DTM Dream Race Fuji: Erwartungen übertroffen!

Das Dream Race in Fuji wurde auch hier im Dorf mit Spannung erwartet. Ähnelte der Samstag noch einer Kaffeefahrt war beim zweiten gemeinsamen Rennen der DTM und der japanischen Super GT am Sonntag schon fast ein wenig zuviel Würze drin. Die Erwartungen wurden übertroffen, denn die DTM gab sich nicht kampflos geschlagen!

Zahlreiche Duelle, drei Safety-Car-Phasen und das strahlende Geburtstagskind Marco Wittmann auf dem Podest: Der zweite Teil des SUPER GT DTM Dream Race, der ersten gemeinsamen Veranstaltung von DTM und der SUPER GT Championship auf japanischem Boden, hat am Sonntag die Fans in Fuji begeistert. Wittmann erkämpfte sich an seinem 30. Geburtstag im Schaeffler BMW M4 DTM den zweiten Platz. Kamui Kobayashi sorgte genauso für jede Menge Action wie auch Alessandro Zanardi, der im ZF BMW M4 DTM zeitweise auf der zweiten Position fuhr. Kobayashi wurde Fünfter, Zanardi sah als 13. die Zielflagge. Insgesamt drei Mal kam im Rennverlauf das Safety Car auf die Strecke. Die Fans in Fuji bekamen nicht nur zahllose Zweikämpfe und Überholmanöver zu sehen, sondern auch den einen oder anderen Kontakt zwischen den Autos und Unfälle. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. Wittmann sah schließlich als Dritter die Zielflagge, rückte jedoch nach einer 1-Sekunden-Strafe gegen Audifahrer Loic Duval wegen eines vorangegangenen Duells noch auf Rang zwei vor. Der Sieg ging an den Ex Force India F1 Piloten Narain Karthikeyan.

Für Wittmann, dessen Familie und zahlreiche Freunde nach Fuji gereist waren, stand nun am Abend eine würdige Feier seines 30. Geburtstags in Tokio an. Vor dem Rennen hatten BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt, seine Fahrerkollegen Zanardi und Kobayashi sowie das gesamte BMW Team RBM während des Pit Walks am Vormittag mit einer großen Torte und einem Ständchen gratuliert.

Bei BMW war man mit diesem, hoffentlich nicht nur einmaligem Experiement absolut zufrieden. BMW Group Motorsport Director Jens Marquard war begeistert: „Genau solch ein Rennen haben wir uns für die Fans hier in Japan – und natürlich auch für die Zuschauer in Europa – gewünscht. Das war richtig toller Motorsport, auch wenn es phasenweise recht chaotisch zuging. Aber genau das wollen die Fans sehen. Die Reise nach Fuji hat sich für uns damit in jedem Fall gelohnt. Vielen Dank an Bart Mampaey und das gesamte BMW Team RBM. Sie haben alle einen fantastischen Job gemacht, unsere drei Autos auf allerhöchstem Niveau eingesetzt und tolle Boxenstopps gezeigt. Herzlichen Glückwunsch an Marco Wittmann zum Geburtstag – und zum zweiten Platz hier. Das war wieder einmal eine super Leistung von ihm. Kamui Kobayashi hat ebenfalls einen harten Fight geliefert und sich an seinem ersten Wochenende in einem DTM-Auto sensationell geschlagen. Alex Zanardi war genauso mittendrin im Geschehen und hat wieder einmal für ganz besondere Momente gesorgt. Insgesamt war das Werbung für den Tourenwagensport. Wir haben gesehen, dass eine gemeinsame Rennveranstaltung von SUPER GT und DTM absolut funktionieren und super Racing produzieren kann. Das Dream Race war ein voller Erfolg!“

Auch beim zweiten DTM-Hersteller war man glücklich. „Das war ein extrem aufregendes Rennen mit jeder Menge Zwischenfällen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir haben trotz der Reifenprobleme noch ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Der Kampf von Loic Duval gegen Marco Wittmann in der letzten Runde war einfach sensationell. Für mich hat er den zweiten Platz absolut verdient gehabt. Die Entscheidung, ihm eine Strafsekunde zu geben, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das Rennen heute war beste Werbung für die Class 1. Ich freue mich schon jetzt auf den Auftakt der neuen DTM-Saison Ende April 2020 in Zolder – und natürlich auch auf das nächste Dream Race. Dieses Wochenende in Fuji hat Lust gemacht auf mehr!“ Pechvogel Loic Duval hatte mit dem Audi RS 5 DTM am Vormittag im Regen die Pole-Position geholt. Im Rennen auf trockener Strecke musste der ehemalige SUPER-GT-Champion nach nur sieben Runden wegen eines Reifenschadens hinten links außerplanmäßig an die Box kommen. Sein Audi Sport Team Phoenix nutzte dann eine von insgesamt drei Safety-Car-Phasen für einen weiteren Reifenwechsel – ein Schachzug, der sich auszahlte: Duval konnte den Vorteil der frischeren Reifen in den letzten Runden ausnutzen, mehrere Konkurrenten überholen und so unter dem Jubel der Fans auf Platz drei nach vorn fahren. Dabei war er nach sieben Runden noch Letzter.

„Was für ein Rennen!“, sagte Duval. „Wir waren im Trockenen nicht ganz so schnell wie die SUPER-GT-Autos und hatten gleich am Anfang einen Reifenschaden. Aber dank der Safety-Cars konnten wir uns zurückkämpfen. Die letzten beiden Runden waren verrückt. Wir sind praktisch nur nebeneinander gefahren. Wir sind nach Fuji gekommen, um eine gute Show abzuliefern und die Leute zu unterhalten. Ich denke, das ist uns gelungen. Für mich war es ein großartiges Rennen, das ich im Auto total genossen habe!“

Mit Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Abt Sportsline), René Rast (Audi Sport Team Rosberg) und Benoît Tréluyer (WRT Team Audi Sport) auf den Plätzen sieben, acht und zehn kamen am Sonntag alle vier Audi RS 5 DTM in die Top Ten. Rast kämpfte lange um einen Platz auf dem Podium, ehe sich auch der amtierende DTM-Champion einen Reifenschaden einfing – unglücklicherweise am Ende der langen Start-Ziel-Geraden, weshalb der Zeitverlust für ihn noch größer war als zuvor bei Duval.

Fazit: Gerhard Bergers Idee, die beiden Serien gegeneinander antreten zu lassen, war ein voller Erfolg. Doch bis Lexus, Honda und Nissan in der DTM antreten, wird ganz sicher noch viel Wasser von der Düssel in den Rhein fliessen. Einn gemeinsame Serie dürfte aufgrund der zu überbrückenden Distanz zwischen Japan und Deutschland kaum zu realisieren sein. Doch sollte es nicht daran scheitern, zwei gemeinsame Renntermine zu finden, die ein Kräftemessen ermöglichen. Die zahlreichen Fans würden es den Organisatoren der DTM und der SuperGT auf jeden Fall danken. Schließlich wurden, spätestens am Sonntag, die Erwartungen übertroffen!

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, Toyota Gazoo Racing