Tourenwagen: Ärger in Zandvoort, Spannung in Brands Hatch

 

Guten Abend aus Düsseldorf!

Mit verbotenen Dingen ist das ja so eine Sache. Natürlich käme niemals ein Teamchef auf die Idee, etwas verbotenes zu tun, nein, niemals!

Nun denn, vor zwei Wochen praktizierte BMW so ein Manöver, um Gustl Farfuß auf Schlagdistanz zu positionieren. Und heute gab es in Zandvoort eine vergleichbare Aktion. In der Schlußphase des Rennens zog Audi Boss Ulrich seine Option und gab Alexandre Premat und Olivier Jarvis vermutlich die Order, Mattias Ekström passiern zu lassen. Der Unterschied zur Farfus-Aktion in der WTCC? In der DTM ist Teamorder ja nun mal so etwas von verboten.

Und so wundert es mich nicht, das schon eine Stunde nach Ende des Rennens in Zandvoort der DMSB ermittelt. Dessen Hauptverantwortlicher, Christian Schacht, äußerste sich zur Aktion von Audi folgendermassen: „Aufgrund des Rennverlaufes sind bei uns Zweifel aufgekommen, wie sich die Positionen am Ende des Rennens verändert haben. Deshalb derden wir alles noch einmal ganz genau analysieren.“ Will heissen, der Zieleinlauf ist erstmal provisiorisch. Zumindest für Audi. Und die waren es, die 2007 in Zandvoort mit einer ähnlichen Aktion das Verbot der Teamorder heraufbeschworen. Wie das Untersuchungsergebnis auch ausgehen wird. Der Dünenchampion des Jahres 2009 heisst Gary Paffett. Der „Waterboy“ siegte in souveräner Fahrt vor Mattias Ekström und Olivier Jarvis.

Das vor allem in der Anfangsphase durchaus spannende Rennen lebte vom Kampf zwischen Jarvis und Paffett, die sich bis nach dem ersten Boxenstopp heftig beharkten. Jedoch, überholen ist in Zandvoort mehr als schwierig. Erst der zweite Boxenstopp regelte die Reihenfolge neu. Paffet kam vor Jarvis auf die Strecke zurück. Mattias Ekström verdarb sich den zweiten Boxenstopp und hing nun hinter den Audi-Kollegen fest. Der Rest ist bekannt, dank freundlichem Vorbeiwinkens seiner Markenkollegen rutsche der dreimalige Zandvoort Champion Ekström auf den zweiten Platz, Olivier Jarvis wurde Dritter. Mal sehen, was das Aufsichtsgremium davon hält. Im DTM-Forum gehen auf jeden Fall schon die Wellen hoch….

Aber was solls, meine Meinung ist ganz einfach. Ich halte ein Verbot der Teamorder für Blödsinn! Wenn es sie aber nun mal gibt, dann muss man sich auch dran halten. Sonst wird aus der DTM demnächst die Deutsche Tourenwagen Manipulation!

Neben der DTM gab es heute noch mehr Sonntagsfahrer. Die WTCC machte in Brands Hatch wieder einmal mit extrem spannendem Sport auf sich aufmerksam.

Pünktlich zu Beginn des ersten Laufes wollte der Regen seine Schleusen öffnen, entschied sich dann aber anders. Scheinbar machte das einige Kutscher nervös und so kam es in Druids zum erwarteten Crash. Yvan Muller nahm Gust Farfus auf die Hörner, ein paar Privatiers waren ebenfalls involviert, es flogen ein paar Teile, Yvan Muller rollte aus doch für Farfus ging die Show im hinteren Feld weiter. Nach der Safety-Car Phase tauschten an der Spitze die Chevrolet Piloten Huff und Menu die Plätze, Alain Menu war eindeutig der schnellere Mann. Rob Huff duellierte sich rundenlang mit Andy Priaulx, ein wirklich sehenswert fairer Fight. Im Mittelfeld gings dafür härter zur Sache. Postiglione, Hernandez und Volvo-Pilot Rustad konnten sich nicht über die Vorfahrt einigen und entledigten sich ihrer Dienstwagen. Das Safety-Car ging wieder auf die Strecke und Gustl Farfus robbte sich immer näher an den magischen achten Platz heran. In einem packenden Finish gelang dem Brasilianer die Aufholjagd, gleichbedeutend mit der Pole in Lauf zwei. An der Spitze führte Alain Menu das Feld ins Ziel, gefolgt von Rob Huff und Andy Priaulx. Chevrolet errang mit dem neuen Cruze einen beachtlichen Doppelsieg. Der neue Wagen hat nun auch auf schnellen Strecken sein Potenzial eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Galt die Familienkutsche doch bisher eher auf Stadtkursen als siegfähig. Doch der verlängerte Radstand, die Leistung und das perfekt auf Brands Hatch angepasste Fahrwerk liessen während des ersten Laufes keinen Zweifel an der Siegfähigkeit der Chevys aufkommen.

Im zweiten Lauf drehte BMW den Spieß um. Gustl Farfus und Jörg Müller fuhren einen ungefährdeten Doppelsieg ein. Etwas weniger spektakulär, aber genauso spannend wie der erste Lauf. Überschattet wurde der Sonntag in Brands Hatch vom schweren Unfall Henry Surtees im Formel 2 Lauf. Surtees wurde von einem abgescherten Rad eines vor ihm verunfallten Autos in voller Fahrt am Kopf getroffen und prallte, offenbar bewustlos, in die Leitschienen. Nach der Bergung wurde Surtees an der Rennstrecke notärztlich versorgt und dann per Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Mehr zum Zustand des Briten ist zur Zeit nicht bekannt. Die TV-Bilder des Unfalls waren für mich ein echter Schock. Hoffentlich wird der 18-jährige Sohn des zweifachen Formel 1 Weltmeisters wieder schnell gesund.

Möglicherweise gibt es morgen mehr über den Gesundheitszustand des jungen Surtees und noch ein paar Meinungen zum Thema Stallorder.

Bis dahin, einen schönen Abend noch!

3 Kommentare

  1. deXXXa

    Surtees hats leider nicht geschafft: http://www.autosport.com/news/report.php/id/77088

    Was für eine Tragödie … RIP.

  2. Chris

    … und da schreib ich noch vorgestern, mal sehen, wer sich bei der WTCC dieses mal zurückfallen lässt und gucke heute DTM. Na ja. Was soll man sagen? Es scheint irgendwie immer mehr um sich zu greifen. Überlege schon die ganze Zeit, ob Daimler so was auch schon mal in letzter Zeit gemacht hat?

  3. Dr Schwaebli

    Hallo aus Schduddgard

    Ja joo d Audianr. Irgendwie schimmerd Dr. Piechs Charakdr durch, odr, gell?

    Sowas muss beschdrafd werde

    Liabe Gruß

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