Dakar 2017: Neunte Etappe abgesagt!

Sebastien Loeb gewinnt die achte Etappe. Auf der zweigeteiltung Prüfung nach Salta baut der Elsässer seinen Vorsprung im Gesamtklassement weiter aus und zementiert die Dreifachführung für Peugeot. Die für heute geplante neunte Etappe ist inzwischen komplett abgesagt. Nachwievor macht das widrige Wetter den Organisatoren zu schaffen!

Starke Regenfälle und ein Erdrutsch machten den Teams auch gestern einen Strich durch die Rechnung. Der erste Teil der Wertungsprüfung wurde um 73 Kilometer verkürzt und der Restart erfolgte an der Grenze zu Argentinien. Im Tagesverlauf musste der Veranstalter weiter improvisieren. Die Straße nach Salta war so überflutet, dass es den Fahrzeugen unmöglich war, das geplante Ziel zu erreichen. Peugeot machte das Beste aus den Bedingungen. Sebastien Loeb holte sich auf der Route nach Salta den Tagessieg vor Stephane Peterhansel und Cyril Despres. Mikko Hirvonen fuhr erneut stark und erreichte das improvisierte Etappenziel als Vierter. Die für heute geplante Etappe von Salta nach Chilecito wurde noch in der Nacht komplett abgesagt. Nach einem Erdrutsch hatten die Organisatoren Probleme, die Service-Fahrzeuge für die neunte Etappe zu sammeln. Damit enfällt auch die Super Special Stage in Belen. Die Entscheidung der Rennleitung bedeutet, dass nun knapp 1.400 km der bisher geplanten 3.300 Wertungskilometer wegen des schlechten Wetters abgesagt oder gekürzt werden mussten. Erst mit der zehnten Etappe am Donnerstag soll die Dakar 2017 planmäßig weiter gehen.

Zeit für ein erstes Fazit. Die Ankündigung von Tour Direktor Marc Coma, 2017 wieder eine wirklich harte Rallye auf den Weg zu bringen, hat sich bestätigt. Die Dakar 2017 gilt zu Recht als eine der schwersten in ihrer südamerikanischen Geschichte. Allerdings hat der ASO die meteorologischen Bedingungen im südamerikanischen Hochland wieder einmal dramatisch unterschätzt. Das Biwak am Ruhetag in La Paz verwandelte sich in eine knöcheltiefe Schlammwüste und auch die Etappen im nördlichen Teil der Route litten unter den saisonal heftigen Wetterbedingungen. X-Raid Teamchef Sven Quand sparte nicht mit Kritik und sagte den Medien: „Dass in Bolivien im Januar und Februar Regenzeit ist, hätte der Veranstalter berücksichtigen müssen!“ Ganz besonders kämpften die Service-Crews unter den Zuständen in La Paz. Im Schlamm und bei Temperaturen um Null Grad an den Autos zu arbeiten war kein Vergnügen.

Auch die Prüfungen litten unter dem Wetter, das bereits im Vorjahr für viele Neutralisierungen und Absagen sorgte. Den Organisatoren der härtesten Rallye der Welt kann man bei den klimatischen Planungen leider nur begrenzte Lernfähigkeit bescheinigen. Bleibt zu hoffen, das sich die Route der Dakar 2018 mehr südlich orientiert. Auch sollte meiner Meinung nach die fahrerische Leistung wieder mehr in den Vordergrund rücken. Ich will die Qualitäten der Piloten nicht schmälern, doch bei der Dakar 2017 war und ist die Kunst der Navigation der Schlüssel zum Sieg. Draufgängerisches Gasgeben führte zum Ausfall. Diese Erfahrung machte Nasser Al-Attiyah bereits in der Anfangsphase der Rallye. Der Topfavorit auf den Gesamtsieg fiel mit seinem Gazoo Toyota Hilux 4×4 mit Aufhängungsbruch aus. Damit endete auch der mit Spannung erwartete Dreikampf zwischen Peugeot, Toyota und MINI. Drei Etappen vor der Zielankunft in Buenos Aires ist offiziell zwar noch nichts entschieden. Aber Peugeot kann sich eigentlich nur noch selbst schlagen!

Dakar 2017, Stand nach der 8. Etappe

1. Sébastien Loeb/Daniel Elena, Peugeot 20:10.05 Std.
2. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot +1.38
3. Cyril Despres/David Castera, Peugeot +17.17
4. Nani Roma/Alex Haro Bravo, Toyota +23.36
5. Mikko Hirvonen/Michel Perin, Mini +53.41
6. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota +1:21.44
7. Orlando Terranova/Andreas Schulz, Mini +1:26.47
8. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini +1:42.18
9. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro, Mini +2:42.57
10. Romain Dumas/Alain Guehennec, Peugeot +3:09.17

Fotos (c) Peugeot Sport, DPPI, Toyota Gazoo Racing, BMW AG, Team X-Raid, Iveco Media, Team Kamaz Master, Tatra Buggyra Racing