IGTC Bathurst: Der Berg ruft wieder!

Zum Auftakt der mit Spannung erwarteten Intercontinental GT Challenge wartet eine – wenn nicht die – spektakulärste Rennstrecke auf diesem Planeten. Am kommenden Wochenende sind auch die deutschen Premiumhersteller am legendären Mount Panorama im Bathurst unterwegs. Audi feiert Jubiläum und peilt den vierten Gesamtsieg an!

Das 12-Stunden-Rennen auf dem Mount Panorama Circuit im australischen Bundesstaat New South Wales findet dieses Jahr zum 18. Mal statt. Sein Debüt feierte der Langstrecken-Klassiker im Jahr 1991. Die 6,213 Kilometer lange Rennstrecke führt über öffentliche Straßen und setzt sich aus 23 Kurven zusammen. Auf dem Kurs rund 200 Kilometer westlich von Sydney überwinden die Fahrzeuge pro Runde 174 Höhenmeter. Das Strecken-Layout stellt für Fahrer und Ingenieure eine große Herausforderung dar. Die engen Kurvenkombinationen im südlichen Abschnitt erfordern höchste Konzentration hinter dem Steuer. Die beiden langen Geraden Conrod Straight (1,916 Kilometer) und Mountain Straight (1,111 Kilometer) bilden die beiden schnellsten Passagen. Das Starterfeld umfasst in diesem Jahr rund 40 Fahrzeuge. Dazu gehören 33 GT3-Autos – Rekord beim 12-Stunden-Rennen in Bathurst. Erstmals stellt sich das Audi Sport Team Valvoline dem bedeutendsten Langstreckenrennen in Australien mit drei Audi R8 LMS. Beim Auftakt zur Intercontinental GT Challenge, der einzigen weltweiten GT3-Rennserie, sind acht Audi Sport-Fahrer zusammen mit dem australischen Profi Garth Tander am Start.

Nach fünf IGTC-Titelerfolgen seit 2016 greift Audi Sport als bislang erfolgreichste Marke in dieser Rennserie vom 31. Januar bis 2. Februar erneut mit voller Stärke an. Das Rennen in Australien ist der erste von fünf Meisterschaftsläufen, die sich auf fünf Kontinente verteilen. Dabei startet der Audi R8 LMS bereits zum zehnten Mal bei dem 12-Stunden-Klassiker am legendären Mount Panorama, 200 Kilometer westlich von Sydney. „Unser zehnter Auftritt in Bathurst ist etwas ganz Besonderes. 2011, 2012 und 2018 haben wir dort mit drei verschiedenen Teams gewonnen. Nun wollen wir mit dem Audi Sport Team Valvoline den vierten Erfolg“, sagt Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing.

Die belgischen Audi Sport-Fahrer Dries Vanthoor und Frédéric Vervisch – beide im Vorjahr Gewinner der 24 Stunden auf dem Nürburgring und der 10 Stunden von Suzuka – teilen sich ein Cockpit mit ihrem Audi Sport-Kollegen Christopher Haase. Der Deutsche hat bereits die großen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, in Spa und in Dubai gewonnen. Ein Sieg in Bathurst fehlt Haase allerdings noch, während Vanthoor dort 2018 unschlagbar war. Kelvin van der Linde aus Südafrika und der Deutsche Markus Winkelhock – ebenfalls frühere Sieger der 24 Stunden auf dem Nürburgring – steuern einen zweiten Audi R8 LMS gemeinsam mit ihrem Audi Sport-Fahrerkollegen Mattia Drudi. Der 21 Jahre junge Italiener debütiert dabei ebenso in Australien wie sein Landsmann Mirko Bortolotti, der in diesem Jahr erstmals zum Fahrerkader von Audi Sport zählt. Bortolotti teilt sich einen dritten Audi R8 LMS mit Audi Sport-Fahrer Christopher Mies und dem Australier Garth Tander. Mies ist der erfahrenste und zugleich der erfolgreichste Audi Sport-Pilot in Bathurst: Er war ein Mann der ersten Stunde, als zu diesem 12-Stunden-Rennen erstmals GT3-Rennwagen zugelassen waren. Bei seinem Debüt 2011, ebenso wie ein Jahr darauf, hat Mies den Langstreckenwettbewerb mit Audi gewonnen. Als Australischer GT-Meister der Saison 2015 empfindet er zudem eine besondere Bindung zum fünften Kontinent. Der australische Profi Garth Tander geht in Bathurst zum fünften Mal in Folge mit Audi an den Start und hat mit dem deutschen GT3-Sportwagen im Vorjahr erstmals einen Titel in seiner Heimat gewonnen, nämlich die Australian Endurance Championship. Als dreimaliger Sieger des berühmten 1.000-Kilometer-Tourenwagen-Rennens hat Tander auf dem anspruchsvollen Kurs einige seiner schönsten Erfolge gefeiert.

