WRC: Die Titelverteidigung beginnt!

Wir stehen kurz vor dem Start zum ersten WRC-Lauf des Jahres. Die Monte hat Tradition und gilt gleichzeitig als schwieriger Aufgalopp in ein langes Rallyejahr. Bei Hyundai und Toyota läuft die Maschine bereits auf Hochtouren. Schließlich sollen neue Titel her und die Alten verteidigt werden!

Hyundai Motorsport wird in seiner siebten WRC-Saison mit vier regelmäßigen Crews antreten. Fahrertitel-Verteidiger Ott Tänak und sein Beifahrer Martin Järveoja werden, ebenso wie Thierry Neuville und Co und Nicolas Gilsoul, die gesamte Saison in Angriff nehmen und bei allen geplanten Läufen an den Start gehen. Dani Sordo und Carlos del Barrio und Sébastien Loeb und Daniel Elena werden sich im Verlauf der Saison das dritte Auto teilen. „Wir haben zweifellos eines der stärksten Crewaufgebote in der WRC“, kommentierte Hyundai Teamdirektor Andrea Adamo die Personalien. „Es spiegelt Hyundais Ruf im internationalen Motorsport wider, dass wir in der Lage sind, ein solches Kaliber an Talenten anzuziehen. Ich bin jedenfalls extrem auf die kommende Saison fokussiert!“

Wer ist das nicht? Insbesondere dürfte bereits bei der Monte der teaminterne Wettkampf zwischen Weltmeister Tänak und dem ewigen Vize Neuville für Spannung sorgen. Markenweltmeister Hyundai will 2020 auch den Kampf um den Fahrertitel erfolgreich abschließen. Für das Teammanagement wird der Zweikampf Tänak vs. Neuville ganz sicher zu einer Herausforderung. Tänak gilt als äußerst nervenstark und konzentriert, was für Neuville nicht immer zutraf. Allein das Duell um den Fahrer-WM-Titel zwischen Tänak und Neuville lohnt das Zuschauen. Die beiden werden in Sachen Markenwertung allerdings genug Punkte einfahren, um Hyundai die Titelverteidigung des Herstellertitels zu ermöglichen. Außerdem hat das Team aus Alzenau mit Sebastien Loeb und Dani Sordo zwei herausragende Teilzeitteams, die teamdienlich eingesetzt werden. Dafür sprangen Andreas Mikkelsen und Craig Breen über die Klinge. Doch Hyundai konnte diesen Personalverlust mit Neuzugang und Weltmeister Tänak hervorragend kompensieren. „Ich hatte ein wenig Zeit, mich an mein neues Zuhause bei Hyundai Motorsport zu gewöhnen, und ich habe definitiv einen herzlichen Empfang erlebt“, sagte Ott Tänak. „Ich habe das Gefühl, dass wir in eine gute Richtung unterwegs sind. Das Team hat bereits seine Fähigkeit bewiesen, indem es den Herstellertitel gewonnen hat. Meine ersten Eindrücke vom neuen Auto waren sehr positiv, und ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam in diesem Jahr um die Titel kämpfen können!“

Der Personalwechsel bei Toyota wiegt da schon schwerer. Alle Leistungsträger haben das Team verlassen. Mit Sebastien Ogier zog Teamchef Tommi Mäkinen zwar einen Topstar in den Yaris WRC, doch die zwei anderen Crews müssen sich beweisen. Das Toyota Gazoo Racing World Rally Team schlägt 2020 also ein neues Kapitel auf: Mit dem Start der diesjährigen FIA Rallye-Weltmeisterschaft gehen erstmals Sébastian Ogier, Elfyn Evans und Kalle Rovanperä im Toyota Yaris WRC ins Rennen. Die ebenso traditionsreiche wie anspruchsvolle Rallye Monte Carlo vom 23. bis 26. Januar 2020 markiert den Neuanfang. Ogier will im Fürstentum den Grundstein für seinen siebten WM-Titel legen: Die Rallye unweit seiner Heimatstadt Gap konnte der Franzose zuletzt sechsmal in Folge gewinnen. Auch Teamkollege und Rallye-Sieger Evans will einen perfekten Start in ein spannendes neues Kapitel seiner Karriere erwischen, während das Nachwuchstalent Kalle Rovanperä sein Debüt in der Königsklasse des Rallyesports gibt.

