Motorsport am Wochenende: Volles Rohr!

Das Wochenende steht vor der Tür und der Motorsportkalender lockt gleich mit mehreren Höhepunkten. Bereits heute debütiert der neue Hyundai i20 R5 beim Rallye-EM-Lauf rund um Ypern. Die DTM gastiert auf dem Norisring und am Sonntag knallt die WTCC mit ihren bunt lackierten Mittelklassewagen über den Hammerkurs von Vila Real!

Hyundai_NG+i20_R5_side+viewDer New Generation i20 R5 ist das Produkt harter Entwicklungsarbeit der Hyundai Customer Racing Division in Alzenau. Nach einem ausgiebigen Testprogramm wird der NG i20 R5 ab heute erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Hyundai-Werksfahrer Kevin Abbring und Copilot Seb Marshall werden Hyundais neuen Kundensportler während der Ypres Rallye am Limit bewegen und die Erwartungen sind hoch. Während Skoda für die Entwicklung des Fabia R5 annähernd drei Jahre brauchte, stemmte Hyundai Motorsport sein R5-Programm innerhalb von nur neun Monaten. Kevin Abbring ist nach mehr als 3.000 Testkilometern mit dem Ergebnis zufrieden. „Auf Kevin_Abbring_and_Seb_MarshallAsphalt fühlt sich das Auto wirklich gut an“, sagte der Niederländer dem ERC-Mediendienst. Hyundai-Teamleiter Michel Nandan verspricht sich viel vom ersten öffentlichen Auftritt des i20 R5. “ Dass dies die Jungfernfahrt des Autos vor Publikum, vor Rallyefans und unseren zukünftigen Kunden auf den Etappen ist, ist allein schon bedeutend, aber es ist auch eine besondere Veranstaltung in der Geschichte von Hyundai Motorsport. Für das Ypres-Rally-Wochenende konzentrieren wir uns auf den New Generation i20 R5, das erste für Kunden gebaute Auto von Hyundai Motorsport. Dies ist ein sehr wichtiges Projekt für das Unternehmen; nicht nur, weil es uns gegenüber den Kunden repräsentiert, sondern auch, weil es die Marke Hyundai einem breiteren Publikum von Motorsportfans zugänglich macht. Mit diesem neuen Auto werden wir in der Lage sein, durch Wettkämpfe in neuen Meisterschaften, in neuen Ländern und vor neuen Fans den technischen Hochleistungskapazitäten des Herstellers zu einem noch größeren Profil zu verhelfen“, sagte Nandan dem hauseigenen Mediendienst. Nach Ypern sind weitere Tests vorgesehen, denn noch ist der Hyundai i20 R5 nicht homologiert.

Hyundai stößt mit dem eigenen R5 in einen Markt, der hart umkämpft ist. Ford, Peugeot, Skoda und Citroen haben bereits R5-Modelle im Angebot. Allein für den EM-Lauf in Ypern sind 30 R5 Autos gemeldet. Allerdings steckt die Rallye-Europameisterschaft in einer Krise. Viele Teams mit R5-Boliden zieht es in die WRC2 und auch auf Seiten der Veranstalter ziehen dunkle Wolken auf. In Ypern stellt man bereits klare Forderungen: „Wir sind enttäuscht von der Europameisterschaft. Sie entwickelt sich immer weiter zurück“, sagte Ypern-Manager Alain Penasse den Medien. „In den Zeiten der Intercontinental Rallye Challenge war das Interesse deutlich größer.“ Penasse hat nicht ganz Unrecht und kritisiert vor allem den Kalender und die Auswahl der Läufe. Insbesondere die Einsätze auf Inseln gehen nicht nur ins Geld, sondern kosten vor allem viel Zeit: „Ehe ein Auto von den Azoren zurückkommt, ist es schon zu spät für Ypern!“

Griebel_Ypern_CutTrotz alle Querelen um die EM, die Ausfahrt des Hyundai i20 R5 dürfte nicht nur von potentiellen Kunden mit Spannung erwartet werden. Auch die Youngster des Opel Rallye Junior Teams haben eine gewisse Vorfreude auf den wohl anspruchsvollsten EM-Lauf. Im Vorjahr holte Opel einen Dreifacherfolg. Marjian Griebel, Julius Tannet und Chris Ingram kennen die Hochgeschwindigkeits-Orgie rund um die Kleinstadt in Westflandern gut und wissen um ihre Tücken. Sie kennen aber auch ihre Stärken und die ihres Arbeitsgeräts. Denn der Opel ADAM R2 ist insbesondere auf Asphalt das Rallye-Fahrzeug, das in der R2-Klasse gegenwärtig die Maßstäbe setzt. 2015 feierte Opel in Ypern einen eindrucksvollen Dreifachsieg. Die Kenotek Ypres Rally führt über 17 Wertungsprüfungen und 250,16 WP-Kilometer. Der Start zur ersten Etappe erfolgt am Freitag um 16.15 Uhr, das Etappenziel ist nach sieben Prüfungen gegen 21.45 Uhr erreicht. Am Samstag ab 10.50 Uhr verlassen die Fahrzeuge den Servicepark zur zweiten Etappe, die Zielrampen-Überfahrt auf dem Marktplatz in Ypern beginnt gegen 22.30 Uhr.

Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53 (Audi Sport Team Rosberg), Jamie GreenEin Highlight jagd das nächste an diesem Wochenende. Drei Wochen nach dem Motorsport Festival auf dem Lausitzring ist die DTM am Norisring angekommen. Seit der Erstauflage der Rennserie im Jahr 1984 hat der 2,3 Kilometer lange Straßenkurs am Dutzendteich in Nürnberg einen festen Platz im Rennkalender und gilt als unumstrittener Saisonhöhepunkt. Erneut dreht sich in Nürnberg alles wieder nur um eine Frage! Hält die Dominanz der Mercedes-Benz Teams auch in diesem Jahr? Die Marke mit dem Stern stellte seit 2003 in 14 aufeinanderfolgenden Rennen jeweils den bestplatzierten Fahrer auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs. Der letzte Triumph eines Audi-Fahrers liegt 14 Jahre zurück. 2002 gelang es dem Franzosen Laurent Aiello im kompakten Audi TT, Mercedes-Benz-Pilot Bernd Schneider in der Zielkurve abzufangen und das Rennen zu gewinnen. 2013 schlug Mattias Ekströms Disqualifikation hohe Wellen. Dem schwedischen Audi-Piloten wurde der Sieg wegen einer Wasserflasche abgespochen. Ekström hat also mit dem Norisring noch eine Rechnung offen. „Es ist und bleibt das Rennen, das ich unheimlich gerne gewinnen möchte“, sagte Mattias Ekström im Audi-Mediendienst. „Im Ziel war ich schon einmal Erster, aber ich durfte den Pokal nicht behalten. Ich werde in diesem Jahr erneut versuchen, den großen Pokal mit nach Hause zu nehmen. Es wird allerdings wieder ein enges Rennen!“ Eng wird es auch für BMW, die im vergangenen Jahr am Norisring Punkte sammeln konnten. Die DTM-Rennen auf dem Norisring starten am Samstag um 13.28 Uhr (ab 13.00 Uhr live in der ARD) und am Sonntag um 13.13 Uhr (ab 13.00 Uhr live in der ARD).

WTCC_Tiago_Monteiro_2015_actionWer bei der DTM nicht auf Touren kommt, der dürfte beim letzten Europarennen der WTCC auf seine Kosten kommen. Die bunt lackierten Mittelklassewagen gastieren in Vila Real. Der Stadtkurs, auf dem seit 1931 Rennen ausgetragen werden, wurde im vergangenen Jahr erstmals Bestandteil des WTCC-Kalenders und überzeugte sofort. Die Strecke wurde auf 4,6 Kilometer gekürzt und ein wenig modernisiert, der historische Charakter blieb jedoch erhalten. Ultraschnelle Passagen wurden mit einigen engen Schikanen entschärft, die Hatz durch die Stadt bleibt auch in diesem Jahr ein hochriskantes Leitplankenroulette. Für die Freunde von Stadtkursen ist Vila Real ohne Frage das ultimative Geläuf. Überholen ist natürlich Glücksache, aber das ist inzwischen auf fast jeder anderen Rennstrecke der Welt so. Großartig ist auch die Atmosphäre am Rande der Strecke. Die Portugiesen lieben ihr Rennen und ich würde mir wünschen, das Vila Real im Rennkalender der WTCC eine lange Zukunft hat. Real Racing braucht solche Kurse! Eurosport1 ist am Sonntag live dabei und überträgt beide Läufe zur Tourenwagen-WM ab 15 Uhr!

Und dann ist da ja noch der Pikes Peak. Heute steht der dritte und entscheidende Qualifying-Tag auf dem Programm. Bereits jetzt stellen die Elektrorenner ihre Überlegenheit unter Beweis. Rhys Millen führt nach zwei Sitzungen das Zeitentableau an. Tetsuya Yamano und Nobuhiro Tajima jagen den Neuseeländer. Romain Dumas fuhr am ersten Quali-Day die Bestzeit. Der Le Mans Sieger sitzt in einem 560 PS starken Norma M20 RD Limited Spec-16 und rechnet sich nachwievor gute Chancen aus, Rhys Millen am Sonntag unter Druck zu setzten. Für die Karikaturisten von Motorsport.com France mutiert Romain Dumas inzwischen zum Außerirdischen. Jetzt wissen wir, wie Romain innerhalb kürzester Zeit von Le Mans zum Pikes Peak reisen konnte… 🙂

Mehr zum Qualifying vom 94. Race To The Clouds folgt bereits morgen!

Fotos (c) Hyundai Motorsport, GM Company, Audi AG, FIA WTCC Media, DPPI