Dakar 2020: Führungstrio rückt zusammen!

Die gestrige achte Etappe rund um das Biwak in Wadi Al Dawasir wirbelte die Zeitentabelle durcheinander. Orlando Terranova und Ronnie Graue kamen im MINI John Cooper Works Rally als Dritte hinter Mathieu Serradori und Fernando Alonso ins Ziel!

Jakub Przygonski und Timo Gottschalk beendeten die Prüfung auf Platz sechs. Die Bahrain JCW X-raid Team-Crew Stéphane Peterhansel und Paulo Fiuza erreichten im MINI JCW Buggy als Neunte das Ziel. Ihre Teamkollegen Carlos Sainz und Lucas Cruz wurden 15. In der Gesamtwertung rücken die ersten drei etwas näher zusammen. Sainz kann seine Führung vor Al-Attiyah und Peterhansel halten. Aufgrund des Todes von Motorradpilot Paulo Gonçalves auf der gestrigen Etappe blieben die Teilnehmer der Motorrad- und Quad-Kategorie heute im Biwak. Somit wurde die Prüfung eine große Herausforderung für die Co-Piloten der ersten Fahrzeuge. Sie konnten sich nicht an den bereits schon vorhandenen Spuren der Motorräder orientieren, die normalerweise vor den Autos in die Wertungsprüfung starten. Die später gestarteten Piloten profitieren demnach noch stärker von der Arbeit der vor ihnen fahrenden Crews. Bei der Rally Dakar wird die Startreihenfolge jeweils durch das Ergebnis des Vortages festgelegt.

Mit seinem dritten Platz konnte Terranova etwas Zeit auf den in der Gesamtwertung vor ihm liegenden Yazeed Al-Rajhi aufholen. Dabei konnte er sich die gesamte Prüfung über in der Spitzengruppe aufhalten, verlor aber etwas Zeit als er wegen eines Reifenschadens stoppen musste. „Die Etappe war schön und wir haben versucht anzugreifen“, sagte Terranova. „Leider haben wir uns hinter einem Konkurrenten einen Platten eingehandelt!“

Przygonski konnte sich mit Platz sechs wieder in den Top 10 platzieren. „Auch die Etappe heute war sehr schnell“, erzählte der Pole. „Aber es gab auch einige schwierige Dünen, die sehr weich waren und schlechte Sicht boten. Wir haben uns einmal kurz verfahren und ein paar Minuten verloren. Ich hoffe, dass die kommenden Prüfungen wieder etwas langsamer werden!“

Zwar waren Peterhansel und Fiuza als Dritte losgefahren, doch sie mussten ihre Navigationskünste unter Beweis stellen als sie nach rund 250 Kilometer die beiden vor ihnen gestarteten Fahrzeuge eingeholt hatten. Mit ihrem neunten Platz konnten sie ein paar Minuten auf Al-Attiyah und Sainz in der Gesamtwertung gutmachen. „Auch mit den Motorradspuren wäre die Navigation heute schwierig gewesen“, so Peterhansel. „Als Carlos und Nasser sich festgefahren hatten, eröffneten wir die Prüfung. Ich musste etwas langsamer fahren, da die Navigation so schwierig war. So konnten uns einige Konkurrenten einholen und wir kamen zu fünft gleichzeitig im Ziel an!“ Sainz und Cruz starteten als Erste in die Etappe und büßten auf der Suche nach dem richtigen Weg einige Minuten ein. Zudem blieben sie kurz in den Dünen stecken. „Wir mussten heute als erste in die Prüfung starten und die Navigation war ohne die Motorradspuren noch schwieriger“, erklärte Sainz. „In den Dünen haben wir uns einmal festgefahren und danach habe ich attackiert, um die anderen wieder einzuholen. Schlussendlich konnten wir heute Schadensbegrenzung betreiben!“

Toyota Gazoo Racing erlebte am Montag nur ein kleines Erfolgserlebnis. Mit Platz zwei in Wadi Al-Dawasir trotz eines Reifenschadens hat Fernando Alonso nach 8 Etappen sein bestes Ergebnis bei der Dakar erzielt. Der zweimalige Formel 1-Weltmeister hat sich schnell an seine neue Disziplin gewöhnt, ähnlich wie im Langstreckensport mit zwei Siegen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und dem Weltmeistertitel in der Kategorie. Rallye-Einsätze sind jedoch eine ganz andere Sache, die der Spanier allerdings immer mehr zu schätzen weiß und die vielleicht nicht allzu lange warten muss, bis er bei der Dakar seine ersten Erfolgserlebnisse hat. Und wie wäre es, in den kommenden Jahren ein Anwärter auf den Titel zu werden?

Zum Mann des Tages wurde Mathieu Serradori. Obwohl er auf den ersten Kilometern des gestrigen Specials im Sand stecken blieb, reagierte Serradori auf der achten Etappe mit einer perfekten Demonstration. Der ehemalige Motorradfahrer nutzte die Spuren von Carlos Sainz, Nasser Al-Attiyah und Stéphane Peterhansel, die bei der Navigation Zeit verloren. Serradori gelang ein perfekter Tag und mit einem Vorsprung von 4 Minuten auf Fernando Alonso der Etappensieg.

An der Spitze rücken die ersten drei nun enger zusammen. Ein klarer Beleg dafür, das uns die Tage der Entscheidung noch bevorstehen. Womöglich bringt bereits die neunte Etappe von Wadi Al Dawasir nach Haradh eine Vorentscheidung. In Saudi Arabiens ‚Empty Quarter‘ geht es zunächst über eine 476 Kilometer lange Liasion, gefolgt von 410 Kilometern Wertungsprüfung mit einer Mischung aus Geröll, Erde und einigen Dünen.

Rallye Dakar – Gesamtwertung nach Etappe 8

1. C. Sainz (ESP) / L. Cruz (ESP) MINI JCW Buggy – 31h 56m 52s
2. N. Al-Attiyah (QAT) / M. Baumel (FRA) Toyota – 32h 03m 32s
3. S. Peterhansel (FRA) / P. Fiuza (POR) MINI JCW Buggy – 32h 10m 01s
4. Y. Al-Rajhi (KSA) / K. Zhiltsov (RUS) Toyota – 32h 29m 17s
5. O. Terranova (ARG) / B. Graue (ARG) MINI JCW Rally – 32h 39m 54s

Fotos (c) Team X-Raid, Toyota Gazoo Racing, DPPI