WTCC Slovakiaring: Thompson vor Comeback!

Es war ein Auftakt nach Maß, denn die WTCC vor vierzehn Tage in Le Castellet hinlegte. Spannung, Dramatik, dazu beste Tourenwagen-Unterhaltung macht Lust auf mehr. Und mit dabei ist einer, der seit einem Jahr irgendwie fehlt. Die Rede ist von James ‚Catweazle‘ Thompson!

Alfa_Romeo_156_N_Technology_James_Thompson_WTCC_2007_CuritibaWer die Tourenwagen-Weltmeisterschaft seit Anbeginn verfolgt, der kann mit James Thompson so einiges anfangen. Der zweifache BTCC-Champion und European Touring Car Champion von 2009 fuhr von Beginn an in der WTCC und lieferte sich auf dem von N.Technology vorbereiteten Alfa Romeo 156 herzerfrischende Duelle mit seinen Konkurrenten. Manchmal so heftig, das Teamchefin Monica Sips vermutlich schlaflose Nächte hatte. Doch die Zeiten sind lange her. 2010 verblassten Thompsons Erfolge und James wechselte 2011 in die Scandinavian Touring Car Serie. 2012 klopfte Lada an und der 42-jährige Brite schöpfte noch einmal Hoffnung. Doch mit dem veralteten Lada Granta war weder 2012 noch 2013 ein Blumentopf zu gewinnen. Nun ist der Brite, den viele wegen seiner langen Mähne nur Catweazle nennen, wieder zurück. Als Ersatzpilot von Rene Münnich dockt ‚Thommo‘ beim All-Incl.Com Team an und pilotiert auf dem Slovakiaring den Chevrolet Cruze TC1. Teamchef Dominik Greiner ließ in der SPEEDWEEK durchblicken, dass es für James an diesem Wochenende vor allem wichtig sein wird, viel Zeit auf der Rennstrecke zu verbringen, damit er fahren und das Auto kennenlernen kann. „Wir hoffen, dass ihm seine reichhaltige Erfahrung in den Rennen dabei hilft, gute Ergebnisse zu erzielen. Zunächst ist nur diese eine Veranstaltung mit James geplant, aber da René in dieser Saison einige Terminkollisionen mit Rallycross hat, werden wir schauen, wo wir am Ende des Wochenendes stehen!“ Wir hier im Dorf drücken die Daumen, das Thompsons Einsatz erfolgreich wird. Nach Thompsons Entlassung bei Lada hat der Brite zwar nicht viel von seiner Erfahrung verloren. Aktuelle Kenntnisse auf dem Chevrolet Cruze TC1 fehlen dem Briten aber völlig. Für eine gute Show ist Thompson jedoch immer zu haben.

WTCC_Rob_HuffEine gute Show darf man am Sonntag auch vom WTCC-Doppelpack erwarten. Der Slovakiaring gilt mit seinen vierzehn Kurven als technisch anspruchsvollste Rennstrecke im WTCC-Kalender und ist mit 5,922 Kilometern auch ziemlich lang. Die Kombination aus flüssigen und schnellen Kurven macht den Ring nahe Bratislava einzigartig. Ein ideales Geläuf für die Tourenwagen der WTCC, vor allem für Honda. Nach dem Auftaktsieg von Rob Huff spricht vieles dafür, das die JAS-Honda von Huff, Monteiro und Michelisz am Sonntag auch das Opening Race über elf Runden (Start 12:10 Uhr) unter sich ausmachen werden. Das Main Race über 12 Runden wird um 14:15 Uhr gestartet. Läuft für Citroen im Qualifying alles nach Plan, dann sehe ich im Hauptrennen Jose-Maria Lopez auf dem Weg zu seinem zweiten Sieg. Aber Achtung: Der Citroen C-Elysee schleppt auf dem Slovakiaring erneut 80 Kilogramm Kompensationsgewicht mit sich herum während die gesamte Konkurrenz ohne Blei im Auto unterwegs ist. Die Reifen werden also der Schlüssel zum Erfolg. „Mit neuen Reifen hat man mehr Grip und kann das Auto damit besser auf Kurs halten. Wenn im Rennen dann aber der Grip schwindet, wird es mit den 80 Kilogramm schwierig“, gab Weltmeister Lopez auf der WTCC-Pressekonferenz unumwunden zu.

