WRC Neuseeland: Desaster für Latvalla

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Der WRC-Rallyetroß macht an diesem Wochenende in Neuseeland Station. Das Ford-Team um Jari-Matti Latvalla und Petter Solberg wollen nicht nur aufs Podium. Ein WM-Sieg muß her! In der Nacht auf heute begaben sich Loeb, Latvalla und Co.auf die erste Tagesetappe mit 209,6 Wertungskilometern. Doch bereits am frühen Freitagmorgen bahnt sich für Latvalla ein Desaster an.

Der Finne verlor auf der Wertungsprüfung ‚Te Akau South‘ die Kontrolle über seinen Ford Fiesta WRC, überfuhr eine Kante und krachte in einen Zaun. Tatkräftige Fans halfen Latvalla, sein Gefährt wieder auf die Piste zu bugsieren, Latvalla hat aber inzwischen einen Rückstand von 4:47 Minuten auf den führenden Sebastien Loeb. Citroen-Teamkollege Hirvonen hält dem Weltmeister brav den Rücken frei und rangiert auf Platz Zwei der Tageswertung. Evgenij Novikov ist Dritter vor Ford-Mann Petter Solberg. Latvalla ist auf den neunten Rang zurückgefallen. Für die Citroen-Truppe hat sich der Startplatzpoker also gerechnet. Loeb und Hirvonen wählten nach dem Qualifying die eigentlich undankbaren Startplätze 1 und 3, die sich aber auch aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen ausgezahlt haben.

 

Gelingt Latvalla die Aufholjagd? Die unberechenbaren Schotterpfade und das neuseeländische Winterwetter werden es dem Finnen schwer machen. Ich habe das Gefühl, Citroen ist in Neuseeland auf dem Weg zu einem Doppelsieg. Bei den Kiwis läufts sportlich perfekt für Citroen, doch im WRC-Zirkus brodelt es unter dem Deckel. Ford liebäugelt inzwischen ganz offen mit einem Wechsel in die Intercontintal Rallye Challenge.

Schuld daran ist wieder einmal die zähe Struktur der FIA, die seit Monaten nicht viel unternimmt um die Situation der Rallye-WM zu verbessern. Zwar gibt es inzwischen einen Kalender für 2013, doch Entscheidungen in Sachen Promoter und Fernsehrechte bleiben weiterhin Fehlanzeige. Schade, denn die FIA stellt sich damit selbst ein Bein. Die Hersteller machen Druck und drohen inzwischen offen, eine eigene Rallye-WM auf den Weg zu bringen. Ein Geplänkel, das in seinen Grundzügen ein wenig an die Formel 1 erinnert.

Seit März ist nichts passiert, bei der letzten Weltratsitzung gab es auch nichts Neues. Ford-Motorsportchef Gerard Quinn reagiert mittlerweile verärgert: „Dass es praktisch keine Neuigkeiten gab, bereitet mir Sorgen. Dies kann große Folgen für unser Programm haben. Realisiert die FIA die Situation überhaupt?“ Ein Drama, das auch Volkswagen aus der Deckung verfolgt. Die Wolfsburger stehen kurz vor der Rückkehr in die WRC und stecken Millionen in ihr neues Rallyegeschoß. Dabei wissen die VW-Motorsportchefs nicht einmal, ob deutsche TV-Zuschauer den Polo WRC jemals zeitnah oder gar live auf den Schirmen sehen werden. Da finde ich es richtig, das Ford Druck macht: „Die Rallye-WM ist für die Hersteller sehr wichtig. Dennoch werden wir uns Alternativen ansehen und eine davon ist die IRC“, präzisierte Ford-Boss Quinn seine Kritik an der FIA-Politik. Bleibt zu hoffen, das die Funktionäre des FIA-Apparates endlich mal in die Puschen kommen!

Das Wochenende rückt immer näher. Wer sich für die Formel 1 interessiert, der ist mit dem Großen Preis von Europa sicher gut bedient. Es gibt allerdings eine echte Alternative zur Hafenrundfahrt von Valencia. Im belgischen Spa-Francorchamps gastiert die Formel 2 gemeinsam mit der International GT Open. Klasse-Sport auf Klasse-Strecke, dazu alles Live bei Motors TV, Sport1+ und im Stream. Was will man mehr.