WRC Spanien: Drama bei Citroen!

Sebastien Ogier und Julien Ingrassia starteten den perfekt in die Auftaktphase der Rallye, doch dem amtierenden Weltmeister wurde die Titelverteidigung zunichte gemacht. Ogier und Ingrassia erlitten gestern ein Hydraulikversagen, das alle realistischen Siegeshoffnungen zunichte machte. Esapekka Lappi und Janne Ferm waren unterdessen gezwungen, sich mit einem Motorproblem von der Rallye zurückzuziehen. Es war ein dramatischer Tag für Citroen, die nach Spanien kamen um entschlossen den ganzen Weg zu kämpfen!

Die Rallye de España, die einzige gemischte Veranstaltung im WRC-Kalender, begann am Freitag auf Schotter mit der längsten Etappe des Wochenendes und umfasste einhundertdreißig Kilometer Wettbewerbsprüfungen. Als Höhepunkt wurden zwei Läufe auf der ehemals Terra Alta genannten Prüfung erwartet, die in La Fatarella – Vilalba (38,85 km) umbenannt wurden. Die Etappe umfasste mehrere Kilometer auf sehr technischen, asphaltierten Straßen, wird aber mit Schotterreifen bestritten und kann sich daher als entscheidend erweisen. Eine kluge Reifenwahl (vier mittlere und ein harter Michelin-Reifen), die den Nachteil des zweiten Laufs auf diesen sauberen, schotterigen Straßen ausgleichen sollte, half Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, die Auftaktprüfung zu gewinnen. Es bestand kein Zweifel daran, dass das Paar entschlossen war, seinen Titel bis zum Ende zu verteidigen. Ein Hydraulikproblem zu Beginn von SS2 bedeutete jedoch, dass sie die Servolenkung des Fahrzeugs und kurz darauf die am Lenkrad montierten Schaltpaddles verloren gingen. Ogier und Ingrassia versuchten auf der Verbingsetappe, den Schaden halbwegs zu beheben verloren damit mehr als dreieinhalb Minuten bis zum Ende der Morgenschleife. Ogier musste die anstrengenden 38,85 Kilometer ohne Servolenkung und Schaltpaddles bewältigen. Die Mechaniker des Citroën Total World Rally Team zeigten erneut große Anstrengungen und schafften es, ihren C3 WRC während des 45-minütigen Mittelstreckenservices zu reparieren, damit die französische Crew am Nachmittag wieder auf die Straße gehen konnte. Der sechsmalige Weltmeister lag am Ende des ersten Tages heute insgesamt auf Platz 17 und wird nun versuchen, wieder in die Punkte zu kommen.

Esapekka Lappi und Janne Ferm, die in Spanien allmählich an Tempo zulegten, schafften es, sich bis auf 12 Sekunden hinter dem Führenden heranzufahren. Die beiden Finnen von waren sogar nur 4 Sekunden von einem Podiumsplatz entfernt, als sie leider ein Problem am Motor ihres C3 WRC registrierten, so dass sie keine andere Wahl hatten, als sich ganz aus der Rallye zurückzuziehen. Den Citroen Mechanikern gelang es am Abend, die Autos in nur eineinhalb Stunden auf die für heute so wichtige Asphalt-Konfiguration umzurüsten. Doch für Ogier ist die Titelverteidigung in unerreichbarer Ferne gerückt. „Ich habe zu Beginn von SS2 die Servolenkung ziemlich verloren, dann gingen die Schaltwippen und schließlich das zentrale Differential. Es war körperlich so schwer, das Auto ohne Servolenkung zu fahren, dass ich Blasen an den Händen bekam. Offensichtlich ist es enttäuschend, denn die Absicht war da, dire Topplätze anzupeilen Wir haben den richtigen Kontakt zu den Reifen hergestellt und die Zeit auf der ersten Etappe bestätigte das gute Gefühl, das wir hatten. Alle im Team sind heute Abend enttäuscht, aber offensichtlich sind wir Profis und unser Ansatz war immer, nie aufzugeben und zu sehen, wo wir am Ende der Rallye stehen!“

Auch Esapekka Lappi war am Abend frustriert. „Ich bin enttäuscht, dass meine Rallye vorzeitig zu Ende gegangen ist, zumal ich bis dahin einen ziemlich soliden und konstanten Tag in punkto Tempo genossen hatte. Die Lücken waren klein und wir waren bereit für den Kampf, weil ich mich in meinem C3 WRC wohl fühlte. Ich freue mich nun auf Australien und beende die Saison auf einem Hoch mit dem bestmöglichen Ergebnis!“

Nach dem ersten Tag marschiert Hyundai Motorsport in Richtung Herstellertitel. Drei Hyundai i20 WRC führen die Wertung des ersten Tages an. Dahinter lauert das Toyota-Trio, das sich heute auf den schnellen Asphaltprüfungen auf ein großes Risiko einlassen muss, um den Hyundai-Piloten die Zehntelsekunden abzuknabbern. Der zweite und dritte Tag der Rallye Spanien wird also eine kompromßlos geführte Asphaltschlacht.

Rallye Spanien, Wertung nach Tag 1
1. Loeb / Elena (Hyundai i20 WRC) 1:21:24.7
2.Neuville / Gilsoul (Hyundai i20 WRC) +1.7
3.Sordo / Del Barrio (Hyundai i20 WRC) +7.6
4.Meeke / Marshall (Toyota Yaris WRC) +13.0
5.Tänak / Järveoja (Toyota Yaris WRC) +21.7
6.Latvala / Anttila (Toyota Yaris WRC) +30.1
7.Evans / Martin (Ford Fiesta WRC) +44.0
8.Suninen / Lehtinen (Ford Fiesta WRC) +51.8
9.Katsuta / Barritt (Toyota Yaris WRC) +1:50.3
10.Ostberg / Eriksen (Citroën C3 R5) +2:59.8 (1st RC2 & WRC2Pro)

17. Ogier / Ingrassia (Citroën C3 WRC) +4:01.4

Mehr vom Titelkampf auf den schnellen spanischen Asphaltstraßen bereits morgen. Inzwischen empfehle ich euch einen Blick ins Bordkino. Dort läuft seit heute ein historisches Tourenwagenrennen der Extraklasse!

Fotos (c) Citroen Racing, Hyundai Motorsport GmbH, Toyota Gazoo Racing WRC