WRC Rallye Akropolis: Loeb, wer sonst!

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Sebastien Loeb schlug in Griechenland erneut zu und gewann die Akropolis. Ford brachte sich wieder durch dumme Fehler um den Sieg. VW-Mann Ogier lieferte eine Top-Leistung und Nokia zieht den Sponsorstecker. Im Land der Götter war viel los.

Sebastien Loeb holte sich in Griechenland seinen 71. WM-Sieg. Der Elsässer und sein Beifahrer Daniel Elena brachten aber kurz vor Schluß noch ein Spannungsmoment ins Spiel. Auf der 20. Wertungsprüfung fing sich Loeb einen Plattfuss ein. Knapp 100 Sekunden benötigten Loeb und Elena für den Pneuwechsel und verteidigten die Führung. Teamkollege Mikko Hirvonen komplettierte den Citroen-Doppelsieg, Jari-Matti Latvalla erreichte im Ford Fiesta als Dritter das Ziel. Kollege Petter Solberg riss sich ein Rad ab und fiel aus.

Dabei hatte sich Ford die Schotterschlacht vom Peloponnes ein wenig anders vorgestellt. Petter Solberg erhöhte während der drei Tage den Druck auf Loeb erheblich. Vor der letzten Etappe gab es für „Mister Hollywood“ nur eine Devise: Alles oder Nichts! Der Norweger gab höllisch Gas und flog nach 13 Kilometern von der Piste. Solbergs Fiesta verlor ein Rad. Die Rallye war gelaufen und Solberg machte den Weg frei für Latvalla, dem auch in Griechenland das Pech treu blieb. Dabei sah es zu Beginn der Rallye recht gut für Latvalla aus. Am ersten Tag übernahm der Finne die Führung. Am zweiten Tag zog Loeb zwar vorbei, doch Latvalla gelang es weiter Druck auf Loeb zu machen. Der abgebrühte Weltmeister ließ sich von Ford und Latvalla allerdings nicht in einen Fehler treiben. Den machte Latvalla selbst als er eine Böschung abkürzte und sich einen Reifenschaden einfing. Der Fehler kostete dem Finnen gute drei Minuten und den möglichen Rallyegewinn.

Latvalla stapelte im Ziel dementsprechend tief: „Im Prinzip könnte ich mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn vor der Rallye Griechenland hatte ich mir einen Platz auf dem Podium zum Ziel gesetzt.“ Die Enttäuschung ließ sich jedoch nicht wirklich verheimlichen, denn der Ford Fiesta WRC war in Griechenland durchaus konkurrenzfähig. Ford-Teamchef Malcolm Wilson hofft auf die nächsten WM-Läufe: „Wir haben ein Auto, das um den Sieg kämpfen kann. Mit diesem Wissen fahren nach Neuseeland. Klar, der Titel scheint außer Reichweite, aber in der vorigen Saison hat es bei den letzten Läufen auch noch Bewegung gegeben. Wir müssen jetzt dran bleiben. Keine Frage, wir werden dieses Jahr noch Rallyes gewinnen!“

 

Begeisterung bei Volkswagen.

Sebastien Ogier und Copilot Julien Ingrassia holten mit dem Skoda Fabia S2000 den siebten Gesamtrang. Auf den 22 schotterübersäten Wertungsprüfungen beherrschte Ogier das gesamte S2000-Feld und griff sogar noch die leistungsstärkeren WRC-Autos an. Dabei bewiesen Ogier und Ingrassia auch noch handwerkliche Fähigkeiten. Eine verbogene Spurstange wechselten die beiden unterwegs einfach selbst. Ogier, der die Akropolis im vergangenen Jahr noch im Citroen-WRC gewinnen konnte, was entsprechend zufrieden: „Griechenland ist eine der berühmtesten Rallyes und war in diesem Jahr auch aufgrund des wechselnden Wetters eine schwierige Aufgabe. Wir haben mit unserem Fabia S2000 das Maximum erreicht.“ Ogier lieferte mit seinem Skoda Fabia gute Werte für die weitere Entwicklung des VW Polo WRC, der ja im nächsten Jahr debütieren soll. Die Gerüchteküche vermeldet übrigens, das Jari-Matti Latvalla immer stärker mit Volkswagen in Verbindung gebracht wird.

Zwar wird Deutschlands neues Rallyegeschoß mit Millionenaufwand weiterentwickelt, in Wolfsburg machen sich die Verantwortlichen dennoch Sorgen über die Zukunft der WRC. Denn während des Griechenland-Wochenende verlor die FIA World Rallye Championship mit NOKIA den offiziellen Titelsponsor. Die FIA und der finnische Handykonzern, der in erheblichen Schwierigkeiten steckt, bestätigten das Ende ihrer Zusammenarbeit inzwischen offiziell. Titelsponsor weg, kein neuer Promoter in Sicht, ungenügende TV-Reichweiten. Eigentlich sollte im Mai 2012 alles in trockenen Tüchern sein, so die FIA noch im Frühjahr. Doch bis heute schweigt der Weltverband. Der neue Volkswagen-Motorsportchef Jost Capito gibt sich in der Öffentlichkeit trotz der unbefriedigenden Situation optimistisch: „Die FIA hat uns über Entwicklungen informiert und sie machen Fortschritte. Wir Hersteller unterstützen sie dabei. Ich denke, dass es bis Saisonende geklärt ist und eine zufriedenstellende Lösung erreicht wurde.“

Das will ich doch mal hoffen!

1 Kommentar

  1. Chris

    … Das will ich für VW und die deutschen Fans auch mal hoffen!
    Ohne TV Präsenz macht das ganze keinen Sinn!

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