Im Kampf um die Podiumplätze will sich auch Volvo nicht zurückhalten. Ted Björk und Frederik Ekblom haben allerdings noch keinen Simulator zur Verfügung. Die Volvo-Piloten mussten sich auf Youtube mit dem Streckenverlauf anfreunden.

Das unkonventionelle Training scheint sich aber ausgezahlt zu haben. Während der Testsession am Freitag fuhren beide Polestar-Volvo auf die Plätze Vier und Sieben. Schnellster war Lada-Pilot Gabriele Tarquini, knapp verfolgt von Norbert Michelisz und Nicky Catsburg. Rob Huff fuhr seinen Honda Civic nur auf den neunten Rang. James Thompson wurde sechszehnter. Weltmeister Lopez belegte den fünften Platz. Alle vier Hersteller fuhren in die Top Fünf. Das deutet auf ein spannendes Qualifying und zwei packende Rennläufe hin!

P90213723_highRes_16-03-2016-to-19-03-Bevor morgen die WTCC-Action beginnt, ist eine Entscheidung bereits gefallen. Nach den beiden Langstreckenklassikern in Daytona und Sebring fährt das BMW Team RLL in Long Beach den dritten Lauf zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Das Rennen stellt das Team im Vergleich zu den Langstreckenklassikern von Daytona und Sebring vor eine vollkommen neue Herausforderung. Auf dem 3,167 Kilometer langen Stadtkurs findet mit 100 Minuten das kürzeste Rennen der IMSA-Saison statt. Die Chance für BMW, den ersten Sieg mit dem M6 GTLM einzufahren. Denn auf keiner anderen Rennstrecke, in der die IMSA zu Gast ist, hat das Team mehr Erfolge gefeiert. Seit der Debütsaison im Jahr 2009 stand in Long Beach nach jedem Rennen mindestens ein BMW auf dem Podium. Insgesamt konnte das von Bobby Rahal geführte Team bisher drei Siege einfahren: 2011 mit dem BMW M3 GT2 sowie 2013 und 2015 mit dem BMW Z4 GTLM.

Nachdem der BMW M6 GTLM im Januar bei den 24 Stunden von Daytona sein Renndebüt feierte, konnte das neue GT-Fahrzeug seine Qualitäten bereits unter Beweis stellen. In Daytona beendete das Fahrzeug mit der Startnummer 25 nach einigen Startschwierigkeiten das Rennen als Fünfter, das Schwesterfahrzeug mit der Nummer 100 schied vorzeitig aus. Bei den 12 Stunden von Sebring Mitte März folgte schließlich der Durchbruch, als sich Bill Auberlen die Poleposition sicherte und gemeinsam mit seinen beiden Teamkollegen Dirk Werner und Bruno Spengler Platz zwei auf dem Podium holte. Das Schwesterauto mit der Startnummer 100, pilotiert von Lucas Luhr, John Edwards und Kuno Wittmer, erreichte als Sechster das Ziel.

Im Qualifying lief es für BMW bereits nach Plan. Bill Auberlen stellte den M6 GTLM auf die Pole Position vor den beiden Porsche 911 von Bamber/Makowiecki und Pilet/Tandy. Dahinter lauern die bisher so erfolgreichen Chevrolet Corvette C7.R und der zweite BMW M6. Das dritte Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar startet am Sonntag, 17. April um 1.05 Uhr MEZ. Dafür lohnt es sich, die Disco mal ’ne Stunde früher zu verlassen!

Fotos (c) FIA WTCC Media, DPPI, BMW AG