WTCC: Im Leitplankenkanal

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Wer am kommenden Wochenende auf der Suche nach packendem Tourenwagensport ist, wird an der WTCC kaum vorbeikommen. Die Kutscher der Tourenwagen-WM werfen sich mit ihren Spielgeräten in den Leitplankenkanal von Porto. Alle zwei Jahre findet das Rennen auf dem improvisierten Straßenkurs in Portugals zweitgrößter Metropole statt. Zwei mal elf Runden Runden a 4807 Meter, der Circuito Da Boavista ist nicht ganz unumstritten, denn der Schrottanteil lag 2009 und 2007 weit über dem normalen Maß. Für spektakuläre Action ist der Kurs also gut, der Rennfaktor litt allerdings ein wenig durch den hohen Safety-Car Anteil.

Das soll in diesem Jahr besser werden. Die Veranstalter haben die kritischsten Stellen des Kurses entschärft. Die Schikane vor Start/Ziel wurde überarbeitet, die lange und enge Avenida do Boavista wurde von acht auf zwölf Meter verbreitert und die Auslaufzonen wurden erheblich vergrößert. Der modifizierte Kurs hat sich inzwischen bewährt, denn vor 14 Tagen fand bereits der historische Grand Prix von Porto statt. Im Rahmen der Veranstaltung drehte übrigens Andre Zaugg im Red Bull F1 einige Runden im Leitplankenkanal. Das Strecken-Update hat dem Kurs gutgetan. Der völlig untypische Stadtkurs von Porto hat nachwievor lange Geraden, knackige Schikanen und blinde Ecken. Durch die Verbreiterung kommen jetzt auch noch ein paar gute Überholmöglichkeiten hinzu.

Spannend und heiß wird’s also werden, wenn am Sonntag um 13:20 Uhr (Lauf 1) und 17:50 Uhr (Lauf 2) die Startampel auf Grün springt. Chevrolets Blue Train gilt auch in Porto als klarer Favorit. Doch von Langeweile keine Spur. Die teaminternen Zweikämpfe zwischen Huff, Menu und Muller sind das Eintrittsgeld wert und auch ab Platz Vier wird kräfig gefightet. Tom Coronel, Gabriele Tarquini und der Local Hero Tiago Monteiro werden sich in Porto nichts schenken. Dazu gesellt sich der Volvo, der bereits in Brünn aufhorchen ließ. Der Schwedenhappen mit dem kurzen Radstand könnte in Porto nochmal nachlegen. Mit dem neuen 1,6 Liter Turbomotor möchten sich die Schweden konstant in der Top Ten bewegen. In Porto ist vielleicht sogar eine Überraschung drin. Robert Dahlgren macht auf dem Volvo C30 bisher einen so guten Job, das die Gerüchte um ein Comeback von James Thompson ein wenig in den Hintergrund getreten sind. Das liegt aber auch daran, das „Thommo“ sehr intensiv in die Weiterentwicklung des Volvo eingebunden ist. Thompson fährt für PoleStar in der schwedischen Tourenwagenserie, ist aber zur Zeit noch nicht ganz auf Tempo. Spätestens wenn Volvo ganz offiziell den Einstieg in die Tourenwagen-WM 2012 bekanntgibt, wird Thompson im zweiten Cockpit sitzen. Da ist sich Stephan’s RaceBlog sicher.