WRC Schweden: Der nächste Erfolg für Citroen!

Für die beteiligten Werke war die Rallye Schweden eine ganz besondere Herausforderung. Trotzdem hielten sich die Teams wacker. Insbesondere Citroen war einmal mehr erfolgreich!

Nach einem Fünffachsieg in der RC2-Kategorie bei der Rallye Monte-Carlo bewies der Citroën C3 R5 seine Stärke auch bei der Rallye Schweden, wo Mads Östberg und Torstein Eriksen die WRC2-Klasse dominierten. Mit ihrem zweiten Sieg in Folge setzten sich die Norweger an der Tabellenspitze weiter ab. Nach einigen Wochen mit ungewöhnlich warmen Temperaturen und ausbleibendem Schnee konnte die Rallye Schweden dank dem Engagement der Veranstalter zwar stattfinden, die Länge wurde jedoch auf neun Wertungsprüfungen über insgesamt 148 Wettbewerbskilometer verkürzt. Da die Prüfungen mehrfach befahren wurden und der Schotter durch die dünne Eisschicht brach, kam es vor allem darauf an, sich die Spike-Reifen auf den Wertungsprüfungen richtig einzuteilen. Trotz der extrem schwierigen Bedingungen erwies sich der Citroën C3 R5 sowohl als schnell wie auch als zuverlässig auf den verschiedenen Belägen. Durch die verstärkte Unterstützung des Kundensport-Programms hatte sich Citroën Racing mit zwei Testtagen intensiv auf die Winterrallye vorbereitet. Mads Östberg nutzte bei seinem 14. Start in Schweden seine Erfahrung und übernahm mit einer Bestzeit auf der zweiten Prüfung die Führung in der WRC2-Kategorie. Mit weiteren sechs Bestzeiten feierte der Norweger den zweiten Saisonsieg nach der Rallye Monte-Carlo und baute seinen Tabellenvorsprung weiter aus. Der nächste WM-Einsatz für ‚Mad‘ Mads und seinen Co Torstein Eriksen ist die Rallye Portugal vom 21. bis 24. Mai, dort werden sie ein starkes Feld von Citroën C3 R5 anführen.

Wegen des für die Jahreszeit zu warmen Wetters und dem damit verbundenen Schneemangel strichen die Organisatoren den zweiten Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft auf neun Wertungsprüfungen zusammen, die über insgesamt 148,55 Kilometer führten. Die kürzeste Rallye Schweden aller Zeiten sah dennoch ein spannendes Finale auf der letzten Wertungsprüfung am Sonntag. Die 21,19 Kilometer der Likenäs-Prüfung brachten auch in der WRC3-Kategorie die Entscheidung. Emil Lindholm und Mikael Korhonen im privaten Skoda Fabia Rally2 evo verpassten den WRC3-Sieg um gerade einmal fünf Sekunden.

Der erst 18 Jahre alte Skoda-Youngster Oliver Solberg und Beifahrer Aaron Johnston starteten bei ihrem WRC3-Debüt im Skoda Fabia Rally2 evo in die letzte Prüfung mit einem hauchdünnen Polster von 1,1 Sekunden auf den ehemaligen Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson aus Schweden und dessen Beifahrer Stig Rune Skjaermoen. Doch auf den letzten Metern hatte Solberg Pech, kassierte einen Reifenschaden und wurde mit einem Zeitverlust von 1.53 Minuten auf WRC3-Rang fünf zurückgeworfen. Die Organisatoren der 2020er-Auflage der Rallye Schweden kämpften aufopferungsvoll gegen das saisonal ungewöhnlich warme Wetter und den damit verbundenen Schneemangel in der schwedischen Region Värmland und im Grenzgebiet zu Norwegen. Lange war nicht klar, ob die Rallye überhaupt stattfinden könnte. Mit vereinten Kräften konnten schließlich neun Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 148,55 Kilometer gerettet werden. Am abschließenden Sonntag stand nur noch die 21,19 Kilometer lange ,Likenäs Wolf Power Stage‘ auf dem Programm. Sie brachte bei heftigen Regenfällen und einem Gemisch aus Schlamm und Eis die Entscheidung um Sieg und Podiumsplatzierungen.

