Dakar 2020: Sainz im Glück!

Die zehnte Etappe von Haradh nach Shubaytah wurde bei Kilometer 345 durch die Organisatoren wegen schlechten Wetters abgebrochen. Zu starker Wind verhinderte den Start der Helikopter. Carlos Sainz und Lucas Cruz hatten Glück, denn sie waren zu dem Zeitpunkt in ihrem MINI John Cooper Works Buggy am schnellsten unterwegs und sicherten sich damit ihren vierten Tagessieg und bauten ihren Vorsprung auf 18 Minuten aus!

Den zweiten Platz erreichten Jakub Przygonski und Timo Gottschalk im MINI JCW Rally. Orlando Terranova und Ronni Graue beendeten die Prüfung auf Rang acht. Stéphane Peterhansel und Paulo Fiuza wurden Zehnte. Der erste Teil der Wertungsprüfung war navigatorisch sehr schwierig und die zu Beginn gestarteten Crews hatten Probleme den richtigen Weg zu finden. Sainz und Przygonski kamen ohne größere Schwierigkeiten durch und machten gegenüber der Konkurrenz viel Zeit gut. Sainz hat nun einen Vorsprung von über 18 Minuten auf den zweit platzierten Nasser Al-Attiyah. Auch wenn Peterhansel auf seinen führenden Bahrain JCW X-raid Teamkollegen Zeit verloren hat, konnte er auf Al-Attiyah aufholen und liegt nun nur noch 16 Sekunden hinter dem Katari.

Für Przygonski und Gottschalk lief es immer besser. Nach ihrem vierten Platz können sie sich gestern über Rang zwei freuen. „Eine ganz und gar nicht einfache Prüfung mit vielen steil abfallenden Dünen“, so der Pole. „Wir haben uns das Tempo gut eingeteilt, um langsam über die Dünenkämme zu fahren, ohne steckenzubleiben. Wir sind zeitweise Carlos Sainz gefolgt und konnten sein Tempo mitgehen!“

Zu Beginn sah es für Peterhansel so aus als könnte er den Tag in den Top 3 beenden. Doch dann verlor er durch die schwierige Navigation viel Zeit. Ein schlechter Tag war es für den Franzosen trotzdem nicht. „Es war eine harte Prüfung mit vielen schwierigen Dünen“, berichtet Peterhansel. „Einige Kilometer vor der Neutralisation haben wir uns zusammen mit Nasser und anderen Piloten total verfahren. Aber schlussendlich war es ein guter Tag für meinen Bahrain JCW X-raid Teamkollegen Carlos, der den Abstand zu Nasser vergrößern konnte und auch wir konnten näher an ihn rankommen!“ Für Toyota Hilux Pilot Nasser Al-Attiyah ein herber Rückschlag. „Einmal haben wir uns ein wenig verfahren – das war nur für zwei oder drei Minuten. Nachdem wir diesen Wegpunkt erreicht hatten, nahmen wir den falschen Weg, was uns 20 km extra kostete. So geht das!“

Mit dem anspruchsvollen Dünen hatte auch Fernando Alonso zu kämpfen. Der Spanier nahm eine Düne quer und rollte seinen Toyota Hilux gekonnt ab. Mit zerbrochener Windschutzscheibe setzte Alonso seine Fahrt unerschrocken fort.

Nachdem die Crews die Nacht ohne ihr Team verbringen müssen, kehren sie morgen nach Haradh zurück. Die elfte Etappe beginnt mit einer 45 Kilometer kurzen Verbindungsetappe, es folgen 379 Kilometer gegen die Uhr. Allerdings müssen die Crews im Anschluss 320 Kilometer bis ins Biwak zurücklegen.

Rallye – Gesamtwertung nach Etappe 10

1. C. Sainz (ESP) / L. Cruz (ESP) MINI JCW Buggy – 37h 15m 37s
2. N. Al-Attiyah (QAT) / M. Baumel (FRA) Toyota – 37h 33m 47s
3. S. Peterhansel (FRA) / P. Fiuza (POR) MINI JCW Buggy – 37h 34m 03s
4. Y. Al-Rajhi (KSA) / K. Zhiltsov (RUS) Toyota – 37h 56m 23s
5. O. Terranova (ARG) / B. Graue (ARG) MINI JCW Rally – 38h 13m 16s

Fotos (c) Team X-Raid, Toyota Gazoo Racing