Das Melbourne Performance Centre bereitet alle drei Audi R8 LMS für das Audi Sport Team Valvoline vor. Zwei Rennwagen einheimischer Teams komplettieren das Aufgebot der Marke. In der Pro-Am-Klasse startet erneut das langjährige Kundenteam Hallmarc in Bathurst, das 2017 und 2019 in seiner Klasse auf dem Podium stand, während Tony Bates Racing dort erstmals mit Audi in der Silver-Klasse antritt.

IGTC Titelverteidiger Porsche hat für den Saisonauftakt in Australien gleich vier Porsche-Kundenteams mit fünf Porsche 911 GT3 R gemeldet. Als Vorjahressieger startet EBM, das Team von Porsche-Werksfahrer Earl Bamber, mit der Startnummer eins. Den Neunelfer pilotieren die beiden aktuellen Champions der IMSA WeatherTech SportsCar Championship Earl Bamber und Laurens Vanthoor sowie die australische Motorsport-Legende Craig Lowndes. Im Fahrzeug mit der Startnummer zwölf vom NED Racing Team wechseln sich Porsche-Werksfahrer Romain Dumas, Porsche-Junior Jaxon Evans und David Calvert-Jones ab. Die Mannschaft von Absolute Racing setzt zwei Autos ein: Die Porsche-Werksfahrer Matt Campbell sowie Mathieu Jaminet und Patrick Pilet bilden das Piloten-Trio für die Startnummer 911. Porsche-Werksfahrer Dirk Werner und Porsche Young Professional Thomas Preining fahren gemeinsam mit Matteo Cairoli auf der Nummer 912. Das Team Grove Racing geht mit Stephen Grove, seinem Sohn Brenton Grove sowie Ben Barker an den Start.

In der Intercontinental GT Challenge kam der aktuelle Porsche 911 GT3 R im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Laguna Seca (USA) zum Einsatz. Er basiert auf dem Hochleistungs-Straßensportwagen 911 GT3 RS*. Der Sechszylinder-Boxer-Motor im Heck des Rennwagens leistet über 368 kW (500 PS). Am kommenden Wochenende feiert die aktuelle Version des Porsche 911 GT3 R ihr Debüt auf dem Mount Panorama Circuit.

Auch Mercedes-Benz ist in Australien dabei und hat für die Jagd auf den IGTC-Titel kräftig aufgerüstet. Mit den beiden Podiumsplatzierungen 2018 und 2019 kann Mercedes-AMG in den vergangenen beiden Jahren auf eine starke Bilanz beim 12-Stunden-Rennen von Bathurst zurückblicken. Diese Erfolgsgeschichte soll nun bei der 18. Auflage des Langstrecken-Events fortgesetzt werden, womit AMG den Grundstein für eine erneut erfolgreiche Saison in der Intercontinental GT Challenge legen will. Nach den Vizetiteln in der Fahrer- und Herstellerwertung aus dem Vorjahr greift Mercedes-AMG nun erneut an, um die IGTC-Krone zurückzuerobern, die zuletzt im Jahr 2018 mit dem Gewinn beider Fahrermeisterschaften (Gesamt- und Bronzewertung) nach Affalterbach ging.