Die Rallye Monte Carlo bildet eine herausfordernde Kulisse, vor der sich das Trio erstmals unter Wettkampfbedingungen mit seinem neuen Auto vertraut machen muss. Die älteste Rallye im WRC-Kalender, die 1911 zum ersten Mal stattfand, ist berüchtigt für ihre schwierigen und mitunter wechselhaften Bedingungen, die von trockenem Asphalt bis hin zu Schnee und Eis reichen können – manchmal sogar innerhalb einer einzigen Etappe. Daher ist die Reifenwahl ein entscheidendes Kriterium: Die Fahrer verlassen sich dabei auf die entlang der Strecke verteilten Eisspione, die sie mit den aktuellsten Informationen zu den Straßenbedingungen versorgen.

Los geht es am Mittwochnachmittag mit dem Shakedown in der Nähe des Serviceparks Gap, bevor die Rallye am Donnerstag im berühmten Hafen Monacos startet. Es folgen zwei Etappen in der Dunkelheit auf dem Rückweg nach Gap, darunter als erstes der Abschnitt von Malijai nach Puimichel, der zuletzt 1994 gefahren wurde. Am Freitag folgen drei Etappen, die allesamt einmal wiederholt werden: Dazu gehört auch die neue Prüfung von Saint-Clément nach Freissinières nordöstlich von Gap. Am Samstag stehen zwei bekannte Etappen auf dem Programm, die beide zweimal gefahren werden, bevor die lange Rückfahrt nach Monaco am letzten Tag mit zwei Überfahrten über den legendären Col de Turini sowie der Power Stage von La Cabanette nach Col de Braus ansteht.

„Die Rallye Monte Carlo ist immer ein spannender Wettbewerb zu Beginn einer neuen Saison – in diesem Jahr mit vielen Fahrern in neuen Autos ganz besonders, wir starten beispielsweise mit einer völlig neuen Besetzung“, erklärt Teamchef Tommi Mäkinen. „Es ist eine Rallye, die wir als Team noch gewinnen wollen, aber wir sind bislang zumindest jedes Mal auf dem Podium gelandet. Sébastiens Bilanz bei dieser Rallye ist brillant: Er hat sie in vielen verschiedenen Autos gewonnen, daher wird er sicherlich wieder in den Kampf eingreifen, auch wenn er unser Auto noch kennenlernen muss. Ähnlich wird es Elfyn ergehen, der auf der Monte schon gute Geschwindigkeit gezeigt hat. Für Kalle hingegen gibt es keinen Druck: Es ist eine wirklich harte Rallye, bei der man Erfahrung braucht. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir als Team ein starkes Ergebnis erzielen können, um die diesjährige Meisterschaft anzugehen!“

Im vergangenen Jahr landete Toyota auf dem dritten Platz, nachdem ein unplanmäßiger Reifenwechsel Ott Tänak zeitweise zurückgeworfen hatte. Jari-Matti Latvala wurde Fünfter vor Kris Meeke, der bei seiner ersten Rallye für das Team aber direkt die Power Stage gewann. Der Toyota Yaris WRC setzte in neun der 16 Prüfungen die schnellste Zeit.

Auch 2020 stehen bei der Monte 16 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 304,28 Kilometern an. Los geht es am Donnerstag, dem 23. Januar ab 17 Uhr, wie immer live auf plus.wrc.com. Hier der Zeitplan für alle Prüfungen in MEZ. Auch Red Bull TV berichtet von der Monte. Die Tageszusammenfassungen gibt es am 24./25. und 26. Januar ab 22 Uhr. Die Super Live Stage überträgt Red Bull TV am 25. Januar ab 14 Uhr Live und kostenfrei als Livestream.

Der Blog bleibt auch in diesem Jahr wieder hautnah bei der WRC. Mehr von der Monte dann bereits am Wochenende!

Fotos (c) Hyundai Motorsport GmbH, Toyota Gazoo Racing