GT World Cup Macao: Farfus wird Vierter!

Wie schon im Qualifikationsrennen am Samstag hat Augusto Farfus vom BMW Team Schnitzer auch im eigentlichen FIA GT World Cup in Macau am Sonntag den vierten Platz belegt. Im BMW M6 GT3 mit der Startnummer 42 kämpfte der Vorjahressieger im 18-Runden-Rennen zeitweise um das Podium. Raffaele Marciello feierte auf einem Mercedes den Sieg auf dem legendären Guia Circuit!

Von Startplatz vier aus versuchte Farfus zunächst, sich weiter nach vorn zu verbessern. Beim Re-Start nach einer Safety-Car-Phase, die Porsche-Pilot Kevin Estre mit einem Unfall ausgelöst hatte, nutzte er seine Chance und zog am neuseeländischen Porsche-Piloten Earl Bamber vorbei. Er musste den dritten Platz jedoch wenig später schon wieder an den Neuseeländer abgegeben. Bis zum Schluss änderte sich dann an der Reihenfolge nichts mehr. Teamkollege Eriksson zeigte bei seinem ersten Auftritt im BMW M6 GT3 in Macau eine souveräne Leistung und fuhr ein fehlerfreies Rennen.

Porsche hat beim FIA GT World Cup in Macau mit zwei von Rowe Racing eingesetzten 911 GT3 R das Siegerpodest erreicht. Die Werksfahrer Laurens Vanthoor und Earl Bamber boten den Zuschauern in der chinesischen Spielermetropole einen sehenswerten Kampf und kamen am Ende des Rennens auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel. Die baugleichen, über 500 PS starken Fahrzeuge von Absolute Racing mit den Fahrern Kévin Estre und Alexandre Imperatori schieden auf dem schnellen Stadtkurs vorzeitig aus.

Beim Start in das Hauptrennen über 18 Runden überholte Vanthoor seinen Markenkollegen Bamber und machte als Zweiter fortan Jagd auf die Spitze. Trotz schneller Rundenzeiten fand der Belgier keinen Weg am führenden Mercedes vorbei. In Runde zwölf ließ Vanthoor seinen IMSA-Teamkollegen aus Neuseeland passieren. Bamber erhöhte den Druck auf den späteren Sieger Raffaele Marciello, fuhr mehrfach neue schnellste Rennrunden und versuchte sich in der letzten Runde an einem letzten Angriff – vergeblich. Kurz vor dem Zielstrich wartete Bamber auf seinen Werksfahrerkollegen, um Vanthoor den verdienten zweiten Platz zurückzugeben. Großes Pech hatte das Team Absolute Racing in der vierten Runde des FIA GT World Cup. Sportwagen-Weltmeister Estre schlug bei seiner entschlossenen Aufholjagd in der schnellen Mandarin-Kurve in die Leitplanken und schied somit aus. Zur gleichen Zeit musste Teamkollege Imperatori seinen 911 GT3 R aufgrund von Beschädigungen nach einem Kontakt im Zweikampf abstellen. Bis zum frühzeitigen Ausfall hatten beide Piloten eine starke Leistung und spannende Zweikämpfe gezeigt.

Schon im Qualifying am Freitag bewies Raffaele Marciello Nervenstärke: Nachdem Porsche und Audi die Session weitgehend bestimmt hatten, stürmte der 24-Jährige – wie im Vorjahr – mit seiner letzten fliegenden Runde zur Bestzeit. Der Italiener in der #999 des Mercedes-AMG Team GruppeM startete somit von der Pole-Position in das Qualifikationsrennen am Samstag. In der turbulenten Anfangsphase des Laufs gelang es Marciello, seine Führung souverän zu behaupten. Auch der vom sechsten Platz gestartete Edoardo Mortara in der #77 des Mercedes-AMG Team Craft-Bamboo Racing erwischte einen vielversprechenden Start, der ihn auf die vierte Position nach vorne brachte. Dabei passierte er auch seinen vom fünften Platz ins Rennen gegangenen Markenkollegen Maro Engel in der #888 vom Mercedes-AMG Team GruppeM Racing. Die beiden mehrfachen Macau-Sieger machten in der Folge Druck nach vorne. Eine dramatische Wende brachte jedoch die fünfte Runde: Beim Anbremsen zur berüchtigten Lisboa-Kurve konnte Engel einem Konkurrenten nicht mehr ausweichen. In der Folge rutschte er in das Fahrzeug des viertplatzierten Mortara, was für beide Mercedes-AMG GT3 das Aus bedeutete. Nach dem Restart ruhten die Hoffnungen auf eine Topplatzierung damit alleine auf Marciello, der seine Führung auch nach der Safetycar-Phase weiter behaupten konnte und vor allem mit seiner starken Leistung in Sektor 4 die Konkurrenz in Schach hielt. Nach zwölf Runden über den Guia Circuit machte der Blancpain GT Champion von 2018 schließlich den Sieg und damit die Pole-Position für das Hauptrennen am Sonntag perfekt.

