DTM Dream Race Fuji: Big in Japan!

Fans der DTM dürfen sich zum Abschluss einer für Audi überaus erfolgreichen Saison noch auf einen ganz besonderen Leckerbissen zum Nachtisch freuen: Am kommenden Samstag und am Sonntag finden am Fuße des berühmten Mount Fuji die ersten beiden gemeinsamen Rennen der DTM und der japanischen SUPER-GT-Meisterschaft statt!

Fünf Automobilhersteller kämpfen in Fuji um den Sieg. Audi hat vier RS 5 DTM zum Dream Race nach Japan geschickt. Seit mehreren Jahren arbeiten die Verantwortlichen der DTM in Europa und der SUPER GT in Japan daran, ihre technischen Reglements anzupassen, um gemeinsame Rennen und eine Art Champions League des Tourenwagen-Sports zu ermöglichen. Das Ergebnis sind die spektakulären Class-1-Rennwagen mit ihren mehr als 610 PS starken Vierzylinder-Turbomotoren, die in der Saison 2019 bereits in der DTM zum Einsatz kamen. In der SUPER GT gilt das Class-1-Reglement ab dem nächsten Jahr.

Beim Dream Race in Fuji treten am Wochenende vier Audi RS 5 DTM und drei BMW M4 DTM gegen die aktuellen SUPER-GT-Rennwagen von Honda, Lexus und Nissan an, die sich technisch derzeit noch etwas von den DTM-Autos unterscheiden. „Ich erwarte trotzdem einen ausgeglichenen Wettbewerb und kann es gar nicht mehr erwarten, dass diese ersten gemeinsamen Rennen jetzt endlich stattfinden können, nachdem wir so viele Jahre darauf hingearbeitet haben“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, dort mit einem Auto je Team vor Ort zu sein. Fuji ist immer ein ganz spezieller Ort – eine spannende Strecke mit einer extrem langen Geraden und einem interessanten kurvigen Teil. Es wird eine Herausforderung, dort das richtige Setup zu finden, um konkurrenzfähig zu sein. Ich erwarte einen deutlichen Vorteil der japanischen Fahrzeuge auf der langen Geraden!“

Die Start-Ziel-Gerade in Fuji ist rund 1,5 Kilometer lang und damit eine Besonderheit im internationalen Rennkalender, die Audi bereits von den Einsätzen mit dem Audi R18 in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und mit dem Audi R8 LMS kennt. Laut Computersimulationen wird der Audi RS 5 DTM am Ende der Geraden abhängig von der Heckflügeleinstellung bis zu 300 km/h schnell sein. Die vier Audi RS 5 DTM haben für das Dream Race zum Teil neue Designs bekommen. Nur das Auto von Mike Rockenfeller werden die Fans auf Anhieb wiedererkennen: Der DTM-Champion des Jahres 2013 startet im Audi Sport Team Abt Sportsline wie in der abgelaufenen DTM-Saison im gewohnten schwarzen Akrapovič Audi RS 5 DTM.

Der Audi Sport RS 5 DTM von René Rast bekommt für das Japan-Gastspiel den Look der japanischen Flagge mit einem großen roten Punkt auf der weißen Karosserie. Der amtierende DTM-Champion startet im Audi Sport Team Rosberg mit Unterstützung von Audi Japan und macht auf das 25-jährige Jubiläum der besonders sportlichen RS-Modelle der Marke Audi aufmerksam.

Loïc Duval fährt im Audi Sport Team Phoenix einen roten BMC Airfilter Audi RS 5 DTM. Das Unternehmen hatte Anfang des Jahres bereits den Gasteinsatz von MotoGP-Star Andrea Dovizioso in Misano unterstützt.

Last but not least startet Benoît Tréluyer im Audi-Kundenteam WRT Team Audi Sport mit Unterstützung von Audi Japan, Hitotsuyama Racing und der Audi driving experience mit einem weißen Audi Japan RS 5 DTM.

