WRC Spanien: Die große Herausforderung!

Beim dreizehnten und vorletzten Lauf der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft in Spanien vom 24. bis 27. Oktober kämpfen Sébastien Ogier und Copilot Julien Ingrassia mit dem Citroën Total World Rally Team weiterhin um ihren siebten WM-Titel in Folge. Unterstützt werden sie von der zweiten WRC-Crew von Citroën Racing, Esapekka Lappi/Janne Ferm!

Die Rallye Spanien ist der einzige WM-Lauf, der auf Schotter und Asphalt stattfindet, und ist deshalb eine der größten fahrerischen Herausforderungen. Auch an die Techniker stellt die vorletzte der 14 Veranstaltungen der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft äußerst hohe Anforderungen: Die Autos müssen am Freitag, dem ersten Prüfungstag, auf dem losen Untergrund ebenso funktionieren wie samstags und sonntags auf den festen Pisten. Eine Schlüsselstelle dabei: Der Umbau der Fahrzeuge von der Schotter- auf die Asphalt-Spezifikation am Freitagabend, der in maximal einer Stunde und 15 Minuten erledigt werden muss. Als elfmaliger Gewinner der Rallye Spanien hat Citroën Racing bewiesen, dass es all diese anspruchsvollen Aufgaben erfolgreich lösen kann. Hoffnungsvoll stimmt das Citroën Total World Rally Team auch die Tatsache, dass Sébastien Ogier und Julien Ingrassia bereits dreimal die Rallye Spanien als Sieger beendet haben (2013, 2014 und 2016). Diesmal allerdings wird die französische Crew mit ihrer zweiten Startposition am Eröffnungstag nicht die idealen Pistenbedingungen vorfinden. Doch ermutigt von den jüngsten, viertägigen Testfahrten mit dem Citroën C3 WRC in Katalonien wollen Ogier/Ingrassia den WM-Kampf offenhalten. „Es macht mir Spaß auf unterschiedlichen Belägen zu fahren, deshalb mag ich diese Rallye und will in Spanien möglichst viele Punkte gewinnen“ sagt Sébastien Ogier. „Wir haben auch gar keine andere Wahl, wenn wir unsere Titelhoffnungen wahren wollen“, ergänzt der amtierende Champion.

Wertvolle Unterstützung bei der Aufholjagd in Spanien wollen Esapekka Lappi und Janne Ferm leisten. Die Finnen gehen am Freitag von der siebten Startposition in die Wertungsprüfungen. Mit seinen zweiten Plätzen in Finnland und in der Türkei hat Lappi untermauert, wie gut er Schotterpisten beherrscht. Und auf den Asphaltabschnitten wird der Finne wieder seine wertvollen Erfahrungen aus dem Kartsport nutzen können. „Dieser Weltmeisterschaftslauf ist für uns entscheidend, wenn wir weiter im Titelkampf bleiben wollen“, sagt Pierre Budar, Teamchef Citroën Racing. „Wir haben uns sehr ernsthaft vorbereitet, viel Detailarbeit geleistet und sind noch motivierter als zuvor!“ Vor allem bei der Feineinstellung von Differenzialen, Fahrwerksgeometrie und Stoßdämpfern für die beiden Citroën C3 WRC gelangen während der Vorbereitungen auf die Rallye Spanien große Fortschritte. „Damit sollten wir wettbewerbsfähiger sein, als wir es bei den letzten Asphalt-Rallyes waren“, sagt Esapekka Lappi.

Die wichtigsten Fakten zur Rallye Spanien 2019: 17 Wertungsprüfungen über insgesamt 325,56 Kilometer. Pro Fahrzeug erlaubt sind 32 Reifen, davon 16 für Schotter und 16 für Asphalt.

Nach den Erfolgen sowohl auf Schotter als auf Asphalt reist auch das Toyota Gazoo Racing World Rally Team zuversichtlich zum einzigen echten Mischevent der Saison nach Spanien. Der dreizehnte und vorletzte Lauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft verspricht Hochspannung: Ott Tänak führt im Toyota Yaris WRC die Fahrerwertung mit 28 Punkten an und kann bereits in Spanien vorzeitig den Titel holen. Das Team liegt nach drei Siegen bei den letzten vier Rallyes nur noch acht Punkte hinter dem Führenden der Herstellerwertung und hat einen Triumph selbst in der Hand. Der Rallyetross macht Station in Salou an der Costa Daurada im Süden Barcelonas. Dem ersten Tag auf mittelschnellen Schotterpisten folgen zwei Tage auf glattem und schnellem Asphalt, der an Rennstrecken erinnert. Die Teams müssen deshalb eine Nachtschicht einlegen: Nach den Freitagsprüfungen werden die Fahrzeuge von Schotter auf Asphalt umgestellt. Auch die Fahrer müssen sich am nächsten Morgen schnell auf die neue Oberfläche einstellen.

Nach dem Shakedown und dem feierlichen Start am Donnerstag in Salou stehen freitags zunächst drei Abschnitte auf dem Programm, die jeweils zweimal gefahren werden. Sie finden überwiegend auf Schotter statt, allerdings führt die mit 38,85 Kilometern längste Etappe des Wochenendes von La Fatarella nach Vilalba zeitweise auch über Asphalt. Am Samstag gibt es zwei Schleifen mit jeweils drei Asphaltprüfungen, gefolgt von einer kurzen Etappe in Salou selbst. Der Sonntag besteht aus zwei Läufen über Riudecanyes und La Mussara, die lediglich durch einen Servicestopp in Salou getrennt sind. Die zweite Runde dient dabei als abschließende Power Stage.

„Wir sind im Moment auf einem guten Weg und haben den Titel für Fahrer, Beifahrer und Hersteller im Visier, aber wir müssen weiterhin auf die besten Ergebnisse in Spanien und Australien hinarbeiten“, erklärt Teamchef Tommi Mäkinen. „Wir haben uns wie geplant mit Tests auf Schotter und Asphalt auf Spanien vorbereitet. Die Mischung der Oberflächen macht die Rallye schwierig. Aber wir sind zuversichtlich, dass unser Auto auf beiden Untergründen funktioniert. Gleichzeitig nehmen wir nichts als selbstverständlich hin und jeder arbeitet hart daran, unseren Fahrern das bestmögliche Auto zur Verfügung zu stellen!“

Im vergangenen Jahr führte Ott Tänak die Rallye an, ehe ihn ein Reifenschaden am Samstagmorgen zurückwarf. Am abschließenden Tag konnte er sich immerhin noch auf Rang sechs vorarbeiten und die finale Power Stage gewinnen. Auch Jari-Matti Latvala kämpfte lange Zeit um den Sieg mit, ein beschädigter Reifen machte aber auch hier alle Hoffnungen zunichte – im Gesamtklassement reichte es für Platz acht. Bei der diesjährigen Auflage der Rally de España sollen noch bessere Platzierungen herausspringen.

Mehr zur Rallye Spanien, auch mit einem Blick aufs Roadbook, bereits morgen an dieser Stelle!

Fotos (c) Citroen Kommunikation, Toyota Gazoo Racing WRC