WRC Spanien: Ehrgeizige Ziele!

Die Teams der WRC nähern sich der Zielgeraden. Beim WM-Lauf in Spanien können bereits erste Vorentscheidungen in Sachen Weltmeistertitel fallen. Hyundai Motorsport hat in der Markenwertung einen Vorsprung von acht Punkten. Den will das Team aus Alzenau mit ehrgeizigen Zielen ausbauen!

„Wir haben eine Vorgabe für die Rallye Spanien, und das ist der Ausbau unserer Führung in der Markenwertung“, sagte Hyundai Teamdirektor Andrea Adamo. „Wir sind uns bewusst, dass das angesichts der Konkurrenz, die wir in dieser WRC-Saison gesehen haben, alles andere als einfach ist, aber wir werden alles geben, was wir haben. Es verbleiben nur noch zwei Veranstaltungen, und es darf keine verpassten Chancen geben!“ Der prestigeträchige Markentitel bedeutet Hyundai mehr als der Gewinn der Fahrerwertung. Obwohl Hyundai Chefpilot Thierry Neuville als Wertungsdritter mit 199 Punkten noch mitten drinist im WM-Dreikampf zwischen Ott Tänak (240 Punkte, Sebastien Ogier (212 Punkte) und Neuville himself. Hyundai schickt drei Teams an die Costa Dorada, darunter Vorjahressieger und Rekordweltmeister Sebastien Loeb. Loeb ist auf Herstellerpunkte angesetzt und hat mit seiner Spanien-Erfahrung auch gute Chancen. „Für mich ist die Rally de Espana eine Rallye, die mir immer Spaß machte“, sagte Loeb. „Ich habe sie viele Male gewonnen, aber was ich am meisten an dem Ort mag, ist, dass es eine nette Gegend nahe am Meer ist. Wir sind zuversichtlich, dass wir ein gutes Tempo vorlegen und dem Team helfen können, die Führung im Kampf der Hersteller auszubauen!“ Ditter im Bunde der Koreaner ist Dani Sordo, der sich ganz besonders auf seine Heimrallye freut: „Ich kann es kaum abwarten, für meine Heimatrallye in Spanien wieder am Lenkrad des i20 Coupe WRC zu sitzen“, sagte Dani, der bei Hyundai bis 2020 verlängert hat. „Sie ist immer eine ganz besondere Veranstaltung, da wir am selben Wochenende sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt kämpfen. Und da es in Spanien ist, ist das für mich doppelte Motivation. Die Zuschauer kommen, um alle zu sehen, aber ich denke, sie feuern normalerweise die spanischen Fahrer ein bisschen mehr an als die anderen!“

Auch M-Sport Ford hat sich für Spanien ehrgeizige Ziele gesetzt. Freitags verwinkelte Schotterpassagen, am Samstag und Sonntag rasant schnelle Asphaltstrecken: Keine zweite Rallye im WM-Kalender wartet mit so unterschiedlichen Anforderungen auf wie am nächsten Wochenende die Katalonien-Rallye Spanien. M-Sport Ford schickt wieder zwei seiner rund 380 PS starken Ford Fiesta WRC in den Servicepark von Salou an der Costa Daurada. Am Steuer: Elfyn Evans mit seinem britischen Beifahrer Scott Martin und das finnische Duo Teemu Suninen/Jarmo Lehtinen. In der WRC2-Kategorie gehen zwei der knapp 300 PS starken Fiesta R5 an den Start: Gus Greensmith hält die Fahnen von Ford in der Pro-Kategorie hoch, der Italiener ‚Pedro‘ hat in der Privatfahrerwertung genannt. Gemischte Bedingungen mit Naturpisten auf der einen und befestigten Straßen auf der anderen Seite prägen das Alleinstellungsmerkmal des spanischen WM-Laufs: Nur einmal im Jahr müssen die Mechaniker bei einem auf 75 Minuten ausgedehnten Reparaturstopp am Freitagabend die Turbo-Allradler von der Schotterspezifikation auf die Asphaltabstimmung umbauen – eine durchaus knapp bemessene Zeit und ein ganz eigenes Rennen gegen die Uhr, das nach perfekter Vorbereitung verlangt. M-Sport stellt beide Set-ups bereits im britischen Workshop Dovenby Hall präzise ein, damit die Fiesta WRC- und R5-Modelle am Samstag auf den topfebenen, fast an Rundstreckenkurse erinnernden Landstraßen rund um den Servicepark ihre bestmögliche Performance abrufen können. Ein dreitägiger Test nahe Tarragona half den Fahrern, sich auf die bevorstehende Aufgabe einzuschießen.

