WRC Fafe Rally Sprint 2012: Gänsehaut!

Guten Morgen aus Düsseldorf!
 
Einhunderttausend begeisterte Zuschauer und eine Atmosphäre wie im Fußballstadion. Der erste (und hoffentlich nicht letzte!!) Fafe Rally Sprint sorgte auch hier im Dorf für Gänsehaut!
 
Die letzten sechs Kilometer der legendären Fafe Lameirinha Sonderprüfung wurden am vergangenen Samstag aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Es ging eigentlich um nichts, denn der Fafe Rally Sprint war nur als Werbegag und Promotionevent für die Rallye Portugal gedacht. Die Quertreiber der Rallyeszene gingen trotzdem hochmotiviert zur Sache. Nach zwei Ausscheidungsläufen und dem Finale gewann Ford-Pilot Petter Solberg mit gerade einmal zwei Hundertstel Sekunden Vorsprung vor Sebastien Loeb und dem starken Dani Sordo, der mit dem Prodrive MINI WRC auch bei der Rallye Portugal an den Start gehen wird.
 
Der Fafe Rally Sprint hat das Zeug zum Klassiker. Das spürten auch Piloten wie Jari Matti Latvalla, der zu den großen Zeiten der Fafe noch mit Windeln im Laufstall unterwegs war: „Ich glaube, ich habe noch nie so viele Menschen an der Strecke gesehen. Man konnte ihren Enthusiasmus spüren. Es ist ein Klassiker und ich hatte jede Menge Spaß.“ Sprint-Sieger Petter Solberg, immerhin schon zehn Jahre alt als die Fafe zur Legende wurde, brachte es auf den Punkt: „Es ist einfach fabelhaft in diese echte Rallyearena zurückzukehren und vor dieser großartigen Kulisse zu gewinnen.“
 
 
Die großartigen Videos vom Fafe Rally Sprint sorgten auch hier im Dorf für Emotionen und Gänsehaut.

Erinnerunen an die „großen Zeiten“ der Fafe wurden wach. Das waren die Jahre 1984 und 1985, als der Schreiber dieser Zeilen mit ein paar Freunden an der Anfahrt zur Kuppe im Staub stand. Röhrl, Blomqvist, Alen, Vatanen, Ragnotti und Co. donnerten damals volles Rohr über die schmale Schotterpiste. Die Zuschauer standen auf den Pisten und sprangen erst in allerletzter Sekunden aus der Schußlinie. Hannu Mikkola warnte bereits damals vor den Menschenmassen, die sich unkontrolliert den Gruppe B Geschossen in den Weg stellten.

 

Aus heutiger Sicht war die Rallye Portugal und speziell die Fafe der Achtziger Jahre russisches Roulette. Unkontrollierte Massen von Zuschauern, nur wenige Zentimeter von den vorbeipreschenden Autos getrennt. 1986 kam es zur Katastrophe. Auf der Sonderprüfung Lagoa Azul nahe Sintra mußte Joaquim Santos mit seinem Ford RS200 zwei auf der Strecke stehenden Zuschauern ausweichen. Santos prallte in eine große Zuschauergruppe. Der schreckliche Unfall forderte drei Tote und über 30 Verletzte und war der Auftakt vom Ende der Gruppe B. Die legendäre Fafe Lameirinha Sonderprüfung war noch bis 2001 Bestandteil der Rallye Portugal. Den Organisatoren des Fafe Rally Sprint 2012 gelang es, die Zuschauermassen zu kontrollieren und zu kanalisieren. So war es dann auch möglich, den berühmten Salto Da Pedra Sentada wieder ins Roadbook aufzunehmen. Einige Rallyekutscher ließen es sich nicht nehmen, auf der Kuppe ein Feuerwerk abzubrennen. So entstanden rund um den Sprunghügel die wohl spektakulärsten Bilder des gesamten Rally Sprint.

 

Fazit: Das Warm Up zur Rally Portugal gelang perfekt. Die Rückkehr des Klassikers bleibt hoffentlich keine Eintagsfliege. Bei den begeisterten Fans am Streckenrand glaube ich fest an einen Fafe Rally Sprint 2013. Doch zunächst gehts ab Freitag im Süden Portugals weiter. Der Rallyetroß schlägt in Faro die Zelte auf. In den Bergen oberhalb der Algarve warten 1564 Kilometer mit 434 Kilometern Sonderprüfung auf die WRC- und S2000-Fahrer. Mehr dazu dann in den nächsten Tagen!

1 Kommentar

  1. Renngemeinschaft Köln Marsdorf

    Jajaja, die alten Zeiten. Kannst dich ja noch an den Toyota Corolla erinnern…

    Zur Neuzeit-Fafe: DER HAMMER, EINFACH NUR GENIAL!!

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