WTCC Moskau: Feiertag für Lada!

Pünktlich zum 50-jährigen Firmenjubiläum gelingt Lada ein Volltreffer. Im Regen von Moskau holt die Marke aus Togliatti zwei Doppelsiege. Honda verliert die Berufung in Sachen Unterboden. WTCC-Champion Jose-Maria Lopez ist Halbzeitmeister und in Le Mans laufen die Vorbereitung für ein 24-Stunden Rennen der Extraklasse!

WTCC_Nicky_Catsburg(1)Für Lada kam der Regen auf dem Moscow Raceway genau zur richtigen Zeit. Bereits im Qualifying setzten die gelben Lada Vesta Maßstäbe und belegten die ersten drei Plätze. Nick Catsburg gelang die erste Pole für die Russen. Im Reverse Grid des Eröffnungsrennens ging die Vesta-Flotte aber von den Startplätzen acht, neun und zehn ins Rennen. Noch kurz vor dem Start schien es, als hätte der Himmel ein Einsehen mit der Konkurrenz, doch während der Einführungsrunde fielen erste Tropfen. Der Regen nahm zu, die Rennleitung unterbrach die Startvorbereitungen und das Feld wechselte von Slicks auf Regenreifen. Pünktlich zum zweiten Start begann die Show der gelben Ladas. Gabriele Tarquini pflügte durch das Feld und übernahm die Spitze. Hinter dem erfahrenen Italiener folgte Nick Catsburg. Der dritte Lada mit Hugo Valente klebte hinter Yvan Muller auf der vierten Position. Jose-Maria Lopez wurde fünfter.

WTCC_Race_of_Russia_startIm Hauptrennen profitierte Nick Catsburg von der Pole. Mit Tarquini im Schlepptau zogen die Ladas dem Feld auf und davon. Dahinter sammelte sich die Honda-Flotte mit Norbert Michelisz, Rob Huff und Tiago Monteiro. Die Plätze drei, vier und fünf waren ein kleiner Trost für den Ärger, unter dem das Werksteam in Moskau zu leiden hatte. Zwar wurde die Disqualifikation der Honda Civic beim WTCC-Renntag in Budapest aufgehoben, für die Rennen in Marrakesch blieb der Ausschluß dagegen bestehen. Damit ist der historische Dreifachsieg Makulatur und Honda hat im Kampf um die Weltmeisterschaft nur noch theoretische Chancen. Mit dieser nicht unumstrittenen Entscheidung hat das Berufungsgericht der FIA eine Weltmeisterschaft bereits zur Halbzeit am grünen Tisch entschieden. Jose-Maria Lopez kann die zweite Hälfte der Saison ganz locker in Angriff nehmen und ohne Druck Titel Nummer Drei einfahren. Das sei dem Argentinier durchaus gegönnt! Die Spannung im WM-Kampf zwischen Citroen-Mann Lopez und Honda-Pilot Tiago Monteiro ist nach der FIA-Entscheidung endgültig verpufft. Dabei hat Honda nicht vorsätzlich betrogen. Das Team glaubte an die Lücke im Regelwerk, die in den Augen der Regelhüter keine war. Jetzt wissen wir: Die Zusatzgewichte dürfen eben nicht im Unterboden verbaut werden. So praktisch und logisch das auch sein mag, es ist und bleibt verboten.

Für Citroen und Jose-Maria Lopez kann nun eigentlich nichts mehr schiefgehen im Kampf um die WM-Krone. Schade, denn ein wenig mehr Spannung hätte der Tourenwagen-Weltmeisterschaft vor dem eigentlichen Saisonhöhepunkt durchaus gut getan. Schließlich kommt es am 26. Juni zu einem ganz großen Tourenwagen-Wochenende auf dem wohl spektakulärsten Straßenkurs, den der internationale Motorsport zu bieten hat. Die zwei Läufe in Vila Real bilden gleichzeitig den Schlußpunkt der WTCC-Europatournee. Danach folgen ’nur noch‘ die Rennen in Argentinien und die ‚Asia-Wochen‘, die ihren Reiz in Europa kaum entfalten. Schade! Das FIA-Berufungsgericht hätte in Sachen Honda Unterboden durchaus eine andere Entscheidung treffen können. Hätten die Richter auch die Disqualifikation von Marrakesch aufgehoben, dann wäre noch richtig Druck im Kessel der WTCC. Aber so bleibt nur die Vorfreude auf die WTCC-Krönungsmesse in Vila Real! Da lassen es die Kutscher der bunt lackierten Mittelklassewagen sicher noch einmal richtig krachen!

Wer sich die beiden WTCC-Rennen auf dem Moscow Raceway in voller Länge anschauen will, der ist hier (Rennen 1) und hier (Rennen 2) richtig.

Apropos Krönungsmesse…
2016_LM_Tuesday_33Die Vorbereitungen für die 24 Stunden von Le Mans sind in vollen Gange. Porsche, Audi und Toyota kämpfen an der Sarthe um die Krone des Langstreckensports. In der ersten von drei Qualifying-Sessions sicherte sich Porsche die Bestzeiten. Marc Lieb, Neel Jani und Romain Dumas holten die Pole vor den Markenkollegen Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard. Toyota sicherte sich mit dem TS050 Hybrid die Startplätze drei und vier. Audi musste sich gestern abend mit den Plätzen fünf und sechs zufrieden geben. Hier alle Zeiten von gestern. Heute folgen zwei weitere Sessions, die vermutlich keinen Einfluss auf die Pole haben, denn in Le Mans wird wieder Regen erwartet! Die Wetterlage soll sich auch zum Rennwochenende (Start ist am Samstag um 15 Uhr) nicht wesentlich ändern. Die komplette Distanz wird von Schauern und Regenfällen überrschattet. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse rechnen die meisten Beobachter einem der wohl spannendsten und engsten 24 Stunden in der Geschichte dieses Rennens. Ich persönlich sehe das ein bisschen distanzierter. Die Regenschauer lassen vermutlich keine neuen Rekorde zu. Speziell die auf High Speed getrimmten Toyota könnte im Nassen arg Federn lassen. Das wäre schade, denn hier im Dorf haben wir uns auf einen Geheimfavoriten geeinigt. Den Toyota TS050 mit der Startnumer 5. Überraschungen sind trotzdem garaniert. Aber mehr dazu in den kommenden Tagen!

Fotos (c) FIA WTCC Media, DPPI. Castrol Honda WTCC, Toyota Europe, Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH, Porsche AG