DTM Nürburgring: Wer wird Champion?

Rene Rast, Nico Müller oder gar MarcoWittmann. Wer wird DTM-Champion 2019? Eine Antwort auf diese Frage könnte es bereits an diesem Wochenende auf dem Nürburgring geben!

„Nach dem vorzeitigen Gewinn der Herstellermeisterschaft geht es für uns jetzt darum, auch den Fahrertitel einzufahren“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Und natürlich wollen wir auch die Teammeisterschaft gewinnen. Wir kommen in beiden Meisterschaften mit einem guten Vorsprung zum Nürburgring. Aber noch ist nichts entschieden. Man hat bei René Rast am Lausitzring gesehen, wie schnell man sich trotz starker Performance einen Nuller einfangen kann. Und wir werden nicht den Fehler machen, unsere Gegner zu unterschätzen!“ Vor den letzten vier Rennen haben rechnerisch noch fünf Piloten die Möglichkeit, die Fahrermeisterschaft zu gewinnen: René Rast (Audi/234 Punkte), Nico Müller (Audi/214), Marco Wittmann (BMW/167), Philipp Eng (BMW/140) und Mike Rockenfeller (Audi/138). Der Rückstand von Eng und Rockenfeller ist allerdings schon so groß, dass sich der Titelkampf in der Realität wohl auf Rast, Müller und Wittmann beschränken wird.

Als Tabellenführer könnte sich Rast auf dem Nürburgring den Titel am Sonntag theoretisch schon vorzeitig sichern. Dafür benötigt er allerdings 57 Punkte Vorsprung und ein ähnlich perfektes Wochenende wie im vergangenen Jahr, als er mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen die maximale Punktzahl holte. „Natürlich kann ich nicht damit rechnen, wieder 56 Punkte zu sammeln“, sagt der Pilot des Audi Sport Team Rosberg. „Aber ich bin zuversichtlich, dass es dieses Jahr ähnlich gut läuft. Ich bin immer gerne am Nürburgring!“ Rast hat die kurze Pause zwischen dem Lausitzring und dem Nürburgring genutzt, mit seiner Familie zu Hause in Bregenz auszuspannen und Kraft für den Endspurt zu tanken. Sein schärfster Verfolger Nico Müller machte es ähnlich. „Ich habe es genossen, den einen oder anderen freien Tag zu haben, mit dem Rad um den See zu fahren, Familie und Freunde zu treffen“, sagt der Schweizer, der am Sonntag auf dem Nürburgring sein 100. DTM-Rennen bestreitet. „Diese Marke in einer so hart umkämpften Serie wie der DTM zu erreichen macht mich sehr stolz!“ Auch der Pilot des Audi Sport Team Abt Sportsline mag den Nürburgring: „Das ist eine Strecke mit viel Traditionscharakter. Natürlich vor allem die Nordschleife. Trotzdem ist es auch immer wieder ein Highlight, auf dem Grand-Prix-Kurs beziehungsweise der Kurzanbindung zu fahren. Es hat dort leidenschaftliche Fans. Die Strecke ist sehr technisch. Es ist wichtig, den richtigen Rhythmus zu finden. Gerade im ersten Sektor kann man viel Zeit gewinnen oder verlieren. Da muss man Vertrauen in das Auto haben und die Balance treffen!“ Sein Ziel für das Wochenende ist klar: Er will den Abstand zu Rast möglichst klein halten und die Titelentscheidung auf das Finale in Hockenheim vertagen.

Ein Heimspiel ist der Nürburgring für Mike Rockenfeller. „Ich bin in der Nähe aufgewachsen und habe dort in meinem Leben schon so viele Rennen bestritten, dass es jedes Mal ein Gefühl ist, wie nach Hause zu kommen“, sagt der DTM-Champion des Jahres 2013. Seine verrückteste Nürburgring-Erinnerung? „Das war 2008. Ich stand mit einem Vorjahresauto in der ersten Startreihe. Es war komplett trocken. Trotzdem sind wir mit Regenreifen gestartet, weil unser Wetterdienst sagte, es würde ganz sicher regnen – leider kam der Regen nicht und wir hatten den völlig falschen Reifen drauf!“ „Zu dieser Jahreszeit kann man am Nürburgring alle vier Jahreszeiten an einem Wochenende erleben“, weiß Rockenfellers Teamkollege Loïc Duval. „Ich hoffe, wir haben gutes Wetter und können für unser Team ein gutes Ergebnis erzielen. Es ist auch für Phoenix ein Heimspiel – und wenn sie sich ein gutes Resultat wünschen, dann dort. Mein persönliches Ziel ist für jedes der letzten vier Rennen der Saison ein Podium!“

