WTCC Finale Katar: Neustart nötig!

Seit Freitagabend ist auch die WTCC-Saison Geschichte. Gabriele Tarquini gewinnt in Katar das Opening Race. Mehdi Bennani siegt im Main Race und sichert sich die WTCC-Trophy. Zwei unterhaltsame Rennen übertünchen die Schwierigkeiten, mit denen die Tourenwagen-WM zu kämpfen hat!

wtcc_opening_race_startCitroen fuhr am Freitag sein letztes Tourenwagenrennen. Der französische Automobilkonzern wechselt zurück und die Rallye-WM. Auch Lada verabschiedete sich auf dem Losail International Circuit aus der Tourenwagen-WM und will in die TCR. Beide Hersteller verabschiedeten sich mit einem Sieg. Auch für zwei Piloten, die die WTCC in den vergangenen Jahren mehr als geprägt haben, war am Freitag die Zeit für den Abschied gekommen. Im Hauptrennen verliess Weltmeister Jose Maria Lopez die WTCC mit einem dritten Rang. Yvan Muller beendete sein lange Rennkarriere auf Rang sechs. Für Altmeister Gabriele Tarquini gab es dagegen noch einmal Jubel. Der 54-jährige, der womöglich sein letztes WTCC-Rennen fuhr, krönte Ladas Abschied nach toller Fahrt mit einem Sieg. Tarquinis riesige Erfahrung, aber auch das Duell zwischen Tom Chilton und Rob Huff um den zweiten Platz, liessen Ladas erstes Erfolgserlebnis auf trockener Strecke wahr werden. Wer die beiden Läufe verpasst hat, es gibt sie natürlich auf Youtube…


wtcc_tom_chiltonDoch kaum war das Finale beendet, nahmen die Spekulationen über die Zukunft der WTCC wieder Fahrt auf. Ein Neustart der Serie ist dringend nötig, denn… „WTCC? Pffff… da kann ich mich ja auch auf ’ne Autobahnbrücke stellen. Das ist spannender!“ Klare Ansage eines unserer Freunde des gepflegten Motorsports aus dem Dorf an der Düssel! Nicht ganz zu Unrecht, denn die Tourenwagen-WM hat im Jahr 2016 einen echten Absturz erlebt. Die Baustellen sind vielfältig. Eine betrifft das Regelwerk, das sich im Jahr 2019 gravierend ändern soll. Seit Oktober wird über die Einführung des Class One Reglements diskutiert, das ein Komitee aus japanischer GTA, amerikanischer IMSA und der deutschen DTM-Dachorganisation ITR bereits abgesegnet hatte. Am 30. November soll die Änderung des Regelwerks auf der FIA Weltratsitzung in Wien kommuniziert werden. Auch der Rennkalender bedarf einer dringenden Überarbeitung. Die unnötig langen Pausen, dazu die Absage des WM-Laufes in Thailand, sorgten ebenfalls für eine Extraportion Langeweile.

Mittlerweile steht das Rennwochenende in Macao wieder auf der Wunschliste. Nach dem die TCR den Vertrag mit den lokalen Veranstaltern nicht verlängert hat, könnte die WTCC die Lücke füllen. Elf Rennwochenenden sind angedacht. Darunter ist auch das Comeback von Monza, das als Ersatz für Le Castellet diskutiert wird. Man darf also echt gespannt sein, wie sich die Zukunft der Tourenwagen-Weltmeisterschaft entwickeln wird.

Fotos (c) FIA WTCC, Antonin Grenier, Clement Marin / DPPI