Bei dem auf 18 Runden angesetzten Hauptrennen am Sonntag glückte Marciello erneut ein perfekter Start, wodurch er seine Führung behaupten konnte. Eine Safety-Car-Phase brachte die Verfolger zwischenzeitlich wieder näher in Schlagdistanz, aber auch nach dem Restart verteidigte Marciello seine Position an der Spitze des 17 Fahrzeuge starken Weltklasse-Feldes und spulte Runde um Runde mit beeindruckender Präzision ab. In der Schlussrunde hingegen gab es noch eine Schrecksekunde, als „Lello“ mit der #999 des Mercedes-AMG Teams GruppeM in der berühmten Haarnadelkurve „Melco Hairpin“ von einem Verfolger touchiert wurde. Aber auch davon ließ sich Marciello nicht beeindrucken und machte nach 18 Runden seinen ersten Sieg beim FIA GT World Cup perfekt.

Auf dem engen Stadtkurs zeigten auch die beiden ehemaligen Macau-Sieger Mortara und Engel ihre Klasse. Ihre Mercedes-AMG GT3 waren nach dem Unfall des Vortages rechtzeitig zum Hauptrennen wieder einsatzbereit, allerdings musste Mortara den Lauf vom 14. Platz aus in Angriff nehmen; Engel durfte nach einer nachträglichen Strafe nur aus der Box hinter dem Feld starten. Bis zur Rennmitte hatte sich Mortara im Mercedes-AMG GT3 #77 bereits auf den sechsten Platz nach vorne gekämpft, den er auch bis ins Ziel hielt. Die Aufholjagd von Engel führte die #888 bis auf den neunten Platz. Eine starke Vorstellung bot auch das Customer Racing Team Solite Indigo Racing mit Roelof Bruins (NED) am Steuer des Mercedes-AMG GT3 #97: Der frischgebackene Champion der Blancpain GT World Challenge Asia belegte den elften Platz und war damit bestplatzierter Silber-Fahrer. Der Sieg von Marciello brachte auch eines der beiden von Fotokünstler Michael von Hassel gestalteten „Art Cars“ auf das Siegerpodium. Die Mercedes-AMG GT3 #999 und #888 zählten während des gesamten Macau-Wochenendes zu den begehrtesten Fotomotiven der Grand-Prix-Besucher.

Audi ging in Macao leer aus. Im FIA GT World Cup erzielte Phoenix Racing mit zwei fünften Rängen das beste Ergebnis des Audi R8 LMS. „Einmal mehr war Macau intensiv und hat unseren Teams viel Arbeit beschert“, sagt Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing. „Im FIA GT World Cup hatten wir uns mit Startplatz zwei für das Qualifikationsrennen eine gute Ausgangsposition gesichert, die wir leider nicht in ein entsprechendes Rennergebnis verwandeln konnten. Ernst Moser hat mit seinem Team Phoenix Racing und unserem Audi Sport-Piloten Christopher Haase in beiden Rennen mit Platz fünf das beste Ergebnis für uns herausgefahren!“

Für das BMW Team Schnitzer und Farfus steht in der kommenden Woche gleich das nächste GT-Highlight an. Im Rahmen der Intercontinental GT Challenge feiert BMW seine Motorsport-Rückkehr nach Südafrika. Neben Farfus werden Martin Tomczyk und Lokalmatador Sheldon van der Linde mit dem BMW M6 GT3 in Kyalami antreten. Walkenhorst Motorsport wird zwei weitere BMW M6 GT3 an den Start bringen.

Fotos (c) BMW AG, Daimler AG, Ferdi Kräling Motorsportbild GmbH, FIA, Porsche AG