WRC Neuseeland: Hirvonen hat genug

Guten Morgen aus Düsseldorf!
 
Nun ist es also raus. Mikko Hirvonen hat genug von zweiten Plätzen. Im Interview machte der Zweite der WRC Rallye Neusseeland klar; Jetzt ist es an der Zeit, WM-Läufe zu gewinnen! Die Frage ist nur: Was hält Sebastien Loeb von Hirvonens Idee? Wahrscheinlich nichts, denn Loeb machte im winterlichen Neuseeland wieder einmal kurzen Prozess mit seinen Gegnern. Der Elsässer gewann den siebten WM-Lauf vor Teamkollegen Hirvonen. Petter Solberg rettete einen Podiumsplatz für Ford, die ansonsten aber untergingen. Der ehemals so hoch gehandelte WM-Favorit Latvalla mußte sich nach einem erneut dummen Fehler mit Rang Sieben begügen.
Für Ford ist der WM-Zug nun endgültig abgefahren: „Wir sind mit großen Hoffnungen nach Neuseeland gereist und unser Fiesta RS WRC war schnell genug für den Sieg. Aber unser Fehler am Freitag beendete diese Hoffnungen früh“, räumte Petter Solberg ein. „Das ist zwar traurig für das Team, aber ein Platz auf dem Podium ist immer noch ein anständiges Ergebnis. Das Punktemaximum für Ford in der Power Stage war ein versöhnlicher Abschluss.“ Was Solberg diplomatisch als ‚unser Fehler‘ umschrieb, war eigentlich ein peinlicher Aussetzer von Jari-Matti Latvalla. Der Finne war am Freitag sehr schnell unterwegs und übte Druck auf Citroen aus. Eine kleine Unkonzentriertheit war es womöglich, die Latvalla in ein tiefes Schlagloch hineinbugsierte. Latvallas Fiesta geriet danach von der Strecke ab, rasierte einen Zaun und blieb im Straßengraben hängen. Kann ja mal vorkommen! Allerdings nicht, wenn man sich selbst den WM-Titel als Ziel gesteckt hat.

 

Ford bleibt nun ausreichend Zeit, die Wunden zu heilen, die Neuseeland riß. Das ist allerdings auch bitter nötig, denn in fünf Wochen zieht der WRC-Troß nach Finnland. Am 2. August startet die Rallyesaison mit der Neste Oil Rallye Finland in die zweite Saisonhälfte. Für Ford kann das nur heißen: Go on boys. Show them hell in Ouninpohja!

Viel Action gab’s auch beim sechsten Saisonlauf der Intercontinental Rallye Challenge. Nach dem tragischen Abbruch der Targa Florio trafen sich die IRC-Kutscher auf den ultraschnellen Feldwegen der Rallye Ypern. Das da so einige Autos das Asphaltband verließen und Bekanntschaft mit den tiefen Ackerfurchen machten, gehört bei der Ypern schon fast zur Tradition. Aber seht selbst…

 

Gottseidank blieb die Rallye von bösen Unfallen verschont. Juha Hänninen fuhr seinen Gesamtsieg ungefährdert über den Zielstrich. Allerdings erwies sich Peugeot-Pilot Freddy Loix zeitweise als harter Gegner, der aber am zweiten Tag der Ypern nicht gegen den Speed von Hänninen und seinem Skoda ausrichten konnte. Pieter Tsojen wurde Dritter.

Ruhig ist es zur Zeit in der WTCC-Szene. Doch de Ruhe täuscht. Auf dem Weg zum nächsten WM-Lauf am 22. Juli in Curitiba ließen sich ein paar Kutscher fette Bonusmeilen gutschreiben und machten einen Umweg über Sonoma. Auf dem Kurs in Kalifornien wird zwar erst Ende September gefahren, doch eine kleine WTCC-Delegation präsentierte den Amerikanern schon mal die knuddeligen Autos, die für die NASCAR-verückten US-Rennsportfreunde wohl eher wie Spielzeug anmuten. Ein bisschen PR kann da nicht schaden, denn mit der Rennpremiere auf dem Infinoen Raceway verknüpft die Tourenwagen-Weltmeisterschaft durchaus Expansionsgedanken. Gabriele Tarquini, James Nash und Tiago Monteiro ließen Begeisterung durchblicken, schließlich bietet die Piste eine Handvoll interessanter Kurven. Gefahren wird übrigens die 3,5 Kilometer lange Indy-Variante des Infineon Raceway. Die Renndistanz beträgt zweimal 15 Runden.

Bleibt noch ein kurzer Blick auf die Indycar. Der Betriebsausflug nach China ist ja inzwischen der Schere zum Opfer gefallen. Das Rennen im Reich der Mitte wurde ersatzlos gestrichen. Dafür wird das Indycar-Finale im kalifornischen Fontana zu einem 500 Meilen Rennen aufgewertet. In der Nacht auf Sonntag trafen sich die Indycars in Amerikas Kornkammer. Auf dem Iowa Speedway kam es zu einem Nachtrennen, das mit einem Doppelsieg für das Andretti-Team endete. Ryan Hunter-Reay gewann eine Woche nach dem Sieg in Milwaukee auf das Iowa Corn 250. Zweiter wurde Marco Andretti. Platz Drei ging an Tony Kanaan.

 

Kanaans Teamkollege Rubens Barrichello kam als guter Siebter ins Ziel. Ein schöner Erfolg für den KV-Rookie. Überraschend war dann auch der vierzehnte Platz von Simona de Silvestro, die mit ihrem HVM-Lotus das Ziel sah, wenn auch mit 6 Runden Rückstand.