WTCC Marrakesch: Lau statt rauh!

Zum zweiten Mal seit ihrem Einstieg in die Tourenwagen-WM holt Citreon keinen Sieg. Den sicherte sich im ersten Lauf der fliegende Holländer Tom Coronel. Im Hauptrennen auf nasser Piste war das Honda-Trio mit Rob Huff, Norbert Michelisz und Tiago Monteiro unschlagbar. Die Rennen auf dem umgebauten Circuit Mouley El Hassan blieben aber farblos und ohne Pep!

WTCC_Opening_Race_actionDer Umbau hat dem Kurs in Marrakesch gar nicht gut getan. Auf der alten Piste war Überholen zwar auch kaum möglich, dafür war die Strecke lang, spektakulär und sauschnell. In diesem Jahr nahmen die Organisatoren Maß und kürzten die Piste von 4,6 auf knapp 3 Kilometer. Heraus kam ein Kurs, der nicht einmal mehr den Namen jener Maus verdient, die durch den Disney-Konzern zum weltweiten Star wurde und nach der so gern downgesizte Rennstrecken benannt werden. Das WTCC Race Of Morocco wurde kursbedingt zum Langweiler. Selbst als sich vor dem Hauptrennen der Regen ankündigte und die Moderatoren vollmundig auf Action hofften, bot das vierte Rennwochenende der bunt lackierten Mittelklassewagen nur laue Kost statt rauhem Tourenwagensport. Aber ich will nicht zu sehr meckern, die ersten drei WTCC-Läufe boten bereits eine Menge Spannung und Action. Dazu kommt der Blick auf den Terminkalender, denn in gut zwei Wochen gastiert die WTCC auf der ehrwürdigen Nordschleife des Nürburgrings. Wohl niemand mehr als Jose-Maria Lopez rechnet sich in der Eifel wieder beste Chancen aus. Schließlich lief es für den Weltmeister in Marokko eher schlecht als recht. Citroen Racing schaffte es nicht, einen der zwei Werkswagen aufs Podium zu hieven. Von einem Laufsieg war gar keine Rede. Doch nun wartet die Eifel und da war Lopez zuletzt eine Klasse für sich. Teamkollege Yvan Muller wirds grämen, denn der Elsässer kam auch in Marokko nicht in Fahrt. Vielleicht hat sich Yvan mehr vom ersten Saisondrittel erhofft. Aber auch in den Folgerennen wird Muller auf die Rolle des Lopez-Sekundenten beschränkt bleiben.

Rennen wurden in Marakesch natürlich gefahren. Im Eröffnungsrennen gelang dem fliegenen Holländer Tom Coronel ein genialer Streich. Tom gewann den ersten Lauf mit einer cleveren Gesamtleistung. Während sich an der Spitze Hugo Valente als Bösewicht entpuppte und James Thompson aus dem Rennen warf, blieb Tom relaxed. Aber seht selbst…

Pünktlich zum Start des Hauptrennens öffnete der Himmel sein Schleusen. Aus ein paar Tropfen wurde mehr und die Strecke wurde zum Wet Track erklärt. Für das Honda-Trio um Polesitter Rob Huff, Norbert Michelisz und Tiago Monteiro fast schon ideale Verhältnisse. Auf Regenreifen zog das Trio traumhaft sicher seine Runden und überließ die Fehler anderen.

Die drei Honda-Piloten hielten bis zum Ziel die Führung. Nur kurzzeitig nistete sich Jose Maria Lopez auf dem dritten Rang ein. Tiago Monteiro gelang es aber schnell, die alte Rangordnung wieder herzustellen. Der Portugiese machte wieder wichtige Punkte auf Lopez gut und liegt mit 14 Zählern Rückstand auf Gesamtrang Zwei. Auf den Plätzen folgen die Honda-Kollegen Huff und Michelisz. Yvan Muller liegt hinter Mehdi Benanni bereits abgeschlagen auf dem sechsten Rang. Lopez und Citroen können sich aber nicht zu sicher sein. In Sachen WM-Titel ist nachwievor alles offen!

Fotos (c) Honda Racing WTCC, FIA WTCC Media, DPPI