F1 Sotschi: Schlägt Vettel wieder zu?

Mit dem ersten Sieg nach 13-monatiger Durststrecke kommt Ferrari Chefpilot Sebastian Vettel mit ordentlich Rückenwind zum nächsten Lauf im russischen Sotschi. Doch seine Vormachtstellung innerhalb der Scuderia ist längst nicht geklärt!

„Wir haben miteinander gesprochen. Das wird nicht mehr zwischen uns stehen“, sagte Vettel am Donnerstag im russischen Sotschi. Das Teamduell bei der Scuderia bleibt nach Leclercs Unverständnis für eine Entscheidung des Rennstalls beim Sieg seines deutschen Teamkollegen zuletzt in Singapur jedoch trotzdem weiter hochexplosiv. Beim Großen Preis von Russland (Startzeit 13:10 Uhr MESZ) gibt es am Sonntag das nächste Kapitel. LeClerc gibt sich reumütig und entschuldigte sich für seine Undiszipliniertheit am Funk in Singapur. „Das war unnötig, das Team hat alles richtig gemacht“, sagte der zweimalige Saisonsieger und gab sich geläutert: „Meine Reaktion am Funk war nicht so, wie sie sein sollte. Das wird nicht wieder passieren.“ Ob er sich tatsächlich besser im Griff haben kann, müssen die nächsten Wochen zeigen: „Ich werde mich kontrollieren und die Klappe halten!“ Eigentlich schade, denn Klappe halten hat dieser Shooting Star eigentlich überhaupt nicht nötig.

In Sotschi muss Vettel nun nicht nur den Angriff der zuletzt weniger überzeugenden Mercedes um WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton abwehren, sondern sich auch wieder mit Ehrgeizling Leclerc auseinandersetzen, der Revanche will. Bei 102 Punkten Rückstand auf Hamilton geht es für den Hessen Vettel längst nicht mehr um den WM-Titel, dafür um die Rolle des Anführers bei Ferrari für die kommende Zeit. Lange hatte er diesen Status auch aufgrund seiner vier WM-Titel automatisch. Doch freiwillig wird sich Leclerc nach einer bisher so starken Saison nun ganz sicher nicht mehr hinter dem Routinier einordnen.

„Wenn zwei Alphatiere um die Positionen kämpfen, hat das immer das Potenzial für eine Rivalität – und eine Eskalation im Team“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff angesprochen auf die Lage beim Dauergegner. Die Silberpfeile beobachten die Situation mit Spannung und hoffen, in Russland selbst zurückschlagen zu können. In allen fünf Rennen in Sotschi gab es bislang Mercedes-Siege, Hamilton stand selbst dreimal ganz oben. Dem Briten würden bei sechs ausstehenden WM-Läufen jeweils dritte Plätze für seinen sechsten Titel genügen.

Ganz ehrlich, für Vettel wird es schwer in Sotschi. Der Kurs am Schwarzen Meer gilt als Mercedes-Land. Toto Wolffs Team wird aus der Niederlage von Singapur die richtigen Schlüsse gezogen haben. Alles andere als ein Hamilton-Sieg kann da kaum durchgehen!

Und das war es auch schon für diese Woche, mal abgesehen vom Programmwechsel im Bordkino am Samstag! Am Montag sehen wir dann ob ich die Hamilton-Siegwette gewinnen konnte!

Fotos (c) Daimler AG, Ferrari