Im diesjährigen Rekordstarterfeld von Bathurst (elf Hersteller, 40 Autos) geht Mercedes-AMG mit sechs GT3-Fahrzeugen an den Start – kein Hersteller weist in diesem Jahr mehr Teilnehmer auf. Zum Feld gehört auch wieder das Mercedes-AMG Team GruppeM Racing, das im vergangenen Jahr sein Bathurst-Debüt gab und auf Anhieb den dritten Platz holte. Maximilian Buhk und Raffaele Marciello, die bereits im letzten Jahr die Startnummer 999 pilotierten und am Ende der Saison Dritter bzw. Vierter in der Fahrermeisterschaft wurden, werden am Mount Panorama von Felipe Fraga unterstützt. Der Brasilianer stößt als amtierender GTD-Langstrecken-Champion der nordamerikanischen IMSA WeatherTech SportsCar Championship zum Team. Ein weiteres GT3-Fahrzeug mit erweiterter Werksunterstützung wird vom Mercedes-AMG Team Craft-Bamboo Black Falcon eingesetzt – das Cockpit der Nummer 77 teilen sich mit Yelmer Buurman, Maro Engel und Luca Stolz ebenfalls drei hochdekorierte Piloten. Komplettiert wird das Line-up der Performance-Fahrzeuge, die allesamt mit dem neuen Mercedes-AMG GT3 antreten, durch die Startnummer 888 vom Mercedes-AMG Team Triple Eight Race Engineering um Shane Van Gisbergen, Jamie Whincup und Maximilian Götz, dem IGTC-Vizemeister von 2019.

Auch BMW ist in Bathurst vertreten, wenn auch aus logistischen Gründen nur mit einem M6 GT3. Als Einsatzteam fungiert Walkenhorst Motorsport und wird dabei durch BMW Werksfahrer verstärkt. Die IGTC-Saison 2020 umfasst fünf Rennen in Ländern auf fünf Kontinenten: in Australien, Belgien, Japan, den USA und Südafrika.

Beim Saisonauftakt in Bathurst vom 31. Januar bis 2. Februar wird Walkenhorst Motorsport mit nur einem BMW M6 GT3 antreten. Am Steuer wechseln sich die BMW Werksfahrer Augusto Farfus und Nick Catsburg sowie Lokalmatador Chaz Mostert ab. Alle weiteren Saisonrennen wird das Team mit zwei BMW M6 GT3 bestreiten. Dann stoßen auch die BMW Werksfahrer Martin Tomczyk und Nick Yelloly sowie David Pittard dazu. Für Jens Marquardt, BMW Group Motorsport Direktor, ist die „International GT Challenge eine der wichtigsten GT-Rennserien weltweit, und so ist es ein logischer Schritt für uns, dort mit dem BMW M6 GT3 auch in der Saison 2020 an den Start zu gehen. In Walkenhorst Motorsport setzen wir auf ein Einsatzteam, das über viel Erfahrung verfügt und mit Erfolgen wie dem Sieg 2018 bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps sowie dem zweiten Platz beim IGTC-Finale 2019 in Kyalami sein Können im internationalen GT-Sport unter Beweis gestellt hat. Wir sind überzeugt, dass das Team von Henry Walkenhorst gemeinsam mit unserem Aufgebot an starken BMW Werksfahrern in der IGTC 2020 weiter auf Erfolgskurs gehen kann. Wir fiebern einer tollen Saison mit fünf spannenden Rennen auf fünf Kontinenten entgegen!“

Das Event in Bathurst beginnt mit dem freien Training am kommenden Freitag. Am Samstag kämpfen die Teilnehmer beim Qualifying um eine optimale Startposition. Das Rennen selbst startet am Sonntag, 2. Februar, traditionell vor Sonnenaufgang um 5:45 Uhr Ortszeit (Samstag, 19:45 Uhr MEZ). Auf der Website https://www.bathurst12hour.com.au wird das Rennen durchgehend live übertragen. Und das sich das Mitfiebern am Livestream lohnt beweisen allein schon die Highlights des 12 Stunden Rennens aus dem Vorjahr. Ein Megaspektakel!

Fotos (c) edgephotographics, Porsche AG, Daimler AG, BMW AG