WRC Spanien: Tänak ist Weltmeister!

Die spannendste und spektakulärste Serie im gesamten FIA Portfolio hat einen neuen Weltmeister. Toyota Gazoo Racing World Rallye Team Fahrer Ott Tänak und sein Copilot Martin Järveoja haben Geschichte geschrieben und sich ihre ersten Titel in der FIA World Rally Championship mit einem atemberaubenden zweiten Platz bei der Rallye Spanien gesichert!

Ott Tänak sorgte für einen Generationswechsel, denn er ist erst der dritte Fahrer, der seit 2004 die WM-Krone holt, während er und Järveoja die ersten Esten sind, die es je geschafft haben. Tänak löst die beiden Super Sebs ab, die 15 Jahre den WM-Titel unter sich ausmachten. Die Ära Loeb und Ogier ist fürs erste beendet. Es ist das fünfte Mal, dass ein Toyota-Pilot den Titel des WM-Fahrers gewonnen hat, und das erste Mal seit dem Sieg von Didier Auriol 1994. Tänak, der bisher sechs der zwölf Rallyes gewonnen hatte, kam mit einem Vorsprung von 28 Punkten zum vorletzten Saisonlauf. Im einzigen echten Mixed-Surface-Event der Serie wurde Tänak nach dem Eröffnungstag auf Schotter Fünfter, bevor ihn am Samstag vier aufeinander folgende Etappensiege auf Asphalt auf den dritten Platz brachten. Am Sonntag eröffnete sich der Este einen komfortablen Vorteil gegenüber den Verfolgern, musste aber auf Power Stage noch hart arbeiten, um sich den Titel vorzeitig zu sichern. In einem unglaublichen Lauf über die 20,72 Kilometer lange Etappe war Tänak 3,6 Sekunden schneller als jeder andere, um nicht nur die vollen fünf Bonuspunkte zu holen, sondern auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Rallye zu belegen.

Jari-Matti Latvala belegte den fünften Platz und erzielte wichtige Punkte für die Herstellerwertung, in der Toyota nach wie vor die Chance hat, den letzten Saisonlauf in Australien mit 18 Punkten Vorsprung zu gewinnen. Nachdem Kris Meeke am Samstagmorgen nach einem Unfall in den Ruhestand getreten war, kehrte er am Sonntag nach den WRC2 Regeln des Neustarts in den Einsatz zurück.

Toyota Gatoo Racing Rally Challenge Programmfahrer Takamoto Katsuta beendete erfolgreich seine zweite Veranstaltung auf höchstem Niveau in einem separat betreuten Toyota Yaris WRC und zeigte erneut gute Fortschritte, obwohl ihn am Samstag ein technisches Problem verlangsamte.

Toyota Teamchef Tommi Mäkinen sprach von einer historischen Leistung. „Wir haben einen neuen Weltmeister. Es ist eine große Belohnung für das gesamte Team für die harte Arbeit, die sie zusammen mit Ott und Martin während der gesamten Saison geleistet haben, um dieses Ziel zu erreichen. Es gab an diesem Wochenende viel Druck auf Ott. Ich weiß, wie es ist, und ich denke, es ist für alle anderen schwer zu verstehen, was es bedeutet. Was er auf der Power Stage tat, um das zu tun, was er brauchte, um den Titel zu holen, war absolut erstaunlich. Der zweite Platz hilft uns auch in der Herstellerwertung. Wir haben in Australien noch eine Chance und werden dort unser Bestes geben.“

Der neue Weltmeister war erstmal sprachlos, brachte dann aber doch ein paar Worte heraus. „Der Druck an diesem Wochenende war auf einem anderen Niveau. Das war das Ziel meines Lebens. Ich wusste, dass ich keine Fehler machen konnte, aber trotzdem musste ich ein gutes Ergebnis erzielen, um es zu erreichen. Es war also massiver Druck und es war schwierig, sich am Anfang daran zu gewöhnen. Aber am Ende konnte ich mich irgendwie entspannen und mein normales Fahren machen. Heute Morgen hatte ich ein gutes Gefühl im Auto und konnte mit einem guten Rhythmus fahren, aber Dani Sordo war immer etwas schneller, also wusste ich, dass es in der Power Stage schwer sein würde, die Punkte zu bekommen, die wir brauchten. Ich pushte hart und am Ende zahlte es sich aus. Ich musste in meiner Karriere viel überwinden, also ist es schön, dies endlich zu erreichen. Vielen Dank an das Team, sie haben gute Arbeit geleistet!“

Endstand Rallye Spanien

1. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC) 3h07m39.6s
2. Ott Tänak/Martin Järveoja (Toyota Yaris WRC) +17.2s
3. Dani Sordo/Carlos del Barrio (Hyundai i20 Coupe WRC) +17.6s
4. Sébastien Loeb/Daniel Elena (Hyundai i20 Coupe WRC) +53.9s
5. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Toyota Yaris WRC) +1m00.2s
6. Elfyn Evans/Scott Martin (Ford Fiesta WRC) +1m14.2s
7. Teemu Suninen/Jarmo Lehtinen (Ford Fiesta WRC) +1m47.6s
8. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (Citroën C3 WRC) +4m20.5s
9. Mads Østberg/Torstein Eriksen (Citroën C3 R5) +8m24.6s
10. Eric Camilli/Benjamin Veillas (Citroën C3 R5) +8m47.2s

Die Saison endet bei der Kennards Hire Rally Australia vom 14. bis 17. November. Die Kiesveranstaltung findet in Coffs Harbour, New South Wales, statt. Mehr zur WRC folgt in den kommenden Tagen.

Fotos (c) Toyota Gazoo Racing WRC