Für die vier Audi-Teams ist der Japan-Einsatz eine logistische Herausforderung. Ein großer Teil des Equipments und der Ersatzteile wurde schon vor Wochen auf dem Seeweg nach Asien geschickt. Die vier Audi RS 5 DTM wurden am 13. November von Frankfurt-Hahn aus nach Japan geflogen und kamen zu Beginn dieser Woche an der Rennstrecke an.

Interessant wird das Kräftemessen mit der japanischen Super GT auch für BMW. Doch bevor er im ZF BMW M4 DTM mit der Startnummer 4 auf die Strecke ging, absolvierte Alessandro Zanardi auf dem Kurs bereits einige Runden mit seinem Handbike. Der Fuji International Speedway wird bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio Austragungsort der Paracycling-Wettbewerbe sein. Zanardi hat gute Chancen, sich für die Spiele zu qualifizieren.

Zanardi hat bei den Spielen in London 2012 und Rio de Janeiro 2016 insgesamt vier paralympische Goldmedaillen gewonnen und ist 12-maliger Weltmeister im Paracycling. Die Teilnahme an den Tokio-Spielen ist sein großes Ziel für 2020. Vor dem Dream Race bot sich Zanardi die Gelegenheit, die Besonderheiten der Strecke mit seinem Handbike zu erkunden und so erste Erkenntnisse zu sammeln, was ihn bei einem möglichen Start auf dem Fuji International Speedway erwartet. „Ich habe jetzt eine sehr gute Ahnung davon, worauf ich mich vorbereiten muss“, sagt Zanardi. „Ich nehme wichtige Informationen mit nach Hause, die mir zum einen aus technischer Sicht helfen können, denn ich möchte ein neues Handbike entwickeln, und auch in der körperlichen Vorbereitung. Jede Strecke hat andere Anforderungen, und man kann sein Training an die jeweiligen Eigenheiten der Strecke anpassen. Dies ist ein großartiger, aber sehr harter Kurs. Es gibt keine flachen Passagen, sondern es geht immer entweder bergauf oder bergab. Auch in den Kurven muss man einiges Können mitbringen, denn es gibt viele Bereiche, in denen man stark bremsen und dann im richtigen Moment auf der richtigen Linie einlenken muss. Ich hoffe, dass mir meine Fähigkeiten als Rennfahrer hier etwas helfen werden. Aber es gibt noch viel Arbeit zu tun, denn dieser Kurs ist ganz anders als die, auf denen wir bisher gefahren sind. Es ist aufregend, und ich bin BMW sehr dankbar für die Möglichkeit, hier in Fuji dabei zu sein. Vor allem natürlich, weil ich am Wochenende den wunderbaren BMW M4 DTM fahren kann, zum anderem aber auch aus diesem Grund!“

Nun konzentriert sich Zanardi ganz auf seinen Einsatz im ZF BMW M4 DTM. Am Freitag stehen beim Dream Race die freien Trainings an, am Samstag und Sonntag je ein Qualifying und ein Rennen. Gemeinsam mit Marco Wittmann und Kamui Kobayashi bildet Zanardi das BMW M Motorsport Dream Team. Im ersten Testlauf auf der rund 4,5 Kilometer langen Strecke überzeugte das Duo der Super-GT-Fahrer Nick Cassidy/ Ryo Hirakawa. Sie bestritten den Kurs in 1:31,002 Minuten, dahinter folgte Koudai Tsukakoshi (+0,313 Sekunden) und das Duo Ronnie Quintarelli / Tsugio Matsuda (+0,321). Die höchste Geschwindigkeit verzeichnete DTM-Fahrer Kamui Kobayashi im BMW mit 296,7 km/h im zweiten Testlauf.

Beide Läufe des DTM Dream Race werden am Samstag und Sonntag um 06:25 Uhr auf Sat1 live übertragen. Und das war es dann auch schon für diese Woche. Allen Lesern und Freunden ein schönes Wochenende und ab morgen viel Spaß mit einem neuen Beitrag im Bordkino!

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, Toyota Gazoo Racing