F1: Vettel verläßt Ferrari!

Sebastian Vettel wird Ferrari zum Saisonende verlassen. Dann läuft der Vertrag des Vierfachen aus, der sich von seinem Engagement bei der Scuderia viel versprochen hatte. Der Wunsch nach weiteren WM-Titeln war der Plan. Gar ein neuer Schumacher wollte Vettel bei Ferrari werden. Doch am Ende konnte der Heppenheimer nicht liefern. Dem teaminternen Druck durch den Youngster Charles LeClerc hielt Vettel nicht mehr stand. Die Kritik wuchs und nun ist Ende 2020 Feierabend!

Vermutlich war es der Unfall beim Großen Preis von Deutschland im Juli 2018, der sich tief in Vettels Nervenkostüm brannte. In Führung liegend ballerte Vettel seinen roten Dienstagen unbedrängt in den Kies. Danach gewann Vettel nur noch zwei Rennen und war ein Schatten seiner selbst. Dünnhäutig im Kampf mit dem Teamkollegen geworden häuften sich Fehler. Und um mit dem jungen Teamkollegen mithalten zu können, überfuhr Vettel seinen Ferrari immer öfter. Auch die vergangene Saison war enttäuschend für Vettel verlaufen. Er belegte in der WM nur den fünften Platz, sein aufstrebender Stallrivale Charles Leclerc landete vor ihm. Mit dem Monegassen geriet der Deutsche auf der Strecke mehrfach aneinander. Als Ferrari Weihnachten 2019 Leclerc einen bis Ende 2024 gültigen Vertrag gab, war dies ein klares Signal für die Zukunft.

Vettel hatte zuletzt in einer Videokonferenz gesagt, dass es keine Frist für eine Entscheidung im Vertragspoker gebe. „Wie auch immer der Deal aussehen wird, das Team und ich werden uns damit wohl fühlen müssen“, hatte er gesagt. Ferrari Teamchef Binotto hatte mehrfach beteuert, gern weiter mit Vettel zusammenarbeiten zu wollen und dessen Qualitäten gelobt. Doch nun wird die ehemals so gefeierte Ehe zwischen Ferrari und Vettel geschieden. Wenigstens wird keine schmutzige Wäsche gewaschen, glaubt man Sebastian Vettels Erklärung:

„Meine Beziehung zur Scuderia Ferrari endet Ende 2020. Um die bestmöglichen Ergebnisse in diesem Sport zu erzielen, ist es für alle Beteiligten wichtig, in perfekter Harmonie zu arbeiten. Das Team und ich haben gemerkt, dass es nicht mehr den gemeinsamen Wunsch gab, über das Ende dieser Saison zusammenzubleiben. Finanzielle Gründe haben bei dieser gemeinsamen Entscheidung keine Rolle gespielt. So denke ich nicht, wenn es darum geht, bestimmte Entscheidungen zu treffen, und das wird auch niemals so sein. Was in den letzten Monaten passiert ist, hat viele von uns dazu gebracht, über unsere echten Prioritäten im Leben nachzudenken. Man muss seine Vorstellungskraft einsetzen und einen neuen Ansatz für eine Situation wählen, die sich geändert hat. Ich selbst werde mir die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was für meine Zukunft wirklich wichtig ist. Die Scuderia Ferrari nimmt in der Formel 1 einen besonderen Platz ein und ich hoffe, dass sie den Erfolg hat, den sie verdient. Abschließend möchte ich der gesamten Ferrari-Familie und vor allem den Tifosi auf der ganzen Welt für die Unterstützung danken, die sie mir im Laufe der Jahre gegeben haben. Mein unmittelbares Ziel ist es, meine Zeit bei Ferrari so zu beenden, dass wir noch einige schöne Momente miteinander teilen und diese zu denen hinzufügen, die wir bisher genossen haben!“

Als Kandidat für eine Vettel-Nachfolge wird seit längerem schon der Spanier Carlos Sainz gehandelt. Der spanische McLaren-Pilot Carlos Sainz junior gilt Medienberichten zufolge als Hauptanwärter auf die Nachfolge von Vettel bei Ferrari. Der Vertrag des 25 Jahre alten Sohnes der spanischen Rallye-Ikone Carlos Sainz beim britischen Team läuft ebenfalls Ende dieses Jahres aus. Er wird schon seit Wochen immer wieder mit der Scuderia in Verbindung gebracht. Vettel bestritt bisher 101 Grand Prix für die Scuderia. In seiner F1 Vita stehen 4 Titel, 240 Starts, 53 Siege, 57 Pole Positions und 38 schnellste Runden. Eigentlich eine Statistik, bei der man sich zur Ruhe setzten könnte. Allerdings muss man auch einen Teamwechsel im Blick haben. Renault oder Mclaren böten sich an. Gegenüber Vettels ursprünglichen Ferrari-Plänen wären diese Teams jedoch ein klarer Abstieg. Und mit Frau und zwei Kindern sollte ein solcher Wechsel klug überlegt sein!

Archivfotos (c) Ferrari