Auch das Ford Team M-Sport litt unter der Witterung und der Absage einiger Etappen. Am Ende war man dennoch zufrieden, denn Esapekka Lappi und Copilot Janne Ferm beendeten die Rallye Schweden mit ihrem M-Sport Ford Fiesta WRC auf dem fünften Platz. Die Finnen setzten sich beim zweiten Saisonlauf, der aufgrund Schneemangels im Värmland auf nur neun Wertungsprüfungen stark verkürzt ausgetragen wurde, gegen den Rallye Monte-Carlo-Sieger Thierry Neuville durch. Dabei konnten sie die Abstimmung ihres rund 390 PS starken und auf Spike-Reifen rollenden Turbo-Allradlers von Etappe zu Etappe weiter verbessern. Mit der fünftschnellsten Zeit auf der abschließenden Power Stage sicherte sich Lappi einen zusätzlichen WM-Punkt. Teemu Suninen und Co Jarmo Lehtinen belegten mit dem zweiten Fiesta WRC von M-Sport Ford unbedrängt den achten Rang. Kurz nach seinem 26. Geburtstag hatte Suninen, der im vergangenen Jahr die Rallye Schweden zum Teil anführen konnte, bereits beim Shake Down, dem offiziellen Test vor Beginn der Veranstaltung, einen Dreher hingelegt und hierdurch etwas Selbstvertrauen verloren. Zudem musste er auf den Wertungsprüfungen des Samstags, die eher an Schotterpisten erinnerten, jeweils als Erster auf die Strecke und wurde auch hiervon benachteiligt.

„Mit Rang fünf können wir am Ende dieses schwierigen Wochenendes zufrieden sein“, betont M-Sport-Teamchef Richard Millener. „Esapekka Lappi wurde von Prüfung zu Prüfung immer schneller. Je mehr WP-Kilometer am Steuer unseres Ford Fiesta WRC er sammelt, desto stärker wächst sein Selbstvertrauen – heute hat er sich bereits gegen Thierry Neuville durchsetzen können. Wir können von ihm in Zukunft sicher noch Großes erwarten, zum Beispiel bei der Schotter-Rallye Mexiko, dem nächsten WM-Event. Dort sollte auch Teemu Suninen wieder besser in Schwung kommen. Seine Saison begann etwas holperig, aber wir alle wissen, was er leisten kann.“

Auch Esapekka Lappi war mit seiner Leistung im Reinen: „Unsere Vorstellung hier in Schweden war ganz ok“, erklärt Lappi. „Wir sind noch nicht ganz da, wo wir hin wollen, denn ich möchte natürlich um Podiumsplätze kämpfen – aber es fehlt nicht mehr viel und wir kommen immer näher an die Spitze heran. Speziell am Samstag haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht, da war unser Tempo schon sehr gut. Dies gibt mir vor der Rallye Mexiko etwas Rückenwind. Es geht in die richtige Richtung, wir sind optimistisch!“

Teemu Suninen war verständlicherweise nicht so glücklich: „Die Rallye ist für uns nicht so gut gelaufen – das begann gleich im Shake Down mit einem Big Moment, als wir uns gedreht haben“, so Suninen. „Am Freitag bin ich es daraufhin zum Teil zu vorsichtig angegangen und wir haben einige Sekunden verloren, die wir uns nicht mehr zurückkämpfen konnten. Am Samstag waren wir als Erste auf der Strecke, das hat es noch schwieriger gemacht. Das werden wir jetzt in Ruhe analysieren und versuchen, beim nächsten WM-Lauf wieder besser abzuschneiden.“

Bereits am 12. März geht die WRC in die dritte Runde. Rund um Guanajuato findet mit der Rallye Mexiko die erste harte Schotterrallye des Jahres statt!

Fotos (c) Citroen Racing, Ford Werke GmbH, Skoda Auto Deutschland