„In den vergangenen zehn Monaten haben wir bewiesen, dass unser Ford Fiesta WRC auf allen Untergründen von Asphalt über Schnee und Eis bis hin zu Schotter schnell und konkurrenzfähig ist“, betont M-Sport-Teamchef Richard Millener. „In Spanien wollen wir dies erneut in ein zählbares Ergebnis ummünzen – und mit Elfyn Evans und Teemu Suninen haben wir auch zwei Fahrer, die dies umsetzen können. Die Konkurrenzsituation ist zwar weiterhin sehr herausfordernd, aber auch wir sind schnell unterwegs und die Ergebnisse, die wir in den vergangenen Jahren bei der Katalonien-Rallye eingefahren haben, sprechen für uns. Zwei WM-Läufe stehen in dieser Saison noch an und wir sind weiterhin darauf aus, im Ziel auf das oberste Treppchen des Podests zu klettern.“

„2018 sind wir mit zwei Autos unter die ersten Drei gekommen und Elfyn hat zuletzt bei seinem Heimspiel in Wales mit sieben Wertungsprüfungs-Bestzeiten gezeigt, dass mit ihm auf Schotter immer zu rechnen ist. Teemu blickt auf eine lehrreiche Saison zurück und will in Spanien zeigen, was er kann. Wie schnell er auf Asphalt ist, haben wir längst gesehen – diese Strecken sollten ihm in die Karten spielen“, so Millener weiter. „Die Rallye Spanien hält aber auch für unsere Mechaniker einen eigenen Wettbewerb bereit, wenn es am Freitagabend darum geht, die Ford Fiesta in nur 75 Minuten von Schotter- auf Asphaltabstimmung umzubauen. Damit alles glatt läuft, haben wir uns darauf minutiös vorbereitet. Ich freue mich schon darauf, zu sehen, wie beim großen Abendservice dann alle Rädchen fein ineinandergreifen. Neben dem kompletten Fahrwerk müssen auch die Bremsen, das Getriebe und das hintere Differenzial sowie das Lenksystem und einige weitere Teile gewechselt werden. Das ist eine kleine Show für sich, die ich jedem ans Herz legen möchte, der am Freitagabend im Servicepark ist.“

Bleibt noch der Blick aufs Roadbook des vorletzten WM-Laufes. Hier der Zeitplan in MEZ.

Donnerstag, 24. Oktober

09.01 Uhr: Shakedown (2,00 km auf Schotter)
19:00 Uhr Ceremonial Start (Salou)

Freitag, 25. Oktober

09.23 Uhr: SS 1 – Gandesa 1 (7,00 km)
10.00 Uhr: SS 2 – Horta-Bot 1 (19,00 km)
11.13 Uhr: SS 3 – La Fatarella – Vilalba 1 (38,85 km)
15.26 Uhr: SS 4 – Gandesa 2 (7,00 km)
16.06 Uhr: SS 5 – Horta-Bot 2 (19,00 km)
17.16 Uhr: SS 6 – La Fatarella – Vilalba 2 (38,85 km)

Samstag, 26. Oktober

09.00 Uhr: SS 7 – Savallà 1 (14,08 km)
09.41 Uhr: SS 8 – Querol 1 (21,26 km)
10.38 Uhr: SS 9 – El Montmell 1 (24,40 km)
14.01 Uhr SS 10 – Savallà 2 (14,08 km)
14.42 Uhr: SS 11 – Querol 2 (21,26 km)
15.38 Uhr: SS 12 – El Montmell 2 (24,40 km)
17.30 Uhr: SS 13 – Salou (2,24 km)

Sonntag, 27. Oktober

07.41 Uhr: SS 14 – Riudecanyes 1 (16,35 km)
08.38 Uhr: SS 15 – La Mussara 1 (20,72 km)
10.54 Uhr: SS 16 – Riudecanyes 2 (16,35 km)
12.18 Uhr: SS 17 – La Mussara 2 Power Stage (20,72 km)

Wie üblich überträgt WRC+ alle Entscheidungen auf den Wertungsprüfungen live. Auch Red Bull TV ist in Spanien präsent. Die Höhepunkte vom Tage sendet Red Bull TV jeweils Freitag, Samstag und Sonntag ab 22:00 Uhr. Die Super Live Stage überträgt Red Bull TV am Samstag ab 15:20 Uhr kostenlos und direkt in die Wohnzimmer.

Mehr von der Rallye Spanien natürlich zum Wochenende!

Fotos (c) Ford Werke GmbH, Hyundai Motorsport GmbH