WRC Argentinien: Endlich wieder Langstrecke

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Morgen startet die Rally Argentina. Der vierte WM-Lauf der Saison wartet mit neuen Rekorden auf. Mit mehr als 500 Kilometer Wertungsprüfungen entwickelt sich die Argentinien-Rallye zu einem packenden Schotter-Marathon. Höhepunkt der Rallye wird sicherlich die 65,7 Kilometer lange Sonderprüfung Matadero-Ambul, die am Sonntag auf dem Zeitplan steht.

Die Länge der Rallye Argentina, aber auch das herbstliche Wetter, werden für die Rallye-Kutscher zur echten Herausforderung. Sicherheitshalber hat Michelin genug harte Gummis im Gepäck. Denn in der Region um Cordoba und Villa Carlos Paz kann es Ende April auch schon mal schneien. Taktisches Abwarten dürfte auf der vierten Schleife der Saison eher zum Erfolg führen als knallhartes Gasgeben. Schließlich ist die Technik der World Rally Cars nicht wirklich geeignet, ewig lange Wertungsprüfungen mit Vollgas zu passieren. Die heutigen WRC- und S200-Autos sind Sprinter, die bei der extralangen Matadero-WP bereits an ihre Grenzen stoßen.

 

Trotzdem, ich finde es Klasse, das die WRC die Distanzen endlich erhöht und das 350-Kilometer-Limit langsam fallen läßt. Die aktuelle Speedweek zitiert Michele Mouton: „Was heute Lang genannt wird, war früher normal.“ Richtig! Doch die aktuellen Kutscher, Petter Solberg mal ausgenommen, haben kaum einen Bezug zu den früher üblichen Langstreckenrallyes. Die letzte große Herausforderung dieser Art liegt schließlich schon 10 Jahre zurück. Im Jahr 2002 beendete die Safari-Rally die Zeit der Long Distance Runs. Doch WRC-Managerin Michele Mouton hat Recht mit ihrer Meinung. Die Rallyes müssen wieder länger werden. Die Zeit der 350-Kilometer Sprints läuft langsam ab.

Ford tritt in Argentinien übrigens ohne Pechvogel Latvalla an. Der Finne brach sich vor einiger Zeit beim Skilanglauf das Schlüsselbein. Dani Sordo, bekannt als beherzter MINI-Dompteur, übernimmt Latvallas Cockpit. Für Sordo bedeutet der Einsatz mehr als nur ’nen Vertretungsjob. Der Spanier will sich mit einem soliden Einsatz ins Gespräch bringen. Gelingt Sordos Plan, liefert der 28-jährige Spanier perfekte Bewerbungsunterlagen ab, denn Latvalla wird bereits jetzt eng mit Volkswagen in Verbindung gebracht. Sordos Speed könnte Ford 2013 zu Zielen führen, die die Engländer bereits in diesem Jahr mit Latvalla erreichen wollten. Denn Jari-Matti Latvalla konnte bisher nicht liefern und der WM-Titel ist in weite Ferne gerückt. Nach vier Rallyes ist Latvallas Bilanz mager. Drei Ausfälle, nur ein Sieg, da wäre mehr drin gewesen. Doch möglicherweise geht ja noch was im Lauf der Saison. Ende Mai, bei der Akropolis, will Latvalla wieder ins Geschehen eingreifen.