Damit würde Sebastian Vettel nach seinem Aus bei Ferrari zum Jahresende eine weitere Option für seine PS-Karriere wegbrechen.

Mit dem französischen Werksteam war Alonso 2005 und 2006 Weltmeister geworden. Wie die BBC am Dienstag berichtete, hat der mittlerweile 38-Jährige einen Vertrag bereits unterschrieben. Von einem Zweijahresvertrag für Alonso plus einer Option auf eine weitere Saison ist die Rede. Alonso wird das das Cockpit von Daniel Ricciardo übernehmen, der zu McLaren wechselt. Zweiter Fahrer ist der Franzose Esteban Ocon. Alonsos Berater Flavio Briatore, bei Renault früher auch sein Teamchef, hatte schon kurz nach Ricciardos angekündigtem Abgang gesagt, dass sein Klient motiviert und bereit für ein Comeback wäre. „Wir reden mit einigen Namen“, hatte Renault-Teamchef Cyril Abiteboul zuletzt gesagt. „Einige Namen sind größer, einige weniger bekannt.“ Alonso wäre so ein ganz großer Name. 32 Formel-1-Rennen gewann er während seiner Karriere, nach vier Frustjahren bei McLaren bestritt er seinen letzten Grand Prix beim Saisonfinale 2018 in Abu Dhabi. „Ich habe in der Formel 1 mehr erreicht, als ich mir je erträumt habe. Es ist nun an der Zeit, außerhalb der Formel 1 Großes zu erreichen“, begründete Alonso damals seinen Abschied. Zuletzt war er unter anderem bei der Rallye Dakar aktiv und versuchte, sich vor allem den Traum von der sogenannten Triple Crown zu erfüllen. Erfolge beim Formel-1-Rennen in Monaco und Langstreckenklassiker von Le Mans hat Alonso, ihm fehlt aber noch der Triumph beim Indy 500. Im August will er dort in einem McLaren starten.

Die Formel 1 hat Alonso, der schon zweimal bei Renault unter Vertrag stand, aber nie ganz losgelassen. Auch wenn er sich über die Jahre in der Motorsport-Königsklasse einen Ruf als Nörgler und Egozentriker erarbeitet hat. Unvergessen bleibt sein einjähriges Intermezzo 2007 bei McLaren, als er das Team in einem Stallkrieg mit dem damaligen Neuling Lewis Hamilton fast zum Kollaps brachte. „Er hat immer ein bisschen Chaos hinterlassen, wenn er gegangen ist“, erinnerte sich einmal Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

2010, 2012 und 2013 wurde Alonso mit Ferrari Vize-Weltmeister. 2015 verließ er die Scuderia, Sebastian Vettel ersetzte ihn in Maranello. Weltmeister in Rot wurden beide nicht. Mit seinem Wechsel zum damals hinterherfahrenden McLaren-Team wurde der Mann aus Oviedo endgültig zum Dauer-Lamentierer – entweder beklagte er sich über die Formel 1 an sich oder sein zu langsames Auto. Hohen Unterhaltungswert hatten die Klagen jedoch gleichwohl. Bei Renault würde Alonso nur zu gerne an alte Zeiten anknüpfen. Allerdings hat sich das Team zuletzt nicht nach vorne entwickelt. Anstatt 2019 Mercedes, Ferrari und Red Bull anzugreifen, fielen die Franzosen in der Konstrukteurswertung sogar noch hinter McLaren auf Position fünf zurück. Auf Alonso wartet viel Arbeit.

An alte Zeiten konnte Sebastian Vettel bei Ferrari nicht anknüpfen. Der vierfache Weltmeister agierte zum großen Teil wie ein Schatten seiner selbst. Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat nach seiner Ausbootung bei Ferrari noch keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. „Ganz ehrlich, ich weiß es auch noch nicht für mich selber“, sagte der 33-Jährige als Gast der Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar 7“ bei Servus TV: „Wichtig ist natürlich, auch ein Umfeld zu finden, das irgendwo passt.“

Er habe die „letzten fünf Jahre in vielerlei Hinsicht sehr genossen, aber die letzten fünf Jahre haben auch sehr viel Kraft gekostet“, erklärte der Heppenheimer. Das Ziel sei es gewesen, das Ferrari-Team neu aufzubauen: „Mit Sicherheit haben alle auch alles versucht, aber letzten Endes sind wir sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite gescheitert.“ Der Titel sei ausgeblieben: „Der war das große Ziel.“ Wichtig sei nun für ihn, „etwas zu finden, das mir taugt, das mir Spaß macht“. Der finanzielle Aspekt stehe dabei „überhaupt nicht im Vordergrund“. Natürlich sei er nach wie vor „sehr ehrgeizig“, versicherte Vettel: „Motorsport ist mein Leben, ich möchte es einfach nicht missen, und ich glaube, mit der richtigen Aufgabe und am richtigen Platz würde ich mich nach wie vor sehr zu Hause fühlen in einem Formel-1-Auto.“

Die nächsten Wochen und Monate, so Vettel, „werden Aufschluss darüber geben, was für mich möglich ist“. Unmittelbar nach Bekanntwerden habe er bei seinem alten Vertrauten und ehemaligen Arbeitgeber Helmut Marko angerufen: „Aber nicht, um zu fragen, Helmut, hast du einen Platz für mich, sondern einfach, um seinen Rat zu hören.“ Red-Bull-Teamchef Christian Horner schloss eine Rückkehr von Vettel zu Red Bull allerdings weitgehend aus. „Wenn er die Formel 1 verlassen würde, wäre es ein Verlust“, sagte der Brite: „Aber es ist schwierig, ihn unterzubringen. Wir haben nicht erwartet, dass er auf dem Markt ist und von Ferrari so rüde vor die Tür gesetzt wird.“ Red Bull plant offenbar auch über 2020 hinaus mit den Fahrern Max Verstappen und Alex Albon. Derzeit, so Vettel, gebe es für ihn im Hinblick auf nächste Saison drei Optionen: „Weiterfahren, ganz aufhören, ein Jahr Pause machen.“ Die Tür bei Mercedes sieht er für sich geschlossen: „Ich denke, sie werden mit Lewis und Valtteri weitermachen, auch wenn die offizielle Verkündung noch aussteht.“ Und auch ein mögliches Engagement bei Renault ist vom Tisch. Das Cockpit von Daniel Ricciardo wird ab 2021 der Spanier Fernando Alonso übernehmen.

Und das war es auch schon für diese Woche. Am Wochenende wartet jede Menge Racing auf uns. Die Nürburgring Langstrecken Serie fährt gleich zweimal auf der Nordschleife. Am Samstag und am Sonntag kommt es zum lang erwarteten Doubleheader. Und die Formel 1 gibt ihr zweites Gastpiel in dieser noch jungen Saison! In diesem Sinne, ein schönes Wochenende!

Fotos (c) Toyota Gazoo Racing, Ferrari, Getty Images, Red Bull CP