Auf dem stand Robin Frijns bei den letzten vier DTM-Rennen dreimal. Der Niederländer hat sich nach dem Lausitzring gemeinsam mit seiner Freundin einen Kurzurlaub auf der griechischen Insel Santorini gegönnt. Jamie Green bestritt derweil zwei GT3-Rennen mit einem Audi R8 LMS – eines davon auf dem Nürburgring. „Mit vier Rennen in Folge, Tests und Arbeit im Simulator war ich kaum zuhause“, sagt der Brite, der seit dem Lausitzring zum 1.000er-Club der DTM angehört: Green ist der zehnte Fahrer in der Historie der Rennserie, der mehr als 1.000 Punkte gesammelt hat. „Auf dem Nürburgring habe ich noch kein DTM-Rennen gewonnen – das würde ich gerne ändern!“

Frijns und Green könnten das Zünglein an der Waage im Kampf um die Teammeisterschaft sein: Auf dem Lausitzring hat das Audi Sport Team Abt Sportsline die Führung vom Audi Sport Team Rosberg übernommen – allerdings nur mit 22 Punkten Vorsprung. 192 Punkte werden noch vergeben.

Auch für die BMW-Teams beginnt in der Eifel der Saisonendspurt. Für das BMW Team RMG ist es das Heimrennen, denn der Teamsitz in Andernach ist nur wenige Kilometer vom Nürburgring entfernt. Zudem steht im BMW Team RMG ein Jubiläum an: das 100. Rennen von Marco Wittmann für die Mannschaft von Stefan Reinhold. Nach sieben Rennwochenenden ist Wittmann als Gesamtdritter mit 167 Punkten bestplatzierter BMW Fahrer in der DTM-Fahrerwertung. Insbesondere Marco Wittmann hofft auf ein gutes Ergebnis um im Rennen um den Fahrertitel am Ball zu bleiben. „Ich hoffe, dass wir am Nürburgring wieder stärker aufgestellt sind. Es ist eine Strecke, die uns in der Vergangenheit immer ganz gut gelegen hat, auch mir persönlich. Wir haben beim Heimrennen des BMW Team RMG auch schon einige Siege gefeiert. Ich kenne die Strecke schon lange aus der DTM, vom 24-Stunden-Rennen und aus der VLN. Daher freue ich mich auf das Wochenende und hoffe, dass wir gute Ergebnisse einfahren können!“

Als Dritter im Bunde der DTM-Marken hofft R-Motorsport Aston Martin auf durchwachsenes Wetter. Teamchef Dr. Florian Kamelger formulierte es so: „Der Nürburgring stellt ganz andere Anforderungen an unseren Aston Martin Vantage DTM als zuletzt der Lausitzring. Hier ist ein konstant stabiles Bremsverhalten des Fahrzeugs gefragt, insbesondere vor der ersten Kurve nach der Start- und Zielgeraden sowie der extrem engen Schikane. Weiterhin ist eine gute Balance des Autos in den vielen engen Kurvenpassagen sehr wichtig. Unser Ziel ist es natürlich wieder, so viele Punkteränge einzufahren wie möglich. Vielleicht hilft uns dabei das oftmals wechselhafte Eifelwetter!“

Machen wir uns also auf zwei spannende Rennen gefasst, die in der Eifel hoffentlich ohne Teamorder auskommen können. Die beiden Rennen auf dem Nürburgring beginnen zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr, SAT.1 überträgt am Samstag und am Sonntag jeweils ab 13 Uhr live.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, R-Motorsport.