Le Mans: Porsche kehrt zurück!

Guten Morgen aus Düsseldorf,

Porsche kehrt ab 2014 in den Prototypensport zurück und will seine Erfolgsgeschichte in Le Mans fortsetzen. Gleichzeitig kündigt Matthias Müller, Vorsitzender des Vorstandes der Porsche AG, ein Entwicklungsprogramm für LMP1-Sportprototypen an. Der erste Einsatz des völlig neu entwickelten Rennwagens ist für das Jahr 2014 geplant. Porsche knüpft mit dieser Entscheidung an eine herausragende Vergangenheit an. Porsche ist mit 16 Gesamtsiegen der erfolgreichste Hersteller in Le Mans. Zuletzt war der Porsche 911 GT1 im Jahr 1998 beim Langstreckenklassiker erfolgreich.

Als die ersten Nachrichten gestern Nachmittag über die Agenturen verbreitet wurden, dachte ich zuerst an ein Gerücht. Zu oft war in den vergangenen Monaten von einer Rückkehr Porsches in den Motorsport geschrieben worden. In meinem Blog vom 4. Juni, nach der von der FIA bestätigten Einführung der Sportwagen-Weltmeisterschaft, prophezeite ich: Porsche und Toyota werden sich dem Reiz einer Langstrecken-Weltmeisterschaft nur schwer entziehen können. Toyota ist ja bereits als Motorenhersteller aktiv. Gestern wurde aus dem Traum dann Realität und mein Rennsport-Herz jubelt. „Motorsport war schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Marke Porsche“, betont Matthias Müller in der Pressemitteilung der Porsche AG. „Deshalb war es für uns nur eine Frage der Zeit, wieder mit einem Werks-Engagement in der ersten Liga des Rennsports mitzuspielen. Die Erfolge in Le Mans sind unerreicht. Daran wollen wir anknüpfen und den 17. Gesamtsieg einfahren.“

 

Was für ein Statement! Porsche gibt sich natürlich nicht damit zufrieden, einfach nur mitzufahren. Die Entwicklung des neuen Prototypen hat beginnen und die Porsche-Ingenieure werden in einer Mischung aus genialem Know-How und schwäbischer Behäbigkeit ein Auto auf die Räder stellen, das sich dem Kampf um die WM-Krone erfolgreich stellen wird. Porsche-Sportchef Hartmuz Kristen ist bereit für das komplexeste Entwicklungsprogramm in der Firmengeschichte: „Wir freuen uns auf die Aufgabe, neue Technologien zu entwickeln und damit an die Erfogle des Porsche RS Spyder anzuknüpfen. Wir haben uns nach der Beendigung des vom Werk unterstützten Sportprototypen-Programmes in der American Le Mans Series technologisch auf dem neuesten Stand gehalten. Jetzt werden wir mit detaillierten Untersuchungen beginnen, um verschiedene Konzeptalternativen für unser neues Auto bewerten zu können. Diese hängen selbstverständlich davon ab, wie das neue technische Reglement für das Jahr 2014 im Detail aussehen wird. Dieses Reglement ist für uns prinzipiell auch deshalb reizvoll, weil die Integration der Hybrid-Technolgie in das Fahrzeugkonzept eine der möglichen Optionen ist.“ Porsche zielt also bereits jetzt in Richtung Hybridtechnologie, die ja mit dem 911 GT3 R Hybrid bereits renntauglich gemacht wurde.

Und was sagt Audi, der Rekordsieger der letzten Dekade? In Ingolstadt reagierte man gelassen auf die Anküdigung. „Das ist eine Entscheidung des Hauses Porsche. Grundsätzlich freuen wir uns über jeden starken Gegner in Le Mans. Es zeigt die Richtigkeit der Audi-Entscheidung, in der LMP1-Kategorie zu bleiben, wenn neue Hersteller dazukommen“, sagte Jürgen Pippig, Leiter Kommunikation Motorsport bei Audi, dem Sport-Informationsdienst.Ob wir allerdings ab 2014 auf ein konzerninternes Familienduell zwischen Audi und Porsche hoffen dürfen, ist noch längst nicht raus. Die Ingolstädter konzentrieren sich an diesem Wochenende auf den vierten Lauf des Intercontinental Le Mans Cup in Imola. Im Kampf gegen den ILMC-Tabellenführer Peugeot setzt Audi auf der 4,9 Kilometer langen Strecke zwei völlig neu aufgebaute R18 TDI ein. Allan McNish und Tom Kristensen teilen sich die Arbeit im Audi mit der Startnummer 2. Das Schwesterauto mit der Nummer 1 wird pilotiert von Timo Bernhard und Marcel Fässler. ILMC-Tabellenführer Peugeot setzt ebenfalls zwei Werkswagen ein. Im Cockpit des 908 mit der Nummer 7 fahren Sebastien Bourdais und Anthony Davidson. Auto Nr. 8 wird eingesetzt mit Stephane Sarrazin und Franck Montagny. Beide Hersteller betreiben auch im Web großen Aufwand. Peugeot und Audi bieten für das Rennen am Sonntag einen Livestream an.

Gute Nachrichten zum Monatsanfang! Die vom ACO und FIA-Boss Jean Todt beschlossene Langstrecken-Weltmeisterschaft trägt erste Früchte. Außerdem wurde der leidige Motorenstreit in der Formel 1 beigelegt. Ab 2014 setzt die F1 auf den V6-Turbo!

3 Kommentare

  1. Stephan (Beitrag Autor)

    Hi Chris

    Eurosport 2 überträgt die ILMC aus Imola in zwei Häppchen ab 12 Uhr und ab 16 Uhr. Aber Peugeot und Audi liefern einen Livestream vom Rennen in voller Länge. Die Seiten hab ich im Text verlinkt..

  2. Chris

    Wow! Was für eine Nachricht. Das wird ein Spaß, schön wäre es, wenn dann Audi und Peugeot noch dabei sind! Übeträgt Eurosport am WE?

  3. Renngemeinschaft Köln Marsdorf

    Die guten Zeiten kommen wieder!!!!!

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